AfD-Ratsherr

Scharfe Kritik an Rainer Kutz

Fotos zeigen den AfD-Ratsherrn in einem Shirt mit Aufdruck der rechtsextremen Borussenfront beim Atlas-Spiel in Uphusen. Kutz betont, dass das Ganze keine Bewandtnis habe. Die anderen Parteien attackieren ihn.
26.09.2019, 16:46
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Scharfe Kritik an Rainer Kutz
Von Justus Seebade
Scharfe Kritik an Rainer Kutz

Rainer Kutz

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Ein Shirt, das der Delmenhorster Ratsherr Rainer Kutz (AfD) bei der Auswärtspartie des SV Atlas Delmenhorst gegen den TB Uphusen getragen hat, sorgt derzeit für Aufruhr. Auf dem Shirt ist ein Namensaufdruck der rechtsextremen Hooligan-Gruppierung Borussenfront zu sehen. Entsprechende Fotos gibt es bei Facebook in der öffentlichen Gruppe „SV Atlas Delmenhorst von 1973 e.V.“.

Kutz selbst betonte auf Nachfrage, sich nichts dabei gedacht zu haben. Bei einem Festival habe er Leute kennengelernt. Von diesen habe er das Shirt gekriegt, als seines nass gewesen sei. Das Klamottenstück habe nun in seinem Schrank ganz oben gelegen und so sei es dazu gekommen, dass er es getragen habe. „Das hat keine Bewandtnis“, sagte er und fügte hinzu: „Ich stehe der Borussenfront nicht nahe.“ Das nächste Mal müsse er besser hingucken. Das Ganze sei unglücklich gelaufen.

Bei den anderen Parteien sorgen die Fotos für Empörung. „Wenn ein Ratsherr sich mit einem solchen Shirt zeigt, ist das erschreckend. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Stadt und auch auf den SV Atlas“, sagte Kristof Ogonovski, Fraktionsvorsitzender der CDU. Bettina Oestermann, Fraktionsvorsitzende der SPD, zeigte sich „ziemlich erschüttert“ über die Bilder. „Ich finde es moralisch bedenklich, durch das Tragen der Kleidung non-verbale Botschaften zu übermitteln.“ Als Ratsmitglied habe man eine Außenwirkung und eine Vorbildfunktion. Ein solches Shirt zu tragen, „gehört sich einfach nicht.“ Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Murat Kalmis zeigte sich angesichts der Bilder schockiert. „Ich finde das Verhalten sehr geschmacklos und bedenklich.“ Er könne Kutz nur empfehlen, „sich komplett davon zu distanzieren“.

Deutliche Worte wählte auch Manfred Engelbart, Präsident des SV Atlas. „Wir sind gegen jede Form von Rechts und würden dieses Shirt in unserem Stadion nicht dulden“, stellte er klar. Der Verein habe kein rechtes Problem und keine rechte Szene. „Wenn etwas hochkommt, werden wir sofort klare Kante zeigen“, sagte Engelbart. Kutz sei als Fan bislang nie auffällig gewesen. Man werde nun den direkten Kontakt suchen und „unmissverständlich mitteilen, dass das von uns nicht gestattet wird“. Wenn der AfD-Ratsherr ein solches Shirt tragen sollte, „würden wir das sofort verbieten.“ Ein Stadionverbot sei dann die Konsequenz.

Murat Kalmis hätte sich eine Reaktion des SV Atlas bereits früher, also unmittelbar nachdem die Fotos publik wurden, gewünscht. „Da erwarte ich eine sofortige Haltung zu“, meinte er.

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