Fußball

Von enttäuschend bis überraschend

Die Bezirks- und Landesligisten haben sich bereits in die Winterpause verabschiedet, in den Regionalligen ist die Saison aktuell unterbrochen. Zeit für eine Zwischenbilanz.
03.11.2020, 15:28
Lesedauer: 5 Min
Zur Merkliste
Von enttäuschend bis überraschend
Von Justus Seebade
Von enttäuschend bis überraschend

Gegen den FC Oberneuland stand der SV Atlas Delmenhorst um Dimitrios Ferfelis (blau) zum bis dato letzten Mal auf dem Platz.

Frank Thomas Koch

Der Amateur- und Freizeitsport ruht seit Montag vorerst bis zum Monatsende in ganz Deutschland. Entsprechend befinden sich auch die Fußballer in einer Zwangspause. Möglicherweise rollt der Ball danach wieder – im Bezirk Weser-Ems und im Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst jedoch definitiv nicht. Für die Mannschaften in diesen Ligen hat die Winterpause begonnen, der Spielbetrieb wurde direkt bis zum Jahresende ausgesetzt. In den Regionalligen ist derweil noch offen, wie es ab Ende November weitergeht. Ein Blick auf den Stand der Dinge in den verschiedenen Spielklassen ab Bezirksebene.

Regionalliga Nord

Für den SV Atlas Delmenhorst verläuft die Saison aber mal so gar nicht nach Wunsch. Der Aufsteiger hat von den bisherigen sieben Spielen keins gewonnen und erst zwei Punkte auf dem Konto. Der Start konnte sich noch sehen lassen. Zum Auftakt legten die Blau-Gelben bei Hannover 96 II einen durchaus überzeugenden Auftritt hin, mussten sich aber nach späten Gegentoren unglücklich mit 1:2 geschlagen geben. Gegen die U23 des SV Werder Bremen holte die Mannschaft von Trainer Key Riebau mit dem torlosen Remis ihren ersten Punkt, sogar ein Sieg lag im Bereich des Möglichen. Die Heimpremiere gegen den TSV Havelse war dann ernüchternd. Mit dem 1:6 kassierte Atlas eine deftige Schlappe, zeigte gegen den BSV Rehden aber eine gute Reaktion und fuhr mit dem 1:1 den zweiten Saisonzähler ein.

Es folgten drei Partien, in denen weitere Punkte eigentlich Pflicht waren. Doch die Englische Woche wurde zu einer großen Enttäuschung. Die Delmenhorster verloren nacheinander gegen den VfV Borussia 06 Hildesheim (2:3), den HSC Hannover (0:2) und den FC Oberneuland (0:1). Zu der sportlichen Misere gesellten sich anschließend noch ganz andere Sorgen. Im Team gab es mehrere Corona-Fälle, die Spieler mussten in Quarantäne und haben seit der Partie in Oberneuland keine Begegnung mehr bestritten. Atlas musste tatenlos zusehen, wie die Konkurrenz weitermachte und immer wieder Zählbares aufs Konto holte. Der SVA ziert das Tabellenende und benötigt, wenn es wieder weitergeht, dringend Siege.

Landesliga Weser-Ems

Die Tabelle ist nach dem zehnten Spieltag völlig schief. Einige Mannschaften haben tatsächlich erst zwei Spiele bestritten, andere immerhin bereits sechs – unter ihnen der VfL Wildeshausen. Die Corona-Pandemie machte einen regelmäßigen Spielbetrieb für viele Teams praktisch unmöglich. Entsprechend wenig Aussagekraft hat das aktuelle Klassement.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Wildeshauser bis dato eine relativ ordentliche Saison spielen. Die Bilanz ist mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen ausgeglichen, es gab gute Auftritte, aber auch einen rabenschwarzen Tag. Los ging es mit einer Enttäuschung. Die Krandelkicker unterlagen dem Aufsteiger SV Sparta Werlte zu Hause mit 0:2. Generell läuft es vor eigenem Publikum noch nicht rund. Gegen den WSC Frisia Wilhelmshaven (1:1) und den VfL Germania Leer (2:2) holte die Elf von Coach Marcel Bragula jeweils ein Remis, im vorerst letzten Spiel gegen TuRa 07 Westrhauderfehn ging dann fast gar nichts. Die Wildeshauser kassierten aufgrund einer schwachen Darbietung eine verdiente 1:5-Packung.

Fußball

Der VfL Wildeshausen verweist aktuell auf eine ausgeglichene Zwischenbilanz in der Landesliga Weser-Ems.

Foto: INGO MÖLLERS

Auswärts haben sie hingegen die optimale Ausbeute eingefahren. Beim SC BW Papenburg setzte sich der VfL mit 2:1 durch, mit GW Firrel lieferte er sich ein spektakuläres Duell und behielt am Ende mit 4:3 die Oberhand. Mit den insgesamt gesammelten acht Punkten belegen die Huntestädter in der Zehnerstaffel den dritten Platz, doch das sagt angesichts der vogelwilden Tabelle eben wenig aus. Im Bezirkspokal stehen sie nach Erfolgen über den TV Dötlingen (4:0) und den VfL Stenum (2:1) in der dritten Runde.

Bezirksliga Weser-Ems

Es macht sich schon jetzt bezahlt, dass die Liga in zwei Staffeln geteilt wurde und der Spielplan für die Teams daher nur wenige Partien vorsieht – ganze 16, um genau zu sein. Der SV Baris Delmenhorst stand als einzige Mannschaft bereits fünfmal auf dem Platz, der FC Hude und die Reserve des SV Atlas Delmenhorst derweil nur zweimal.

Das Überraschungsteam ist bislang zweifelsfrei der TuS Heidkrug. Die Mannen von Trainer Selim Karaca haben von vier Spielen drei gewonnen und stehen mit neun Punkten an der Tabellenspitze. Bemerkenswert ist, dass die Heidkruger mit dem VfL Stenum (2:1) und GVO Oldenburg (3:2) zwei Favoriten bezwangen, die Stenumer sogar auswärts. Hinzu kam ein 3:1 gegen den VfL Oldenburg II. Die einzige Niederlage musste der TuS mit dem 0:1 im Derby gegen den SV Tur Abdin hinnehmen. Im Bezirkspokal ist die Mannschaft vom Bürgerkampweg auch noch dabei. Den ESV Wilhelmshaven fertigte sie mit 8:0 ab, gegen den VfL Oldenburg II war sie wie später in der Liga mit 3:1 erfolgreich.

Fußball

Trainer Selim Karaca (rechts) und sein Assistent Jorge Jacinto sehen eine bislang starke Saison des TuS Heidkrug.

Foto: INGO MÖLLERS

Eine saubere Zwischenbilanz von zwei Siegen aus zwei Spielen weist die Atlas-Zweitvertretung auf. In beiden Fällen wurde den Zuschauern einiges geboten. Im Stadtderby gegen den SV Baris setzte sich der SVA knapp mit 3:2 durch, gegen Stenum fiel der Sieg beim 5:2 deutlicher aus. Zu mehr Einsätzen kam die Regionalliga-Reserve noch nicht, da sie anfangs in eine coronabedingte Quarantäne musste und einmal sowieso spielfrei hatte. Im Bezirkspokal schieden die Blau-Gelben bereits in der ersten Runde gegen Stenum aus (1:3).

Für den VfL stehen zwei Siege und zwei Niederlagen zu Buche. Den Auftakt bestritten die Kicker vom Kirchweg mit dem 1:0 bei BW Bümmerstede erfolgreich. Es folgte die 1:2-Heimniederlage gegen Heidkrug, ehe Trainer Thomas Baake im nächsten Derby gegen den FC Hude einen wesentlich stärkeren Auftritt seiner Schützlinge sah und ein glattes 3:0 bejubeln durfte. Die zweite Pleite kassierten die Stenumer gegen Atlas II.

Einen Trainerwechsel gab es beim SV Tur Abdin. Sven Apostel übernahm den Posten, nachdem sich der Verein und Andree Höttges einvernehmlich getrennt hatten. Zum Auftakt stand Höttges noch an der Seitenlinie – und musste mit seinem Team ein bitteres 0:4 im Derby gegen Baris hinnehmen. Apostel ist bislang noch ungeschlagen. Nach zwei 1:1-Remis gegen GVO Oldenburg und BW Bümmerstede feierte er mit seinen Mannen einen 1:0-Erfolg beim TuS Heidkrug. So verzeichnet Abdin fünf Punkte aus vier Spielen und ein ungewöhnlich unspektakuläres Torverhältnis von 3:6. Im Pokal hatte der SV erst ein Freilos und flog dann mit einem 2:5 gegen den FC Hude aus dem Wettbewerb.

Von einem unspektakulären Torverhältnis kann beim SV Baris mal wieder keine Rede sein. 10:15 lautet es nach fünf Partien. Beim Team von Coach Önder Caki ist bereits alles dabei gewesen. Nach dem 4:0-Triumph über Tur Abdin lieferte sich der SVB ein packendes 3:3 mit dem FC Hude. Dann setzte jedoch ein Abwärtstrend ein. Gegen GVO Oldenburg zogen die Fußballer von der Lerchenstraße deutlich mit 0:4 den Kürzeren, das 2:3 gegen Atlas II war hingegen aus Baris-Sicht unnötig. Ein wiederum klares 1:5 setzte es gegen BW Bümmerstede. In der ersten Runde des Bezirkspokals wurde es völlig verrückt. Die Delmenhorster führten gegen den FC Hude schon mit 4:0, kassierten aber tatsächlich noch vier Treffer und unterlagen im Elfmeterschießen.

Hude hat in der Liga erst zwei Begegnungen absolviert. Dem 3:3 gegen Baris folgte die 0:3-Schlappe gegen Stenum. Was der FCH zu leisten imstande ist, lässt sich daher noch nicht wirklich sagen. Die Bilanz im Bezirkspokal kann sich mit den Siegen gegen Baris und Tur Abdin jedoch sehen lassen.

Regionalliga Nord Frauen

Was der TV Jahn Delmenhorst bis dato gezeigt hat, war zumindest in der Liga in den meisten Fällen nicht überzeugend. Drei Punkte aus vier Partien – so lautet die magere Zwischenbilanz. Der Auftakt missriet mit dem 1:4 gegen den ATS Buntentor völlig. Und das, nachdem die Violetten die Bremerinnen eine Woche zuvor im DFB-Pokal noch mit 8:1 vom Platz gefegt hatten. Beim SV Werder II unterlagen die Jahn-Frauen mit 1:2, ehe sie mit dem 2:0 beim VfL Jesteburg ihren ersten Sieg holten. Dann folgte mit dem 1:3 gegen den Osnabrücker SC jedoch der nächste Dämpfer.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+