Handball-Oberliga

HSG Delmenhorst mit Topteam auf Augenhöhe

Die HSG Delmenhorst hat knapp und unnötig beim Aufstiegskandidaten TV Cloppenburg verloren. Die Mannen von Coach Jörg Rademacher fabrizierten schlicht zu viele Fehler.
08.03.2020, 16:01
Lesedauer: 2 Min
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HSG Delmenhorst mit Topteam auf Augenhöhe
Von Michael Kerzel
HSG Delmenhorst mit Topteam auf Augenhöhe

Mario Reiser, hier im Hinspiel gegen den TV Cloppenburg, erzielte in der Auswärtspartie sechs Treffer. Unter anderem verwandelte er alle drei Siebenmeter.

INGO MÖLLERS

Cloppenburg. Die HSG Delmenhorst stand kurz vor einem echten Coup: Acht Minuten vor Schluss stand es in der Partie beim Aufstiegskandidaten TV Cloppenburg 21:21. Zur Pause hatten die Delmestädter sogar geführt. Doch am Ende reichte es nicht für einen oder gar für zwei Zähler. Die Mannen von Trainer Jörg Rademacher unterlagen beim Tabellenzweiten mit 24:27 (12:11). „Wir haben uns leider selber geschlagen. Das ist eine völlig unnötige Niederlage gewesen“, resümierte Rademacher.

Und er berichtete auch, woran es haperte: „In den vergangenen Wochen war der Angriff unser Paradestück. Doch da hat es dieses Mal gehakt. Die Offensive hat versagt. Bei 24 Toren haben wir 28 oder 29 Fehlwürfe gehabt und mehr als 15 technische Fehler. So kann man gegen ein Spitzenteam nicht gewinnen“, kritisierte der HSG-Coach. Sehr zufrieden war er dieses Mal mit der Defensive. „Das hat richtig gut geklappt. Von den 27 Gegentoren kamen zehn oder elf durch Gegenstöße zustande, weil wir vorne den Ball weggeworfen hatten“, sagte er. Das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr habe über weite Strecken sehr gut funktioniert. Dass es dennoch nicht zu einem Erfolg reichte, lag laut Rademacher einerseits am eigenen Unvermögen, andererseits aber auch am starken Nils Buschmann im TVC-Kasten. „Wir sind immer wieder an Buschmann gescheitert, er hat uns den Nerv gezogen“, berichtete Rademacher.

Der erste Durchgang verlief sehr ausgeglichen. Die Führung wechselte mehrfach hin und her, die Heim-Sieben führte nie mit mehr als einem, die Gäste nie mit mehr als zwei Treffern. Nach 30 Minuten stand es folgerichtig 12:11 für Delmenhorst. „Die erste Halbzeit war sehr gut. Wir standen defensiv stabil, und der Plan ging auf, Sönke Schröder im Tor war sofort da. Wir hätten durchaus höher führen können“, sagte Rademacher.

Nach dem Seitenwechsel wurde aus einer 13:11-Führung jedoch binnen kurzer Zeit ein 13:15-Rückstand. „Wir haben da mehrere Hundertprozentige ausgelassen, sind so ins Hintertreffen geraten und dann hinterhergelaufen“, berichtete der HSG-Coach. Die Gäste glichen jedoch noch zweimal aus. Nach 41 Minuten stand es 17:17, nach 52 Minuten 21:21. „Es war ein tolles Oberligaspiel auf Augenhöhe“, meinte Rademacher. Den längeren Atem hatte jedoch der Tabellenzweite, der durch einen 5:0-Lauf auf 26:21 davonzog und so die Partie entschied. „Über weite Strecken waren wir von der Spielanlage her sogar das bessere Team. Aber wir haben so viele Fehler gemacht wie sonst in zwei oder drei Spielen zusammen. Das ist dann halt noch der Unterschied zu den Teams ganz oben“, meinte der HSG-Coach. Wichtig sei für ihn jedoch, dass er gesehen habe, dass sein Team mit den besten der Liga mithalten könne. „Im gebundenen Spiel haben wir sie unter Kontrolle gehabt, aber wir haben zu viele Fahrkarten gezogen, und dann verliert man so ein Spiel halt“, bilanzierte Rademacher.

Die HSG steht nach der Niederlage nun bei 26:14 Punkten und rangiert weiterhin auf Tabellenplatz drei. Vorneweg marschieren punktgleich der ATSV Habenhausen und der TV Cloppenburg (33:7 Punkte). Kommende Woche trifft die Rademacher-Sieben daheim auf den TV Bissendorf-Holte, der mit 16 Minuspunkten knapp hinter der HSG steht.

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