Handball

A-Jugend der HSG Delmenhorst will in die Bundesliga und sucht Sponsoren

Die männliche A-Jugend der HSG Delmenhorst will in die Bundesliga. Nach den Sommerferien soll die Relegation gespielt werden. Für das Projekt braucht die HSG Sponsoren.
08.05.2020, 12:07
Lesedauer: 4 Min
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A-Jugend der HSG Delmenhorst will in die Bundesliga und sucht Sponsoren
Von Justus Seebade
A-Jugend der HSG Delmenhorst will in die Bundesliga und sucht Sponsoren

Trainer Dag Rieken und die A-Jugend-Handballer der HSG Delmenhorst haben die Bundesliga im Blick. Für das Projekt wird vermutlich ein Etat von knapp 30 000 Euro benötigt.

INGO MÖLLERS

Die HSG Delmenhorst hat sich entschieden: Die männliche A-Jugend, die sich im letzten Spiel vor der Corona-Pause am 8. März vorzeitig für die Relegation zur Bundesliga qualifiziert hatte, wird dieses Abenteuer wagen. Wenngleich es sportlich und vor allem auch finanziell eine sehr große Herausforderung sei, dürfe man es den jungen Handballern nicht vorenthalten, in den Genuss der Spiele in den Hallen bekannter Vereine zu kommen – darüber sind sich Trainer Dag Rieken, HSG-Vorsitzender Jürgen Janßen und Jens Hafemann, Förderer der Handball-Jugend, einig.

Die Relegation soll nach den Sommerferien gespielt werden. In welchem Modus und mit wie vielen Mannschaften ist ebenso offen wie die Fragen, wie viele Teams sich dann qualifizieren oder ob sogar ein Direktaufstieg möglich ist. Das alles hängt von vielen Faktoren ab. Die Delmenhorster nehmen das Projekt Bundesliga aber auf jeden Fall in Angriff. Zugleich machen sie jedoch keinen Hehl daraus, dass für die Realisierung die Hilfe der hiesigen Wirtschaft gebraucht wird. Schließlich benötigt die HSG vermutlich einen Etat von knapp 30 000 Euro. „Wir müssen bis zum 15. Mai melden und haben dann bis zum 30. Juni die Möglichkeit, noch zu widersprechen“, berichtet Jürgen Janßen. Wenn die HSG es schaffe, alle Auflagen zu erfüllen und der Etat gesichert sei, könne man melden.

Das wolle man auch unbedingt. „Da die Bundesliga-Auflagen bei der A-Jugend etwas lockerer gehandhabt werden, würden wir in der Stadionhalle spielen können“, erklärt Janßen. Er habe im Vorfeld mit Frank Mehrings gesprochen, der mit seinem Engagement vor wenigen Jahren die Bundesliga-Saison für die A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg möglich gemacht hatte. „Legen wir dessen Erfahrung in die Waagschale, werden wir wohl einen Etat von 30 000 Euro benötigen.“ Weite Fahrten für Meisterschaft und Pokal seien zu bezahlen, teilweise werde man auch übernachten müssen. „Natürlich geht das alles nur über Sponsoring, wenn wir nicht komplett ins Risiko gehen wollen“, sagt der HSG-Vorsitzende. „Aber wir wollen den Jungs die Möglichkeit auf jeden Fall bieten.“

Man werde Delmenhorst als Aushängeschild im großen Rahmen präsentieren. „Und damit auch die hiesigen Unternehmen“, sagt Jürgen Janßen. „Wir werden sehen, wie die Gesellschaft bereit ist, die heutige Jugend zu unterstützen.“ Optimistisch stimmt ihn die Resonanz auf den Spendenaufruf für die gesamte HSG-Jugend, der gestartet wurde, weil die Einnahmen aus den Kleinfeldturnieren in diesem Jahr weggebrochen sind. „Die Spendenfreudigkeit war großartig“, freut sich Janßen und fügt hinzu: „Man merkt schon, dass die Menschen in Delmenhorst und Umgebung wissen, was die HSG für ein starkes Jugendprogramm fährt.“

Für Dag Rieken hat die Aussicht auf die Bundesliga einen enormen Reiz. „Auch als Trainer würde ich mich sehr darauf freuen“, sagt der 50-Jährige, der einst selbst in der 2. Bundesliga aktiv war und viel Erfahrung als Oberliga- und Drittliga-Trainer mitbringt. „Sportlich sah es vor dem Saisonabbruch sehr gut aus. Dann grätschte uns das Coronavirus dazwischen.“ Er sei aber davon überzeugt, dass die junge Delmenhorster Mannschaft auf jeden Fall stabil genug sei, um die Relegation und danach auch die Bundesliga zu meistern. Natürlich halte man parallel auch nach Verstärkungen Ausschau. „Wir müssen uns aber auf jeden Fall gut vorbereiten und ich hoffe, dass bald wieder ein normales Training möglich ist“, sagt er mit Blick auf die aktuellen Corona-Einschränkungen.

„Wir haben eine große Chance, eine Marke zu setzen, passend zu den Erfolgen im Herrenbereich“, sagt der Wildeshauser. Auf keinen Fall dürfe man den jungen Handballern die Chance Bundesliga vorenthalten. Dabei sieht Dag Rieken auch eine Parallele zu früheren Neerstedter Zeiten: Da war die Männermannschaft in die 3. Liga aufgestiegen und die A-Jugend spielte in der Regionalliga. „Die Erfolge waren überschaubar, aber es waren große Erlebnisse, in Magdeburg, Berlin oder Kiel spielen zu dürfen“, erinnert er sich gerne zurück.

Jens Hafemann, Förderer im HSG-Jugendbereich und Projektleiter Bundesliga, ist von dem eingeschlagenen Weg überzeugt: „Wir haben jetzt mit Dag in der Jugend einen Leuchtturm gesetzt und müssen die Chance Bundesliga nutzen.“ Er persönlich stehe nicht nur mit seinem Unternehmen hinter dem Projekt. „Ich werde jetzt auch mit aller Macht versuchen, Interesse in der Wirtschaft zu wecken. Das Konzept, junge Spieler und damit auch junge Menschen nach oben zu bringen, ist ein gutes Konzept – auch für die hiesigen Unternehmen.“

Investitionen würden sich lohnen. „Die jungen Handballer werden von uns am Standort ausgebildet, vor allem auch bei der Teamfähigkeit“, erklärt Jens Hafemann. „Diese erlernten Fähigkeiten können auch der Arbeitswelt und damit der hiesigen Wirtschaft zugutekommen.“

Hafemann bezeichnet das als Brückenschlag zwischen Verein und Wirtschaft. Auch der Standort Delmenhorst werde durch weitere starke Sportmannschaften aufgewertet. „Auch unser Konzept, junge Spieler über eine starke zweite Mannschaft in den oberen Leistungsbereich zu führen, überzeugt.“ Eine erfolgreiche Oberliga-Mannschaft im Männerbereich und starke Trainer seien Garanten für den Erfolg der Projekte. Hafemann ist optimistisch, dass die hiesigen Unternehmen mitziehen – und er werde nicht nachlassen, sie davon zu überzeugen: „Ich sehe das auch als Ansporn, was damals mit Frank Mehrings bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg gelungen ist.“

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