Fußball-Oberliga Neuzugänge des SV Atlas sind ein voller Erfolg

Die Hinrunde und zwei Spiele der Rückrunde hat der SV Atlas Delmenhorst absolviert, die Winterpause soll planmäßig im Februar enden. Zeit für eine Zwischenbilanz der Neuzugänge.
09.01.2020, 15:36
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Neuzugänge des SV Atlas sind ein voller Erfolg
Von Michael Kerzel

Zu den prägenden Gesichtern des SV Atlas Delmenhorst in der Hinrunde der Saison in der Fußball-Oberliga Niedersachsen gehören einige Neuzugänge. Allen voran steht Key Riebau, der das Traineramt im Sommer übernahm. Sein Co-Trainer Malte Müller, der ebenfalls neu beim SVA ist, lief zudem zweimal als Spieler auf. Mit Florian Stütz holte die Atlas-Führung um Präsident Manfred Engelbart und Bastian Fuhrken, der für den Bereich Leistungsfußball verantwortlich ist, den neuen Dreh- und Angelpunkt bei den Blau-Gelben. Zudem haben die Delmestädter mit Marek Janssen deutlich an Präsenz im Strafraum hinzugewonnen. Jan-Niklas Wiese zeigten bei seinen Auftritten in der Defensive gute Leistungen, Robert Plichta fungiert in der Offensive als Backup. Devin Isik muss sich erst noch an das Oberliga-Niveau gewöhnen, markierte im letzten Spiel vor der Winterpause jedoch seinen ersten Treffer. Mit Malte Seemann haben die Blau-Gelben einen Torwart hinzubekommen, der das gleiche Leistungsniveau wie Stammtorhüter Florian Urbainski hat.

Florian Stütz (15 Spiele, 1206 Minuten, 5 Tore, 13 Vorlagen): Der zentrale Mittelfeldspieler war einer der prägenden Akteure in der bisherigen Saison in der Fußball-Oberliga, beim SV Atlas Delmenhorst übernahm er von Beginn an die Chefrolle im Mittelfeld. Das wurde auch von ihm erwartet. Immerhin kam er als Stammspieler vom SSV Jeddeloh aus der Regionalliga Nord und lief dort insgesamt 131-mal auf. Mit 29 Jahren – in knapp zwei Wochen wird er 30 – ist er im besten Fußballeralter und kennt Trainer Key Riebau aus der gemeinsamen Zeit in Jeddeloh. Er dirigierte in seinem ersten Halbjahr bei Atlas das Spiel des Oberligisten, setzte seine Nebenleute regelmäßig mit öffnenden Pässen ein und zeigte auch seine Fähigkeiten in der Antizipation in der Defensive und fing so diverse Bälle ab. Zudem zeichnete er sich immer wieder mit starken Standards aus, die regelmäßig zu Toren führten. Das einzige Manko war, dass er in der Schlussphase vor der Winterpause mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte.

Marek Janssen (13 Spiele, 903 Minuten, 7 Tore, 1 Vorlage): Der Auftakt für den Sturmtank verlief unglücklich: Im Niedersachsenpokal verletzte er sich bei seinem Schuss im Elfmeterschießen und fiel zunächst einige Wochen aus, weswegen er nur auf 13 Einsätze kam. In diesen hatte er zwar auch ab und an einen Durchhänger, insgesamt brachte er jedoch mit seiner Kopfballstärke etwas ein, was den Blau-Gelben in den vergangenen Jahren fehlte: Präsenz und Wucht im Strafraum. Als den SV Atlas größere Verletzungssorgen plagten, zog Trainer Riebau den Stürmer teilweise bis ins zentrale Mittelfeld zurück und auch dort machte Janssen eine gute Figur, was zeigt, dass er nicht nur ein Abschlussspieler ist. Mit seinem sieben Treffern führte er die interne Torjägerliste an. Ähnlich wie auch in der Bundesliga ist die Position des Mittelstürmers auch in der Oberliga eine der am schwersten zu besetzenden. Atlas ist hier ein Glücksgriff gelungen. Janssen ist mit seinen 22 Jahren noch am Anfang seiner Entwicklung und spielt seine erste Saison in der Oberliga. Er hat noch großes Verbesserungspotenzial, beispielsweise in puncto Zweikampfverhalten, Stellungsspiel oder Übersicht. Vieles davon kommt allerdings mit der Erfahrung.

Jan-Niklas-Wiese (11 Spiele, 809 Minuten, 1 Tor): Ein weiteres großes Talent in den Reihen der Blau-Gelben ist Jan-Niklas Wiese. Der Defensiv-Allrounder kam vom SV Brake, mit dem er in der Saison 2018/19 aus der Landesliga abstieg, ein Jahr zuvor war er noch für die A-Jugend spielberechtigt. Für die Delmenhorster machte er acht Spiele über die volle Distanz, Atlas gewann hiervon sechs und teilte zweimal mit 0:0 die Punkte. Auch bei seinen drei weiteren Teileinsätzen ging er nie als Verlierer vom Feld, bei den einzigen beiden Niederlagen vor der Winterpause fehlte er verletzt. Der Oberliga-Neuling agierte sehr robust auf dem Feld. Wie bei nahezu allen jungen Spielern fehlt ihm bisweilen etwas das Timing in der Vorwärtsbewegung, verloren gegangene Bälle holte er jedoch regelmäßig mit hohem Einsatz zurück. Zeigte sich in der Hinrunde als idealer Backup auf diversen Position im Defensivbereich.

Robert Plichta (14 Spiele, 669 Minuten, 3 Tore, 2 Vorlagen): Der 30-Jährige ist der älteste Feldspieler im Kader der Blau-Gelben und kommt vornehmlich als Joker zum Einsatz. Fünf Scorerpunkte steuerte er in knapp 670 Minuten bei, keine schlechte Quote. Seine Torgefahr stellte er mehrfach unter Beweis, vergab jedoch auch einige Großchancen.

Devin Isik (6 Spiele, 72 Minuten, 1 Tor): Der Sprung aus der Bezirksliga, Devin Isik kam vor Saisonbeginn vom SV Baris, in die Oberliga ist enorm groß. Das schnellere Tempo und die härtere Zweikampfführung bekam der 22-Jährige bei seinen Kurzeinsätzen zu spüren. Noch kann er das Niveau nicht mitgehen, im ersten Jahr nach einem solch großen Sprung fällt das aber unter die normale Eingewöhnungszeit. Im letzten Spiel vor der Pause gelang ihm sein erster Treffer.

Malte Seemann (6 Spiele, 540 Minuten, 6 Gegentore): Der Torwart wechselte vom Bremer SV an die Delme und zeigte bei seinen sechs Einsätzen, dass er der etatmäßigen Nummer eins, Florian Urbainski, in nichts nachsteht. Gegen den SC Spelle-Venhaus beim 1:0 war er der entscheidende Mann auf dem Feld und zeigte sich auch sonst sehr sicher und souverän.

Malte Müller (2 Spiele, 47 Minuten): Seine Rolle als Co-Trainer ist ohne Frage wichtiger als auf dem Feld. Sollte Not am Mann sein, kann er jedoch auch in der Oberliga auflaufen, in der er bis zur Saison 2016/17 insgesamt 159-mal spielte.

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