Stadion Delmenhorst

Zusätzliche Tribünen für das Stadion

Der SV Atlas Delmenhorst nutzt Gelder der Stadt Delmenhorst, um ehrenamtlich neue Stahlrohrtribünen im Stadion an der Düsternortstraße zu installieren und damit die Zuschauerkapazität zu erhöhen.
18.09.2020, 17:25
Lesedauer: 2 Min
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Zusätzliche Tribünen für das Stadion
Von Michael Kerzel

Der SV Atlas Delmenhorst fährt seine Zuschauerkapazitäten hoch – und das nicht nur übergangshalber, sondern dauerhaft. Insgesamt zwölf Stahlrohrtribünen mit je 50 Plätzen in drei Reihen installieren Ehrenamtliche des Vereins ab Montag. Die Tribünen stehen künftig vor der Haupttribüne beziehungsweise links und rechts daneben. Insgesamt verfügt das Stadion dann über 1490 feste Sitzplätze. Aufgrund der Corona-Regelungen dürfen derzeit maximal 500 sitzende Personen Sportveranstaltungen verfolgen. Ohne die Stahlrohrtribünen wären bei Heimspielen des Regionalligisten lediglich 380 Zuschauer auf der eigentlich 890 Personen fassenden Tribüne erlaubt gewesen.

Die Idee für die festen Zusatztribünen stammt von Bastian Fuhrken, Leiter Leistungsfußball beim SVA: „Es stellt sich die Frage, wie lange Stehplätze aufgrund von Corona noch verboten sein werden. Wir haben natürlich finanzielle Einbußen, noch mehr, wenn wir nur 380 statt der erlaubten 500 möglichen Sitzplätze vergeben können. Und wir wollen natürlich auch möglichst vielen Leuten ermöglichen, unsere Spiele zu sehen“, erzählt Fuhrken. Zudem hat Niedersachsen angekündigt, Ende des Monats mit dem Testbetrieb von Spielen mit 1000 Zuschauern zu starten. Ob Atlas dazugehört, steht noch nicht fest. Die Voraussetzungen werden dafür jedoch geschaffen.

Mit diesem Projekt schlägt Atlas mehrere Fliegen mit einer Klappe – und auch andere Fußballteams und Sportarten sowie die Stadt profitieren. So sitzen Zuschauer bei Leichtathletik-Veranstaltungen nun näher an der Tartanbahn. Auch Spiele beispielsweise der Damen des TV Jahn im DFB-Pokal haben nun zusätzliche Sitzplätze. Die Stadt bekommt bei mehr Zuschauern auch mehr Geld vom gastgebenden Verein.

Möglich wurde der Neubau, da Gelder der Stadt für den Umbau des Stadions bereits freigegeben wurden. Eigentlich sollten diese für eine mobile Spielfeldsicherung verwendet werden. Der Norddeutsche Fußball-Verband schreibt diese jedoch nur für Stehplätze vor. „Ich habe mit dem Verband gesprochen. Ab drei Sitzreihen fällt die Innenraumabsicherung weg“, teilt Fuhrken mit. Normalerweise können Zuschauer zwischen Haupttribüne und Innenraum stehen, nun hinter den Stahlrohrbauten. Die zusätzlichen Tribünen sind 1,55 Meter hoch, sodass für die Zuschauer auf der Haupttribüne keine Sichtbehinderung erfolgt. „Man kann dahinter auf den Steinstufen stehen und drüber gucken“, berichtet Fuhrken. Die Innenraumabsicherung wäre nur dem SV Atlas zu Gute gekommen und auch nur ab der Regionalliga vorgeschrieben. Zudem hätte sie immer wieder auf- und abgebaut werden müssen.

Anfang kommender Woche beginnen Freiwillige, die Tribünen zu installieren. „Montag werden die Teile angeliefert, Dienstag fangen wir mit einer Truppe von sechs bis zehn Leuten oder auch mehr – je nachdem, wer Zeit hat, das organisiere ich am Wochenende – mit den Arbeiten an“, sagt Fuhrken. Die Zäune, um den Gästebereich abzugrenzen, stehen ebenfalls, auch wenn der Verband aktuell keine Auswärtszuschauer zulässt. Die Einrichtung der neuen Lautsprecheranlage ist derweil noch nicht fertig. „Das passiert in den kommenden 14 Tagen. Wir wollen da nichts über das Knie brechen“, erklärt Fuhrken.

Am kommenden Mittwoch, 23. September, 17 Uhr, trägt Atlas sein erstes Heimspiel in der Regionalliga in dieser Saison aus. Zu Gast ist der TSV Havelse. Es gilt das bewährte Hygienekonzept wie schon bei den Freundschaftsspielen in der Saisonvorbereitung.

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