Wehrhahnhalle

Jürgen Janßen sieht Handballer der HSG Delmenhorst benachteiligt

Jürgen Janßen, Vorsitzender der HSG Delmenhorst, sieht die Handballer benachteiligt und fordert die Stadt auf, einen neuen Standort für das Corona-Impfzentrum zu finden.
26.11.2020, 17:17
Lesedauer: 3 Min
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Jürgen Janßen sieht Handballer der HSG Delmenhorst benachteiligt
Von Michael Kerzel

Jürgen Janßen und die Delmenhorster Stadtverwaltung haben regelmäßig verschiedene Ansichten. Der Vorsitzende der HSG Delmenhorst sieht seinen Handballverein immer wieder als Leidtragenden von Entscheidungen seitens der Stadt. Neuestes Kapitel ist die Wahl der Wehrhahnhalle als Corona-Impfzentrum. „Wie aus den hiesigen Zeitungen zu erfahren ist, soll das Delmenhorster Corona-Impfzentrum in die Wehrhahnhalle errichtet werden. Die HSG Delmenhorst ist einerseits über die Art und Weise des Informationsflusses entsetzt und anderseits darüber, dass man wieder uns durch diese Maßnahme benachteiligt“, teilt Janßen mit.

Die Halle ist Haupttrainingsort vieler Mannschaften der HSG. Laut deren Vorsitzenden gibt es deutlich bessere Alternativen in der Stadt. Einen Mitstreiter hat Janßen nun gefunden: Ratsherr Murat Kalmis (FDP). „Wir bitten um eine entsprechende Auskunft, warum gerade eine Sporthalle hierfür genutzt werden soll. Der Sport hat schon in den letzten Jahren stark darunter gelitten, dass man Hallen für andere Zwecke oder Renovierungen gesperrt hatte“, fordert er die Verwaltung in einem Antrag auf.

Immer wieder gesperrte Hallen

Die HSG, führt Janßen in seinem Schreiben weiter aus, sei durch die Corona-Pandemie ohnehin schwer gebeutelt. „Mit dem einhergehenden Verbot von Trainings- und Spielbetrieb sind die Vereine schon sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, und es besteht die starke Gefahr der Insolvenzen der Sportvereine. Es besteht auch die starke Gefahr, dass bei einer weiteren Einschränkung durch die Verwaltung unser Sport ganz zum Erliegen kommt. Aber auch der Schulsport wird mit der Unterbringung unterbunden. Ein Ausweichen auf andere Hallen ist nur bedingt möglich und würde bedeuten, dass Outdoor-Sportarten in den Wintermonaten aus den anderen Hallen genommen werden müssten. Nur dann könnte man ja gleich diese Hallen nutzen“, erklärt er.

Und wiedermal treffe es die HSG in erster Linie. „Nach dem durch besondere Ereignisse begründeten Entzug von Sportstätten in den vergangenen Jahren ist nun durch die Entscheidung der Verwaltung wiederum die HSG Hauptbetroffene. Bei uns und unseren Mitgliedern wirft das die Frage auf, ob der Handballsport mit seiner großen Tradition in Delmenhorst nichts mehr wert ist bei den Verantwortlichen, insbesondere offensichtlich bei der Sportverwaltung“, teilt Janßen mit.

Janßen nennt Alternativen

Der HSG-Vorsitzende blickt auf die vergangenen Jahre und listet auf: Im Jahr 2015/16 erfolgte eine Sperrung von Sporthallen in der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen, ohne dass dafür gesorgt wurde, dass diese Belastung unter den Vereinen gleichmäßig aufgeteilt wurde. 2019 kam es zu mehrmonatigen Einschränkungen in der Stadionhalle wegen der Neuinstallation der Notbeleuchtung, 2020 folgte eine mehrmonatige Sperrung der Stadionhalle wegen Ratssitzungen und anschließender Renovierungsarbeiten. Im gleichen Jahr wurde die Wehrhahnhalle wegen Abitur-Prüfungen der Berufsbildenden Schulen 2 für die Handballer dichtgemacht. Grundsätzlich hält Jürgen Janßen die Wehrhahnhalle als Impfzentrum für ungeeignet. „Es sind dort nur eingeschränkte Parkmöglichkeiten vorhanden, um einen größeren Ansturm zu bewältigen. Auch die Zuwegung ist nicht ohne“, erklärt Janßen. Er vermutet, dass dieser Standort für das Impfzentrum genommen werden soll, weil der Aufwand für die Verwaltung geringer sei und nicht, weil es keine Alternativen gebe. „Es gibt andere Objekte, die in unseren Augen nutzbar sind, zum Beispiel die derzeitig nicht genutzte Divarena oder Sporthallen der Bundeswehr oder die Markthalle, wo auch der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes stattfindet. Oder Commedia oder die Räume von Total-Markt zum 1. Januar 2021“, meint Janßen. Murat Kalmis sieht hier Klärungsbedarf und fragt sich, ob die Verwaltung diese Alternativen ins Auge gefasst hat.

Janßen hofft, dass sich die Delmenhorster Verwaltung noch umentscheidet: „Wir fordern die Verwaltung der Stadt Delmenhorst auf, eine Alternative zu suchen. Und wenn es wirklich keine andere Alternative gibt, mit uns das Gespräch zu suchen, damit wir eine Alternative zum Trainings- und Spielbetrieb erhalten.“

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