Handball

HSG sieht sich nicht als Favorit

Jörg Rademacher, Coach der Delmenhorster, verweist auf viel Konkurrenz in der Oberliga – auch ohne Habenhausen und Cloppenburg. Das Training unter freiem Himmel hat die HSG derweil wieder aufgenommen.
02.06.2020, 13:53
Lesedauer: 3 Min
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HSG sieht sich nicht als Favorit
Von Justus Seebade
HSG sieht sich nicht als Favorit

Jörg Rademacher, Trainer der HSG Delmenhorst, erwartet eine spannende nächste Saison in der Oberliga.

INGO MÖLLERS

Delmenhorst. Wann genau die Handball-Saison 2020/21 beginnen wird, ist noch völlig unklar. Fest steht aber bereits jetzt, dass die Männer der HSG Delmenhorst in der Oberliga Nordsee auf zwei Spitzenmannschaften weniger treffen. Schließlich steigt neben dem ATSV Habenhausen auch der TV Cloppenburg in die 3. Liga auf. Absteiger aus der höheren Spielklasse gibt es nicht. Für die Delmenhorster sind die Chancen, in der nächsten Spielzeit erneut oben mitzumischen, dadurch mit Sicherheit nicht gesunken.

In der Abschlusstabelle der abgebrochenen Saison belegt das Team von Trainer Jörg Rademacher einen starken dritten Platz. Allerdings geht es hinter den beiden Aufsteigern Habenhausen und Cloppenburg ziemlich eng zu, der Rückstand des Siebten HC Bremen auf die HSG ist nicht allzu groß. Davon, dass seine Mannschaft als Favorit in die kommende Saison gehen könnte, will Jörg Rademacher daher auch nichts wissen. Das stellt er unmissverständlich klar. Erstens müsse man seine Leistung immer erst mal bestätigen und zweitens hätten sich die anderen Teams „nicht gerade verschlechtert“, mahnt der Coach der Delmestädter und verweist etwa auf den HC Bremen oder den VfL Fredenbeck. Es gebe viel Konkurrenz. „Es wird sicher eine richtig spannende Saison, aber auch sehr schwierig. In meinen Augen gibt es locker vier, fünf, sechs Mannschaften, die aufsteigen können“, sagt Rademacher.

Hinzu kämen immer mal „unvorhergesehene Geschichten“ wie Verletzungsmiseren und Überraschungsteams. Auch müsse man sehen, wie die Mannschaften nach der Corona-Krise wieder in Schwung kommen. „Wir sind gut beraten, dass wir uns erst mal auf uns selber konzentrieren, gut starten und selber Fuß fassen“, betont Rademacher. Gleichwohl ist ihm bewusst, dass die positive Entwicklung die Fans auf eine weitere starke Spielzeit hoffen lässt. „Klar ist die Erwartungshaltung riesig“, weiß der HSG-Trainer. „Aber wir lassen die Kirche im Dorf. Favorit sind wir auf gar keinen Fall.“

In den kommenden Wochen steht für die Delmenhorster ohnehin erst mal das Training im Fokus. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Aber wir haben Zeit. Das ist das Beruhigende. Wir können uns in Ruhe aufbauen, was verloren gegangen ist“, blickt der Coach voraus. Die ersten Einheiten an der frischen Luft haben die Rademacher-Mannen absolviert. Derzeit geht es vor allem um die Bereiche Kraft und Stabilisation. „Alles, was mit Athletik zusammenhängt, ist jetzt der Schwerpunkt“, erklärt Rademacher. Das wäre jedoch genauso gewesen, wenn man die Saison regulär zu Ende gespielt hätte. Diese Dinge könne man auch gut draußen trainieren. Und das ist für die HSG-Handballer wichtig, schließlich steht ihnen die Stadionhalle für längere Zeit nicht zur Verfügung. In den kommenden Wochen wird sie von der Politik für Sitzungen genutzt, danach stehen Sanierungsarbeiten an. Voraussichtlich können die Sportler deshalb erst nach den Herbstferien wieder in die Halle (wir berichteten). Das durchkreuzt die Pläne der Delmenhorster selbstredend. Eigentlich wollten sie ab dieser Woche wieder drinnen trainieren.

Doch auch wenn die ersten Einheiten unter freiem Himmel stattfanden und -finden: Sowohl der Coach als auch die Spieler haben ihnen nach der coronabedingten Pause entgegengefiebert. „Das war für mich als Trainer ein tolles Gefühl, die Jungs wiederzusehen. Man hat sich darauf gefreut, dass es so langsam wieder losgeht“, sagt Rademacher. Auch Frederic Oetken ist froh darüber, sich wieder zusammen mit seinen Teamkollegen sportlich zu betätigen. „Es war schon klasse, dass man jeden wiedergesehen hat. Für das mannschaftliche Gefüge sind solche Einheiten wichtig und gut“, meint der HSG-Spielmacher.

Momentan gilt es aber, nichts zu überstürzen und die Belastung zu steuern. „Wenn man von null auf 100 anfängt, ist das nicht förderlich“, sagt Oetken. Der Ball wird daher in den nächsten Wochen vorerst nicht die Hauptrolle spielen. „Wir haben jetzt sehr lange nichts mit dem Ball gemacht. Da muss man vorsichtig sein“, erklärt Rademacher und verweist auf die Verletzungsgefahr. Die Prioritäten liegen für die HSG-Handballer jetzt eben erst mal woanders.

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