Jugendfußball

SV Atlas, TuS Heidkrug und Delmenhorster TB gründen Jugendförderverein

Der SV Atlas Delmenhorst, TuS Heidkrug und Delmenhorster TB bündeln ihre Kräfte. Die drei Klubs haben einen Jugendförderverein gegründet, der in der Saison 2020/21 an den Start gehen soll.
01.04.2020, 17:43
Lesedauer: 4 Min
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SV Atlas, TuS Heidkrug und Delmenhorster TB gründen Jugendförderverein
Von Justus Seebade
SV Atlas, TuS Heidkrug und Delmenhorster TB gründen Jugendförderverein

Die Jugendfußballer aus Delmenhorst – hier einige A-Junioren des TuS Heidkrug – haben bald die Möglichkeit, leistungsorientierter zu spielen.

INGO MÖLLERS

Die Nachricht ist ein Paukenschlag, und zwar einer der positiven Art. Die Klubs SV Atlas Delmenhorst, TuS Heidkrug und Delmenhorster TB bündeln im Nachwuchsbereich ihre Kräfte und haben den Jugendförderverein (JFV) Delmenhorst gegründet. Dieser soll ein „neues und attraktives“ Angebot für leistungsorientierte Jugendfußballer aus der Stadt darstellen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. In den vergangenen Monaten führten die Spartenleiter der drei Vereine hierfür „intensive, konstruktive und vor allem partnerschaftliche Gespräche“. An diesen nahmen auch die Verantwortlichen des TV Jahn Delmenhorst und des TuS Hasbergen teil. Beide Vereine entschieden sich am Ende jedoch für eine eventuelle Zusammenarbeit zu einem späteren Zeitpunkt. Der JFV Delmenhorst wird laut der Mitteilung allen Vereinen auch weiterhin die Tür offen halten.

Für die Gründung des JFV gab es mehrere ausschlaggebende Argumente. Eines davon ist, dass auf diese Weise dem demografischen Wandel entgegengewirkt werden soll. Atlas, Heidkrug und der DTB hätten festgestellt, „dass eine sinnvolle und vor allem leistungsorientierte Jugendarbeit in den einzelnen Vereinen auf Dauer nicht mehr alleine gewährleistet werden kann“. Darüber hinaus hätten in der Vergangenheit viele Nachwuchstalente aus Delmenhorst ihrer Heimat sportlich den Rücken gekehrt. „Weite Fahrten zum mehrmalig in der Woche stattfindenden Training werden dabei trotz Schulstresses in Kauf genommen“, heißt es in der Mitteilung.

Dadurch, dass die drei Vereine in der Nachwuchsarbeit nun einen gemeinsamen Weg einschlagen, soll der Leistungsfußball von den A- bis zu den D-Junioren nun auch in der eigenen Stadt angeboten und gefördert werden. Die Jugendlichen sollen sich „in Wohnortnähe sportlich und sozial maximal“ entwickeln können. Qualifizierte und erfahrene Trainer sollen eine „sportlich fundierte Ausbildung auf hohem Niveau“ gewährleisten und die Nachwuchsspieler entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten ausbilden. Der Beitrag zur Persönlichkeitsbildung der Kinder und Jugendlichen stehe dabei ebenfalls im Fokus. Das Angebot richtet sich allerdings nicht ausschließlich an Jugendfußballer aus Delmenhorst. Auch Spieler aus der näheren Umgebung erhalten die Gelegenheit, sich Mannschaften des JFV anzuschließen. Schwerpunktmäßig sollen die Kader jedoch aus Akteuren bestehen, die ihre Wurzeln in Delmenhorst haben und in der Stadt wohnen.

Langfristig gesehen zielt das Angebot des JFV darauf ab, die Talente bis zum Übergang in den Herrenbereich in den Stammvereinen zu halten. In den Herrenteams sollen sie sich dann etablieren können. Gleichzeitig sollen die Leistungsmannschaften „Vorbild für alle jugendlichen Fußballspieler sein und so für den Vereinsfußball weitere aktive Mitglieder auf allen Ebenen anziehen“, heißt es weiter.

Im Zuge der Neugründung wurden auch die Amtsträger des JFV gewählt. Der Gesamtvorstand besteht aus Jens Witte (Vorsitzender), Bartosch Kobiella (stellvertretender Vorsitzender) und Lars Frerichs (Schatzmeister). Dem erweiterten Vorstand gehören Jürgen Schulenberg (Schriftführer), Matthias Kaiser (Sportlicher Leiter), Peer Schmolke (Sportlicher Leiter), Jens Düßmann (Vertreter des Delmenhorster TB), Tammo Renken (Vertreter des SV Atlas Delmenhorst) und Lars Rolwes (Vertreter des TuS Heidkrug) an. Atlas-Vorsitzender Manfred Engelbart, der die Gründungsversammlung leitete, freut sich darüber, dass die beteiligten Klubs an einem Strang ziehen. „In Delmenhorst geht was“, ist er überzeugt. „Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“

Das Engagement des SVA erklärt er wie folgt: „Unsere Philosophie ist es, im Herrenbereich den besten Delmenhorster Fußballern die Chance zu geben, so hochklassig wie möglich zu spielen. Da versteht es sich von selbst, dass wir auch ein großes Interesse haben, schon in der Jugendarbeit die bestmögliche Förderung hier in unserer Stadt zu gewährleisten. Und da man große Ziele am besten gemeinsam erreicht, sind wir sehr glücklich, dass diese Allianz zustande gekommen ist.“ Für die Blau-Gelben birgt der Zusammenschluss einen weiteren Vorteil: Auf diese Weise ist der nötige Unterbau sichergestellt, um bei einem möglichen Aufstieg in die Regionalliga die Anforderungen des Verbandes zu erfüllen.

Geplant ist, dass der JFV bereits in der kommenden Saison 2020/21 an den Start geht. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht, weil noch nicht klar ist, ob alle Formalitäten fristgerecht erledigt sind. Da bei einem Jugendförderverein nämlich tatsächlich ein neuer Verein ins Leben gerufen wird – anders als bei einer Jugendspielgemeinschaft –, ist das Prozedere entsprechend aufwendig. Um etwa die beim Niedersächsischen Fußballverband bestehenden Jugendspielklassen der Stammvereine an den JFV wirksam zu übertragen, bedarf es eines sogenannten Spaltungs- und Übernahmevertrages. Und für dessen Abschluss müssen die einzelnen Vereine bei einer Mitgliederversammlung ihr Okay geben. Wenn es trotz der Corona-Krise keine Fristverlängerung geben sollte, läuft diese am 15. Mai ab. „Das könnte eine formelle Hürde sein“, meint der JFV-Vorsitzende Jens Witte. Nichtsdestotrotz zeigt er sich positiv gestimmt.

In welchen Spielklassen der JFV starten würde, hängt ebenfalls von den weiteren Entwicklungen in der Corona-Krise ab. Der Abspaltungsvertrag hätte zur Folge, dass in den verschiedenen Altersklassen der Platz des jeweils ranghöchsten Vereins an den JFV geht. Nach derzeitigem Stand – und wenn die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann – wäre das bei den A-Junioren die Bezirksliga, bei den B-Junioren die Landesliga und bei den C- sowie D-Junioren die Kreisliga. Wenn die Saison doch noch durchgezogen wird, kann sich daran aber noch etwas ändern. Die Heidkruger A-Junioren sind momentan Tabellenletzter, ebenso die B-Junioren. Beide Teams könnten also noch absteigen.

Während der Vorstand in den nächsten Tagen die erforderlichen bürokratischen Wege beschreitet, beginnt für die Sportlichen Leiter Matthias Kaiser und Peer Schmolke ab sofort die intensive Suche nach geeigneten Coaches. Interessierte – vorrangig lizenzierte – Trainer können sich an Kaiser (01 70 / 5 75 46 28, m.kaiser@jfv-delmenhorst.de) oder Schmolke (01 51 / 20 71 11 74, p.schmolke@jfv-delmenhorst.de) wenden.

Außerdem werden leistungsorientierte und talentierte Nachwuchsspieler aus Delmenhorst und näherer Umgebung in den entsprechenden Altersklassen gesucht. Wer bereits in einem der drei Gründervereine aktiv ist, kann sich direkt an den jeweiligen Jugendleiter wenden. Wer nicht in einem der drei Klubs spielt, hat die Möglichkeit, die Sportlichen Leiter des JFV zu kontaktieren. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.jfv-delmenhorst.de und auf den in Kürze startenden Social-Media-Kanälen.

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