HSG Delmenhorst

Michael Schröder: Das Ziel lautet Aufstieg

Michael Schröder ist ein zweitligaerfahrener Kreisläufer mit Stärken in der Defensive. Im Interview spricht er über seine Rückkehr zur HSG Delmenhorst und seine Ziele in der kommenden Saison.
17.08.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Michael Schröder: Das Ziel lautet Aufstieg
Von Michael Kerzel
Michael Schröder: Das Ziel lautet Aufstieg

Michael Schröder spielte bereits in der Saison 2018/19 für die HSG Delmenhorst und ist nun zurückgekehrt.

INGO MÖLLERS
Herr Schröder, Sie haben in der Saison 2018/19 für die HSG Delmenhorst gespielt und kehren nun nach einem Jahr bei der SG VTB/Altjührden zurück. Wie kam es dazu?

Michael Schröder: Der Kontakt zu den Spielern in Delmenhorst brach nie ab. Mit den Jungs verstehe ich mich privat gut. Fino Oetken war die Verbindung, er fragte mich, ob ich nicht zurückkommen will. Aber eigentlich stand ich in Varel noch unter Vertrag für die jetzt anstehende Spielzeit und hatte mich darauf auch gefreut – doch dann kam die Corona-Zeit. Es folgten Streitigkeiten mit einem nicht so glücklichen Ende. Ich wollte weiter leistungsmäßig Handball spielen und habe mit einem Wechsel zurück nach Delmenhorst geliebäugelt. Mit Janik Köhler wechselte zudem jemand zur HSG, mit dem ich befreundet bin. Nachdem mit Varel alles geklärt war, unterschrieb ich in Delmenhorst.

Warum verließen Sie die HSG seinerzeit nach nur einem Jahr?

Das hatte seine Gründe, aber das haben Jörg Rademacher (Trainer der HSG, Anm. d. Red.) und ich bei einem Telefonat geklärt und es ist somit erledigt. Es ist damals etwas blöd gelaufen, aber Schwamm drüber. Das sehen beide Seiten so. Jetzt habe ich richtig Bock, in Delmenhorst zu spielen.

Wie bewerten Sie Ihre erste HSG-Spielzeit aus sportlicher Sicht?

Ich kam mit einer Schambeinentzündung an und konnte erst ab Oktober spielen. Da standen wir tabellarisch nicht so gut da und einige Leute im Umfeld wurden schon nervös. Ich war mir aber sicher, dass wir uns verbessern würden. Die erste Sieben war stark, dem Kader fehlte jedoch die Breite. Am Ende sprang Rang fünf heraus.

Wie schätzen Sie die Leistungsfähigkeit der aktuellen Mannschaft ein?

Wir haben eine richtig starke Truppe. Meiner Meinung nach ist das der stärkste Kader der Liga. Die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern passt sehr gut. Wir haben viele Alternativen auf allen Positionen – und mit Jörg Rademacher den besten Trainer der Oberliga.

Das Ziel lautet Aufstieg?

Das ist mein persönliches Ziel – unter der Voraussetzung, dass alle Akteure fit bleiben. Ich bin ein ambitionierter Spieler und denke, dass man ambitionierte Ziele braucht. Letztes Jahr landete Delmenhorst auf Rang drei, die beiden besser platzierten Mannschaften sind aufgestiegen, einen Absteiger aus Liga drei gibt es dieses Mal nicht. Rechnerisch müssten wir demnach Erster werden, aber so einfach ist es natürlich nicht. Die Oberliga ist stark, da können alle Handball spielen. Wenn man aufsteigen will, darf man sich fast keine Ausrutscher erlauben. Mit Aurich gingen wir in der 3. Liga mit dem Ziel in die Saison, oben mitzuspielen. Doch nachdem sich viele Spieler verletzten, stiegen wir sogar ab.

Welche Faktoren entscheiden neben der Gesundheit über eine erfolgreiche Saison?

Die ersten Spiele sind sehr wichtig. In Varel wollten wir vergangenes Jahr aufsteigen, haben aber in den ersten fünf Spielen zweimal verloren und standen im Tabellenmittelfeld. Das war in den Köpfen drin, der Druck stieg dadurch an. Erfahrene Leute, die nicht nervös werden, spielen dann eine wichtige Rolle. Die haben wir in Delmenhorst. Man muss in jedes Spiel mit dem unbedingten Siegeswillen gehen. Alle Partien werden schwer. Es reicht nicht, dass man 80 Prozent Leistung gibt, nur weil man vor ein paar Jahren mal in der 2. Bundesliga gespielt hat. Das gilt für mich wie für alle anderen Männer auf dem Parkett. Wenn man aufsteigen will, muss man eigentlich jedes Spiel gewinnen. Auch an einem Sonntagnachmittag in Haren ohne Harz.

Welche Teams sehen Sie als die größten Konkurrenten?

Ich halte HC Bremen für sehr stark. Das Team spielte in den zurückliegenden Jahren oben mit und wird immer besser. Bissendorf verfügt über einen guten Kader, auch wenn deren letzte Saison etwas schwächer als im Jahr davor lief. Bei Varel ist eine Prognose schwierig. Am Ende werden es drei oder vier Teams unter sich ausmachen.

Sie haben Stärken in der Defensive und sind Kreisläufer. Wie ordnen Sie Ihre Aufgaben ein?

Ich habe mit Tim Coors vor zwei Jahren im Innenblock gespielt, jetzt kommt auch Janik Köhler dazu. Der Trainer entscheidet über die Formation. In der Offensive am Kreis arbeite ich viel für meine Mitspieler, setze Sperren, hole Siebenmeter heraus. Ich schaffe Freiräume.

Jörg Rademacher sagte, dass die Achse mit Ihnen und Spielmacher Frederic Oetken sehr gut funktionierte. Wie lange dauert es, bis das Zusammenspiel wieder passt?

Als ich neu nach Delmenhorst kam, dauerte es ein halbes Jahr, bis es gut lief. Gerade für das Kreisläuferspiel ist es bei einem neuen Team schwierig. Jetzt kenne ich die Jungs bereits. Wir haben bisher zwei Trainingseinheiten mit Ball gemacht und es sah schon wieder ganz gut aus. Ich bin zuversichtlich, dass es schnell funktioniert.

Wie sehen Sie den Stand der Truppe aktuell?

Es ist etwas chaotisch mit der Hallensituation in Delmenhorst. Aber darauf muss man sich einstellen, genauso wie auf die spezielle Saison, in der es eventuell keine oder nur wenige Zuschauer geben wird. Für uns geht es jetzt darum, dass wir uns einspielen. Die älteren müssen die jüngeren Spieler mitnehmen. Das Team muss zusammenwachsen. Wir trainieren derzeit fünf- bis sechsmal pro Woche. Da lernt man sich kennen, aber man muss auch privat was zusammen unternehmen. Das ist auch geplant und gilt grundsätzlich für alle Mannschaften.

Der Handball ruhte ab März für mehrere Monate. Wie haben Sie sich fit gehalten?

Ohne Sport geht es bei mir nicht. Ich betreibe in Oldenburg eine Eissauna. Die steht bei einem Physiotherapeuten und dort ist auch ein kleiner Kraftraum, den ich nutzen konnte. Dazu bin ich joggen gegangen.

Das Interview führte Michael Kerzel.

Info

Zur Person

Michael Schröder (31)

ist in Varel aufgewachsen und spielte dort bei der HSG Varel in der 2. Bundesliga. Für Edewecht und Aurich lief er in der 2. und 3. Liga sowie in Basel in der 1. Liga der Schweiz (Nationalliga A) auf. Der Kreisläufer ist 1,93 Meter groß und lebt in Oldenburg.

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