Handball

HSG Delmenhorst: A-Junioren auf einem guten Weg

Die A-Junioren der HSG Delmenhorst haben sich in den vergangenen gut zwölf Monaten stark verbessert. Ein Grund dafür war die Trainerarbeit von Thies Kohrt, der nun an Dag Rieken übergibt.
09.07.2020, 18:03
Lesedauer: 4 Min
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Von Rolf Behrens
HSG Delmenhorst: A-Junioren auf einem guten Weg

Thies Kohrt übernahm vor einem guten Jahr das Traineramt bei den A-Junioren der HSG Delmenhorst und führte das Team bis in die Bundesligaqualifikation.

fotos: INGO MöLLERS

Die männliche Handball-A-Jugend der HSG Delmenhorst hat die Chance, die Delme-Stadt in absehbarer Zeit auf der Bundesliga-Landkarte zu setzen. Nach den starken Leistungen in den vergangenen Monaten hat sich das Nachwuchsteam einen Spitzenplatz in der Oberliga erobert, der zur Teilnahme der Bundesligaqualifikation berechtigt. Einen großen Anteil an der positiven Entwicklung hat Thies Kohrt, der die Delmenhorster in den vergangenen Monaten trainierte. Die Kaderplanung ist mit einigen Neuzugängen mittlerweile so gut wie abgeschlossen, die Finanzierung für die Qualifikation und eine mögliche Bundesligateilnahme sind gesichert.

Vor gut einem Jahr, im März 2019, übernahm Volker Gallmann zu Saisonbeginn die männliche A-Jugend und schaffte anschließend den Sprung in die Oberliga. Leider konnte er nur kurz mit seinem Betreuerteam die Früchte seiner Arbeit ernten, denn kurz nach dem Start starb das HSG-Urgestein plötzlich und unerwartet. Einen adäquaten Nachfolger für den Talentschuppen zu finden, war für HSG-Chef Jürgen Janßen keine leichte Aufgabe. Die unglückliche Verletzung, die sich Thies Kohrt beim Renovieren zugezogen hatte, brachte hier eine Chance: Der Oberligaakteur der ersten Herren musste für unbestimmte Zeit pausieren und wurde somit ein Kandidat für diesen Posten.

A-Junioren entwickeln sich gut

Kohrt begann seine ersten Handballgehversuche bei den Minis der SG Findorff in Bremen. Als in der D-Jugend dort keine Mannschaft mehr existierte, wechselte er zum TV Grambke, der heutigen SVGO Bremen. Dort spielte er und trainierte später einige Jugendteams. Als es im Herrenbereich bei den Bremern nicht mehr rund lief, suchte Kohrt eine neue Herausforderung und fand diese bei der HSG Delmenhorst. Durch den Unfall musste er seine spielerische Karriere unterbrechen und schlüpfte so wieder in den Trainerjob hinein. Mit Torwarttrainer Michael Smarzly ging er zusammen die Aufgabe an.

Der Übergang war zunächst nicht leicht, denn sowohl Trainer wie auch Mannschaft mussten sich erst einmal finden. Der spielerische Auftakt dagegen verlief gut. Am 2. November des vergangenen Jahres gewannen die Delmenhorster beim TV Cloppenburg mit 40:24. Am Ende der Vorrunde belegten die Kohrt-Schützlinge den dritten Platz und qualifizierten sich damit für die Oberliga-Endrunde.

Hierbei ging es dann ab dem 12. Januar darum, sich weiterzuentwickeln und möglichst weit vorn mit dabei zu sein. Trainer Kohrt legte dabei besonderen Wert auf die Abwehrarbeit. Elemente, die seine Jungen nicht so liebten, die eher vom Offensivgeist geprägt waren. Aber der Coach überzeugte seine Mannen in vielen Trainingseinheiten davon, wie wichtig die Abwehr und die verschiedenen Systeme für den Erfolg sind. Dieser ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Als die Delmenhorster beim OHV Aurich, der bis dato noch keinen Punkt abgegeben hatte, mit 32:28 gewannen und auch im Rückspiel mit 31:26 siegreich blieben, liebäugelten die Talente sogar mit der Bundesligaqualifikation. Bis zum Beginn der Corona Krise im März hatte sich das Team hinter dem VfL Fredenbeck und dem TV Bissendorf-Holte auf Platz drei vorgearbeitet und damit das Ziel erreicht. Kohrt war stolz auf seine Mannschaft: „Durch den Erfolg gegen Aurich hat das Team gemerkt, dass kämpfen und eine mannschaftlich geschlossene Einstellung das A und O für den Erfolg sind. Es war super grandios, was die Jungs immer wieder auf die Platte gelegt haben“. Den Erfolg konnte der Verein aufgrund der Pandemie zwar noch nicht feiern, doch dies soll laut Janßen zu gegebener Zeit nachgeholt werden.

Bereit für die Qualifikation

Darüber wann und in welcher Ausführung die Bundesligaqualifikation ausgetragen wird, gibt es seitens des Deutschen Handballbundes noch keine konkreten Aussagen. Die nächste Tagung ist für den 15. Juli angesetzt. Es steht die Frage im Raum, ob eventuell im September eine Qualifikation gespielt wird oder eine Regelung nach Punktesystem zum Tragen kommt. Die Delmenhorster Verantwortlichen haben bislang alles dafür getan, damit eine Qualifikationsteilnahme möglich ist. Als sportlicher Leiter fungiert Jens Hafemann, der zusammen mit Janßen den finanziellen Rahmen gesichert hat.

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Nanno Kohlschein gehört zum Kader der Delmenhorster, der sich nach den Sommerferien für die höchste Spielklasse qualifizieren will.

Foto: INGO MöLLERS

Als Trainer verpflichteten die Delmenhorster Dag Rieken, der langjährige Erfahrung als Oberligatrainer im Herrenbereich – unter anderem beim TV Neerstedt – mitbringt. Torwarttrainer ist Michael Ebeling und als Betreuer fungieren Michael Smarzly sowie Tim Witte. Ralf Hemken und Markus Albers stehen der Mannschaft als Physiotherapeuten zur Verfügung. Der aktuelle Kader besteht aus 17 Spielern und wird dreimal wöchentlich trainieren.

Thies Kohrt, der weiterhin interessiert das Geschehen um die HSG-A-Jugend verfolgt, traut dem Team durchaus zu, die Qualifikation erfolgreich zu gestalten. „Es ist ein guter Grundkern vorhanden. Eventuelle Verstärkungen, eine gute Tagesform und etwas Glück – dann sollte das Vorhaben klappen“, blickt der 29-Jährige voraus. Er will versuchen, einige Spiele in der Halle mitzuverfolgen „Es wäre auch für mich sehr reizvoll gewesen, doch passt es leider beruflich nicht“, erzählt Kohrt.

Weitere Informationen

Kader HSG Delmenhorst:
Tor: Janis Heise, Derk Akkermann (Neuzugang vom Tvd Haarentor) und Kai Ebeling (Nickelhütte Aue)
Feld: Sam Ramin, Lasse Fynn Hoyns, Malte Till, Niklas Schäfer, Jan Niklas Bruning, Nanno Kohlschein, Til Sonnewald, Magnus Pröhl, Janek Lehmkuhl, Max-Philipp Hülsmann sowie Noah Dreßen (HC Bremen), Joel Hafemann (Tvd Haarentor), Bjarne Niemeyer (HSG Nienburg) und Constantin Sieling (ATSV Habenhausen)

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