Fußball-Kreisliga KSV Hicretspor holt den zweiten Big Point

Die Delmenhorster setzen sich knapp gegen die Reserve des VfL Stenum durch und klettern damit aus dem Tabellenkeller.
08.09.2019, 20:07
Lesedauer: 3 Min
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Von Ralf Kilian

Die Fußball-Kreisliga in der Saison 2019/20 ist eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Ganz oben zieht die Reserve des SV Atlas Delmenhorst einsam ihre Kreise. Sie könnte höchstens noch von den ebenfalls ungeschlagenen Harpstedtern gefährdet werden. Danach folgt ein richtig breites Mittelfeld und ganz unten spielt ein Quartett die beiden Absteiger aus. Nachdem am Freitag der TuS Hasbergen im Spiel Letzter gegen Vorletzter mit 6:5 beim TV Falkenburg triumphiert hat, setzte sich am Sonntag im Aufsteigerduell der KSV Hicretspor Delmenhorst mit 3:2 (2:2) gegen den VfL Stenum II durch. Nach dem 3:0 gegen Hasbergen war es der zweite Erfolg für Hicretspor nacheinander. „Das war heute das erste Mal, dass ich mit der Leistung wirklich zufrieden bin“, freute sich Trainer Timur Cakmak.

Aufgrund der zweiten Hälfte ging das Ergebnis in Ordnung, allerdings hätten die Gäste dieses vorgezogene Abstiegs-Endspiel im ersten Durchgang in andere Bahnen lenken können. „Wir führen zweimal und schenken es dann wieder her“, ärgerte sich VfL-Coach Frank Radzanowski und Cakmak ergänzte: „In der ersten Halbzeit war das Spiel relativ ausgeglichen, Stenum hatte aber die klareren Chancen.“ Das änderte sich nach dem Seitenwechsel, der Siegtreffer von Ali Aluclu (68.) hatte bei vielen Kopfballmöglichkeiten für Hicretspor schon vorher buchstäblich in der Luft gelegen.

Die Lufthoheit der Delmenhorster lag auch am Fehlen von Stenums Innenverteidiger Marten Kämena. Radzanowski hatte zwar neun Mann auf der Bank sitzen, aber der große Kader besticht eher durch Quantität statt durch Qualität. Wobei es die erste Elf zunächst gut machte. Björn Eggeling traf nach missglückter Kopfballabwehr volley und völlig freistehend aus zehn Metern zum 0:1 (16.). Sieben Zeigerumdrehungen später bediente Eggeling Kevin Sass, der aus sechs Metern am stark reagierenden KSV-Schlussmann Taha Dagdeviren scheiterte. Noch in der gleichen Minute staubte auf der Gegenseite Germain Martens nach Schuss von Sinan Yorgancioglu zum 1:1 ab (23.). „Wir haben die dicke Chance zum 2:0 und kassieren im direkten Gegenzug das 1:1“, ärgerte sich Radzanowski maßlos.

Und es ging noch weiter, denn kurz nach Wiederanstoß tauchte Lucas Weigelt blank vor Dagdeviren auf und scheiterte, in der 27. Minute erlitt Marten Strodthoff das gleiche Schicksal. „Taha hat sehr stark gehalten“, lobte Cakmak seinen Keeper. Beim 1:2 war er allerdings machtlos, diesmal hob Eggeling den Ball gefühlvoll ins Netz (31.). Hicretspor steckte den zweiten Rückstand gut weg und kam zu einem Latten-Wischer von Martens (36.). Nach Freistoßflanke von Murat Aruk stieg Yorgancioglu kurz danach am höchsten und köpfte das 2:2 (38.).

Stenum begann nach dem Seitenwechsel zunächst druckvoll und hatte Möglichkeiten durch einen Lupfer von Patrick Lederbach (48.), danach kratzte Dagdeviren einen 30-Meter-Schuss von Eggeling noch aus dem Eck. Anschließend spielte jedoch nur noch Hicretspor. „Wir haben keine Kontrolle im Spiel“, beklagte Radzanowski. Bei Eckbällen war Yusuf Kalmis nicht zu verteidigen und hatte zwei klare Möglichkeiten (64./81.), ebenso Yorgancioglu per Fuß (58.) und Kopf (71.). Dem Siegtreffer von Ali Aluclu ging ein energischer Einsatz von Yorgancioglu voraus, seine Hereingabe stocherte „Alu“ zum 3:2 durch die Beine von Marc Landwehr ins Tor (68.).

Auf Stenumer Seite blieb der Chancenzettel ab der 50. Minute blank, auch wenn Hicretspor die Schlussphase in Unterzahl überstehen musste. Onur Erol hatte wegen wiederholtem Foulspiel vom sicheren Schiedsrichter Frank Dobroschke die Ampelkarte gesehen (86.). Ansonsten blieb die Partie trotz der Bedeutung aber wohltuend fair und Cakmak konnte sich freuen: „Aufgrund der zweiten Halbzeit geht der Sieg in Ordnung, da haben wir einfach klarer gespielt. Neben Taha haben bei uns Burak Aruk als Sechser und Onur Erol trotz seines Platzverweises stark gespielt.“

Hicretspor führt nun im Ranking der Abstiegskandidaten mit sechs Punkten. Stenum II braucht spätestens in zwei Wochen gegen Falkenburg wieder einen Dreier.

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