Fußball-Oberliga

Kleiner Dämpfer vor dem Spitzenspiel

Der SV Atlas Delmenhorst kommt beim TuS Bersenbrück nicht über ein 0:0 hinaus. Die Blau-Gelben haben damit sechs Punkte Rückstand - bei einem Spiel weniger - auf den Spitzenreiter Borussia Hildesheim.
31.10.2019, 19:18
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Johannson
Kleiner Dämpfer vor dem Spitzenspiel

TuS Bersenbrücks David Leinweber kann einen Ball gerade noch auf der Linie klären und so das 0:0 retten.

Andre Klattenhoff

Der SV Atlas Delmenhorst ist in der Oberliga Niedersachsen auch im 13. Spiel ungeschlagen geblieben. Beim TuS Bersenbrück reichte es jedoch trotz zahlreicher Großchancen nur zu einem torlosen Unentschieden. Die größte Möglichkeit der Partie vergab Stürmer Robert Plichta, der im ersten Durchgang das leere Tor verfehlte. „Das war eine 1000-prozentige, da müssen wir in Führung gehen. Dann läuft das hier anders und wir können ruhiger spielen“, haderte Trainer Key Riebau, der seine Startelf im Vergleich zum knappen Sieg in Tündern auf vier Positionen veränderte. Für Malte Seemann, Florian Stütz, Marlo Siech und Emiljano Mjeshtri liefen Florian Urbainski, Keisuke Morikami, Oliver Rauh sowie Marek Janssen auf.

Während der dominanten Anfangsphase der Gäste hatte Plichta die erste Möglichkeit, als sein abgefälschter Schuss aus spitzem Winkel knapp am rechten Pfosten vorbeiging (13.). Rund eine Viertelstunde später war es erneut Plichta, der nach einem blitzsauberen Konter – eingeleitet von Marco Prießner – mustergültig von Tom Schmidt in Szene gesetzt wurde. Doch vor dem leeren Tor versagtem dem Atlas-Stürmer die Nerven und so sorgte er für komplettes Entsetzen bei den rund 200 mitgereisten Delmenhorster Anhängern (27.).

Kein Tor trotz bester Chancen

Nach einer halben Stunde kamen auch die sehr tief stehenden Gastgeber zu ihrer ersten Torchance: Ein eigentlich harmloser Eckball rutschte an Freund und Feind vorbei und landete vor den Füßen des überrascht wirkenden Max Tolischuss, der das Leder über den Kasten schoss (35.). „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viel Respekt vor dem Gegner gezeigt. Dennoch war es eine riesige Steigerung zur Vorwoche. Vor allem defensiv standen wir sehr stabil“, lobte TuS-Trainer Farhat Dahech.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der Tabellenzweite dann zunehmend den Druck und erspielte sich mehrere Möglichkeiten – die klarste hatte Janssen in der 57. Minute, doch seinen Abschluss kratzte David Leinweber in allerhöchster Not durch eine starke Rettungsaktion noch von der Linie. Nach rund einer Stunde konnte sich Urbainski zum ersten Mal auszeichnen: Nachdem Rechtsverteidiger Rauh seinen Gegenspieler Niklas Oswald nicht am Flanken gehindert hatte, scheiterte der anrauschende Dennis Neitzel aus kurzer Distanz an einem starken Reflex Urbainskis. Glück für Atlas. Weil die Partie jetzt Spitz auf Knopf stand, beorderte Riebau seinen leicht angeschlagenen Mittelfeldstrategen Stütz zu sich und brachte den 29-Jährigen für den ordentlich agierenden Morikami, auch um mehr Gefahr bei Standardsituationen zu generieren, denn diese waren bis dato allesamt verpufft.

In der Schlussphase spielte Atlas voll auf Sieg und schnürte die Hausherren in der eigenen Hälfte ein. Fünf Minuten vor dem Ende setzte Musa Karli mit einem starken Pass Prießner in Szene. Dessen Flanke landete am langen Pfosten bei Stütz, der das Leder jedoch nicht richtig traf (85.). In der Nachspielzeit legte sich Stütz den Ball das letzte Mal für einen Freistoß aus halbrechter Position zurecht. Der gute Freistoß landete auf dem Schädel von Karlis Plendiskis, doch der Abwehrspieler köpfte hauchdünn am Tor vorbei. Der Ball wollte aus Atlas-Sicht an diesem Feiertag einfach nicht rein. „Den habe ich schon drin gesehen. Am Ende geht der Punkt in Ordnung“, betonte ein nicht unzufriedener Atlas-Präsident Manfred Engelbart. Auch Teammanager Bastian Fuhrken zeigte sich nach Spielschluss einverstanden mit dem Ergebnis: „Wir sind seit 13 Spielen ungeschlagen. Das hätte vor der Saison jeder unterschrieben“. Weniger erfreut über die Leistung seines Teams war Riebau, der seine Mannen direkt nach Abpfiff zusammentrommelte und fast ausnahmslos kritische Worte fand. „Ein bisschen Frust ist heute schon dabei. Wir haben die Freistöße nicht gut ausgespielt, da erwarte ich mehr. In der ersten Halbzeit fehlte zudem der Zug im letzten Drittel. Aber: Wir haben wieder nicht verloren und die Null steht. Es gibt also auch positive Dinge, die sich die Jungs hart erarbeitet haben“, fasste er zusammen.

Rückstand auf Hildesheim wächst

Atlas bleibt durch diesen Punkt weiterhin auf Rang zwei, hat aber auf Spitzenreiter VfV Borussia 06 Hildesheim zwei Punkte verloren und nun sechs Zähler Rückstand bei einem ausgetragenen Spiel weniger. Der Tabellenführer siegte souverän mit 4:1 beim FC Hagen/Uthlede und ist an diesem Sonntag der nächste Gegner im Stadion an der Düsternortstraße. „Wir werden uns nun regenerieren und gegen Hildesheim Vollgas geben“, versprach Riebau.

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