Fußball Hallenkreismeisterschaft Ü40

Harpstedter TB ist der logische Sieger

In einem fairen Turnier setzte sich der HTB im Finale gegen den SV Baris Delmenhorst durch. Im Halbfinale hatten die Harpstedter Tur Abdin im Neunmeterschießen ausgeschaltet.
19.01.2020, 12:26
Lesedauer: 4 Min
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Von Ralf Kilian
Harpstedter TB ist der logische Sieger

Da ist das Ding: Im dritten Anlauf hat es der Harpstedter TB in diesem Jahr geschafft, die Ü40-Kreismeisterschaft zu gewinnen.

INGO MOELLERS

Delmenhorst. Die Hallenkreismeisterschaft der Ü40-Fußballer haben einen verdienten Sieger gefunden, der sich in den vergangenen Jahren schon abgezeichnet hatte. Der Harpstedter TB sicherte sich nach Platz drei 2018 und dem Vizetitel im Vorjahr bei dieser Ausgabe folgerichtig die Meisterschaft bei den Oldies. „Harpstedt hat es von Anfang bis Ende in allen Partien durchgespielt und hat hochverdient gewonnen“, sprach Organisationschef Edib Özcan vom SV Tur Abdin Delmenhorst stellvertretend für alle Akteure das passende Fazit aus.

Durch die Gruppe war der HTB mit vier Siegen marschiert, musste dann im Halbfinale gegen Tur Abdin ins Neunmeterschießen, um schließlich das Endspiel gegen den SV Baris Delmenhorst mit 2:0 für sich entscheiden zu können. „Es war der dritte Anlauf, und am Ende war es verdient“, beurteilte Harpstedts Torjäger Christian Goritz das Abschneiden. „Wir haben den konstantesten und wohl auch besten Fußball gespielt. Vor allem haben wir in sechs Spielen nur drei Gegentore kassiert. Das liegt auch daran, dass wir mit Christian Pahlke eine Bombe im Tor haben.“ Finalgegner Baris bestach ebenfalls mit kompakter Defensive, erkannte aber durch Ceylan Balikci den Verdienst des Harpstedter Sieges neidlos an: „Wir haben uns ja ein bisschen ins Finale durchgemogelt. Am Ende war Harpstedt fitter als wir und hat verdient gewonnen.“

Gutes Niveau, reibungsloser Ablauf

Der zweite Tag der Oldie-HKM (Ü50-Bericht siehe unten auf der Seite) zog besonders zu Beginn deutlich mehr Zuschauer an als der Freitag – allerdings nur so lange, bis Anstoß in der Bundesliga war. Ab 15.30 Uhr leerte sich die Stadionhalle zusehends. Schade eigentlich, denn die Teilnehmer boten Hallenfußball auf gutem Niveau bei einem reibungslosen Ablauf. „Es ist alles großartig gelaufen“, schwärmte Edib Özcan, „Ich fühlte mich ein bisschen an frühere Hallenmeisterschaften erinnert. Ich hoffe, dass nächstes Jahr der Termin für die HKM früher festgelegt werden kann und wir dann mehr Teilnehmer haben. In diesem Jahr war das leider etwas kurzfristig. Da hatten einige Vereine den Termin schon für ihre Kohlfahrt geblockt.“ So fehlte beispielsweise der TuS Heidkrug, der gerne teilgenommen hätte.

Harpstedt profitierte am Ende auch davon, dass man die Gruppenphase einigermaßen locker durchlaufen konnte. Der Auftakt gegen den etwas überforderten TSV Ippener war mit 5:0 ein Kinderspiel, auch die Verfolger TV Jahn Delmenhorst (3:1) und TSV Ganderkesee (2:0) bezwang der HTB sicher und gegen den Bookholzberger TB (2:0) hätte schon ein Punkt gereicht. Spannend wurde es um den zweiten Halbfinalplatz. Jahn hatte sich mit einem 5:2 (nach 0:2) gegen Bookholzberg nebst Hattrick von Fußballchef Marco Castiglione sowie einem 3:0 gegen Ippener auf Rang zwei geschossen. Ganderkesee brauchte im direkten Duell gegen die Violetten unbedingt einen Dreier, ging zunächst auch durch Mustafa Sakin und Markus Bittner zweimal in Führung. Jahn konterte jeweils durch Frank Palubitzki und Marcel Gäbe, hatte aber gegen das 4:2 durch Jens Findeisen und Nils Mertens nur noch Castigliones 3:4 als Antwort.

In Gruppe B geht es eng zu

Die Gruppe B wurde allgemein zur „Todesgruppe“ erklärt und verlief deutlich ausgeglichener. Dabei war für Titelverteidiger Jahn II schon nach den beiden Auftaktniederlagen gegen die SG Döhlen/Großenkneten (1:3) und Baris (2:3) Feierabend. Am Ende stand Trainer Mehmet Igde nach vier Pleiten mit null Punkten da: „Unsere Mannschaft befindet sich im Umbruch, zudem hatte ich insgesamt zwölf Absagen. Aber wir hatten einfach zu viele Häuptlinge auf dem Platz, das Zusammenspiel passte nicht.“ Am besten – sprich: ohne Niederlage – machte es Baris. „Eigentlich ist es ja keine Baris-Qualität, zu Null zu spielen. Aber wir haben sehr kompakt gestanden und gute Nadelstiche gesetzt“, lobte Ceylan Balikci das disziplinierte Auftreten gegen Falkenburg (1:1), Döhlen (0:0) und Abdin (1:0). Tur Abdins Türöffner zum Halbfinale war das 4:0 gegen Jahn II, wobei Daniel Yousef ein Zauber-Lupfertor gelang. Über das bessere Torverhältnis (6:2 gegenüber 5:3) rutschte der Veranstalter vor der punktgleichen SG Döhlen ins Halbfinale. Falkenburg knöpfte immerhin den beiden Halbfinalisten einen Punkt ab und stellte mit Heiko Vogel wieder einmal den besten Torwart des Turniers.

Das beste Turnierspiel war das erste Halbfinale zwischen Harpstedt und Abdin. Florian Schmaus erzielte das frühe 1:0, doch Orhan Uyar und Maher Malki drehten die Partie. Goritz rettete den HTB mit dem 2:2 ins Neunmeterschießen, wo Keeper Pahlke zum Matchwinner wurde. Kai Künzel hatte Harpstedt in Führung gebracht als Edib Özcan anlief. „Die gleiche Situation hatten wir schon draußen im Punktspiel. Ich lief zum Elfmeter an und jemand ruft `rechts unten`. Davon war ich irritiert und habe verschossen.“ Am Sonnabend kam wieder dieser ominöse Zwischenruf, Özcan versuchte deshalb einen Panenka-Lupfer und scheiterte an Pahlke. Nach dem 2:0 durch Carsten Thielsch kam auch Orhan Uyar nicht an Pahlke vorbei. Damit hatte der Schlussmann noch nicht genug und besorgte höchstpersönlich das 3:0. Gabriel Josef verkürzte noch einmal, doch Goritz machte mit dem 4:1 das Finale klar.

Baris zog mit einem 2:0 gegen Ganderkesee nach. Ceylan Balikci spielte auf dem Bierdeckel zwei Verteidiger aus und traf via Lattenunterkante zum 1:0, Blerim Mujaj markierte den Endstand. Ganderkesee hielt sich in der Partie um Platz drei mit einem 6:1 über ein entkräftetes Abdin schadlos. Oder, wie es Özcan ausdrückte: „Als Gastgeber gehört es sich nicht, einen Pokal mitzunehmen.“ Zum Ganderkeseer Sechserpack trug Markus Bittner seine Turniertore Nummer vier bis sechs bei und holte sich die Torjägerkanone vor den fünfmal erfolgreichen Daniel Yousef und Goritz.

Harpstedts Knipser war es spätestens dann egal, als er im Finale gegen Baris das 1:0 erzielt hatte. Künzel erhöhte in der Schlussminute sogar noch auf 2:0, damit war der „Titel im dritten Anlauf“ (Goritz) perfekt. Zum guten Verlauf trugen allerdings alle zehn Mannschaften bei, weil sie sich in sehr freundschaftlicher Atmosphäre faire Spiele ohne nennenswerte Strafmaßnahmen lieferten. „Oldie-Fußball ist einfach eine geile Sache. Wir kennen uns alle schon so lange und freuen uns immer wieder, wenn wir gegeneinander spielen“, schloss Edib Özcan eine gelungene Veranstaltung ab.

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