Handball-Landesliga

HSG-Reserve fehlen die Derbys

Die Delmenhorster spielen in der kommenden Saison nicht mit den Landkreis-Mannschaften in einer Staffel. Bei den Frauen sieht das anders aus.
29.07.2020, 15:10
Lesedauer: 4 Min
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Von Rolf Behrens

Aus fünf mach sechs beziehungsweise sieben. Das gilt in der voraussichtlich im Oktober beginnenden Handballsaison 2020/21 für die Landesligen der Frauen und Männer. Da es nach der abgebrochenen Spielzeit zwar Auf-, aber keine Absteiger gibt, erhöht sich die Anzahl der Mannschaften bei den Damen auf 64 und bei den Herren auf 77. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Saisonstart nach hinten verlegt. Um die verspätet startende Spielzeit zu bewältigen, gibt es nun mehr Staffeln mit jeweils weniger Teams. In der vergangenen Serie waren es bei den Männern 14 und bei den Frauen zwölf, ab Oktober sind es in der Regel elf Mannschaften pro Liga. Bei den Männern heißen die sieben Landesligen Nord, Nord-West, Nord-Ost, West, Mitte, Ost und Süd. Bei den Frauen wird in den Staffeln Nord, Nord-Ost, West, Mitte, Ost und Süd gespielt. Nord-Ost und Süd bestehen hier nur aus zehn Teams.

Bei den Männern fällt vor allem auf, dass die HSG Delmenhorst II nicht mehr mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in einer Liga aktiv ist. In der vergangenen Saison gab es zwei hochinteressante Begegnungen zwischen den beiden Teams. Während die Delmestädter nun der Nord-Staffel zugeteilt wurden, ist die Landkreis-HSG in der Nord-West-Liga beheimatet. Dort steht dann ein anderes, altbekanntes Derby auf dem Programm – gegen die TS Hoykenkamp, die als Tabellendritter der Landesklasse doch noch aufstieg, weil der Erste HSG Neuenburg/Bockhorn verzichtete. Für die HSG Delmenhorst II heißen die Gegner TS Woltmershausen, HSG Stuhr, HSG Verden-Aller, SG Arbergen-Mahndorf, SG Achim/Baden II, HSG Bützfleth/Drochtersen, SV Beckdorf II, SVGO Bremen, TuS Zeven und VfL Fredenbeck III. In der Nord-West-Liga tummeln sich neben Grüppenbühren/Bookholzberg und Hoykenkamp außerdem die Mannschaften HSG Schwanewede/Neuenkirchen II, VfL Rastede, TV Schiffdorf, Elsflether TB II, HG Jever/Schortens, Wilhelmshavener SSV, TSV Altenwalde, TuRa Marienhafe und TV Langen.

Grüppenbühren wieder gegen TSH

Karsten Winkelmann, ein Urgestein der HSG Delmenhorst, hat bekanntlich den Trainerjob von Adrian Hoppe bei der Oberliga-Reserve übernommen und blickt mit seinem Trainerteam, das aus Frederic Oetken, Jens Hafemann und Jens Hoppe besteht, den Aufgaben frohen Mutes entgegen. „Ob die Liga stärker oder schwächer ist, wird man erst im Laufe der Saison sehen. Man weiß nie, wer bei den Mannschaften aufläuft. Die Derbys gegen Grüppenbühren/Bookholzberg wären schon interessant gewesen“, sagt der neue Trainer. Spieler Steffen Eilers hätte – wie auch einige seiner Mannschaftskollegen – gerne gegen die benachbarten Teams gespielt. „Das wären doch wirklich interessante Begegnungen geworden“, ärgert sich Eilers ein bisschen.

Ähnlich sieht das Stefan Buß von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. „Wir wären gerne in der alten Liga vom letzten Jahr geblieben. Das Derby gegen Delmenhorst fehlt, aber nun ist Hoykenkamp dabei. Wir haben zwar einige weitere Fahrten mehr, aber es gibt auch neue Mannschaften, und im Großen und Ganzen ist es in Ordnung“, meint der Trainer der Bookholzberger.

Die TS Hoykenkamp durfte im Mai jubeln, als bekannt wurde, dass die HSG Neuenburg/Bockhorn auf den Aufstieg verzichtet und man doch noch in die Landesliga aufrückt. Auch zur Freude von Neu-Trainer Andre Haake, der bei den Hoykenkampern ein spielstarkes Team auf die Beine stellen will. „Wir nehmen es so, wie es ist“, lautet seine Antwort auf die Frage nach der Ligaeinteilung. „Schade ist allerdings, dass die HSG Delmenhorst II nicht dabei ist. Wir sind auf den ersten Blick wohl in der stärkeren Liga“, vermutet Haake. Sein Ziel ist es, in der kommenden Saison oben mitzuspielen. „Aus dem derzeit 22 Mann starken Kader wird sich zeigen, wer sich am Ende für die erste Mannschaft bewährt“, kündigt der Coach an.

Bei den Frauen sieht die Einteilung der Staffeln dagegen etwas anders aus. Die beiden hiesigen Teams, die HSG Delmenhorst und Aufsteiger HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, spielen gemeinsam in der Nord-Liga. Ihre Kontrahenten sind der HC Bremen, TuS Komet Arsten, SV Werder Bremen III, Elsflether TB, ATSV Habenhausen, TSV Altenwalde, LTS Bremerhaven, TSV Bremervörde und VfL Oldenburg III.

Trainer der Frauenteams sind zufrieden

Ingo Renken, Trainer der Delmenhorsterinnen, hat sich die Einteilung so erhofft und sie auch so erwartet. „Die Liga ist gut und interessant. Leistungsmäßig wird hier oft die Tagesform über den Ausgang der Spiele entscheiden“, schätzt Renken. Rolf Tants, der bei den Frauen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg an der Seitenlinie steht, ist ebenfalls zufrieden mit der Einteilung. „Wir haben nicht so weite Fahrten und man sieht auch einmal andere Gesichter. Die Liga scheint mir recht ausgeglichen zu sein. Wir streben auf alle Fälle den Klassenerhalt an“, sagt Tants.

Nach dem Ende der Saison wird es erneut Änderungen geben. Die Verbände haben beschlossen, die Zahl der Teams für die Landesligen bei den Männern auf 70 und bei den Frauen auf 60 zu begrenzen. Das bedeutet: Die Erstplatzierten aus den Landesligen steigen in die Verbandsligen auf. Grundsätzlich steigen die beiden Letztplatzierten ab. In der neuen Saison kommen dann die Regelaufsteiger plus die Absteiger aus den oberen Ligen dazu. Das bedeutet wiederum, dass auch die Neuntplatzierten der Landesligen in die Relegation müssen. Des Weiteren kommt die gleitende Skala hinzu.

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