Handball

HSG-A-Jugend wahrt ihre Chance

Die Delmenhorster Talente haben gegen den VfL Horneburg zwar mit 31:33 verloren, bleiben aber im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga. In der zweiten Hälfte des Hinspiels bewiesen sie Kampfgeist.
06.09.2020, 13:09
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
HSG-A-Jugend wahrt ihre Chance
Von Justus Seebade
HSG-A-Jugend wahrt ihre Chance

Die A-Jugend der HSG Delmenhorst um Nanno Kohlschein bewies in der zweiten Halbzeit ihre kämpferischen Qualitäten.

INGO MÖLLERS

Dass nach einem sportlichen Duell zwei Mannschaften Grund zum Jubeln haben, ist nicht unbedingt alltäglich. Genau dieses Bild gab es am Sonnabend aber in der Wehrhahnhalle zu sehen. Sowohl die gastgebende männliche A-Jugend der HSG Delmenhorst als auch ihr Kontrahent VfL Horneburg nahm etwas Positives aus dem ersten Relegationsspiel um den Aufstieg in die Bundesliga mit. Die Gäste, weil sie die Begegnung mit 33:31 (18:12) für sich entschieden. Und die Delmestädter, weil sie sich in der zweiten Halbzeit noch mal herankämpften und ihre Chance damit gewahrt haben. Die Entscheidung fällt am kommenden Sonnabend beim Rückspiel in Horneburg.

Zur Pause hatte es so ausgesehen, als ob der VfL vielleicht schon im ersten Vergleich fast alles klar machen würde. Sechs Tore betrug der Vorsprung nach den ersten 30 Minuten. Kurz nach dem Seitenwechsel lag die Mannschaft von Trainer Stefan Hagedorn sogar mit 21:13 in Führung. Doch im weiteren Verlauf schmolz das Polster mehr und mehr zusammen. „Ich denke, wir haben uns völlig unnötig in die Bredouille gebracht. Wir haben das Spiel klar beherrscht, führen mit sechs Toren zur Halbzeit, gehen teilweise auf acht Tore weg und stellen dann eine Viertelstunde vor Schluss komplett das Handballspielen ein“, ärgerte sich der Horneburger Coach im Interview mit dem HSG-Team, das die Live-Übertragung auf die Beine gestellt hatte. „Man darf das Spiel nicht so aus der Hand geben, wie wir das hier gemacht haben. Vielleicht muss ich mir auch ankreiden, dass ich zu viel gewechselt habe. Ich wollte einen breiten Kader ins Spiel bringen, vielleicht habe ich dadurch selber ein bisschen den Spielfluss unterbrochen“, zeigte sich Hagedorn selbstkritisch. Generell war er vom Niveau der Partie wenig angetan: „Das Abschlussverhalten beider Mannschaften hat mit A-Jugend-Bundesliga nichts zu tun.“ Auch das Zweikampfverhalten bei beiden Teams sei „katastrophal“ gewesen.

Dag Rieken freute sich derweil über den Kampfgeist seiner Schützlinge. Als Horneburg nach der Pause auf acht Tore davonzog, hatte auch der Delmenhorster Coach ein bisschen die Sorge, dass sein Team einbrechen könnte. Doch es kam anders. „Dann haben wir natürlich, und das muss ich der Mannschaft hoch anrechnen, die Köpfe nicht hängen lassen, sondern haben weitergekämpft“, lobte Rieken die Mentalität seiner Jungs. In der offensiven Deckung habe man versucht, die guten Schützen des Gegners zu stellen, „und vorne haben wir unsere Linie wiedergefunden, die wir in den ersten acht Minuten hatten. Da haben wir genau so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben.“

In der Tat kamen die Gastgeber gut in die Partie, legten zunächst stets einen Treffer vor und gingen in der siebten Minute durch den insgesamt neunfachen Torschützen Sam Ramin mit 5:3 in Führung. Auch beim 7:6 (10.) lagen sie noch vorne. Doch dann drehte Horneburg auf und bog den Rückstand in ein 10:7 um (16.). Problematisch für die Delmenhorster war, dass sie ab der zehnten Minute auf Jan-Niklas Bruning verzichten mussten, der sich eine Verletzung am Fuß zuzog. „Der Ausfall von Jan wog erst mal schwer. Da haben wir ein bisschen Schwierigkeiten gehabt, auch von der Denke her“, erklärte Rieken.

Zudem kassierte die HSG zu viele einfache Tore, sodass die Gäste ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauten. Davon, dass sie deutlich im Hintertreffen lagen, ließen sich die Delmestädter aber nicht komplett aus der Bahn werfen. „Wir lagen mit sechs Toren zurück und haben gesagt: Heutzutage ist das im Handball nichts“, schilderte Rieken. Sein Team habe sich in der Pause vorgenommen, die Gegenstöße zu intensivieren. „Die Deckung hatten wir schon kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit ein bisschen umgestellt und haben das weitergeführt. Das hat dem Gegner nicht so geschmeckt“, analysierte der HSG-Trainer.

Zwar baute Horneburg seinen Vorsprung erst noch aus, doch dann bissen sich die Delmenhorster zurück ins Match. Aus einem 21:29 (44.) machten sie ein 25:30 (50.). In der 58. Minute führte der VfL sogar nur noch mit einem Treffer – 30:31 aus HSG-Sicht. Weil Colin Dorka den letzten Versuch verwandelte, gehen die Horneburger nun mit zwei Toren Vorsprung ins Rückspiel.

Für Dag Rieken und seine Mannschaft ist jedoch noch alles drin. „Dass Horneburg ein starker Gegner ist, haben wir gesehen, und wir sind nach wie vor auch im Rückspiel Außenseiter. Aber zwei Tore sind theoretisch aufzuholen. Bei uns ist es sicherlich so, dass wir trotz der Niederlage gestärkt rausgehen können“, sagte der Delmenhorster Coach.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+