Stadionumbau

250 000 Euro für Stadionumbau?

Der SV Atlas Delmenhorst muss noch einige Auflagen erfüllen, um in der kommenden Saison in der Regionalliga antreten zu dürfen. Die Stadt schlägt nun vor, 250000 Euro für den Stadionumbau bereitzustellen.
03.06.2020, 11:21
Lesedauer: 3 Min
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250 000 Euro für Stadionumbau?
Von Michael Kerzel
250 000 Euro für Stadionumbau?

Die Anhänger von Kickers Emden wurden im Oberliga-Spiel über einen eigenen Eingang in einen abgezäunten Bereich gebracht. Für die Regionalliga braucht Atlas einen dauerhaften, separat erreichbaren und abgegrenzten Abschnitt.

INGO MÖLLERS

Der SV Atlas Delmenhorst spielt aller Voraussicht nach in der kommenden Saison in der Fußball-Regionalliga. Dafür muss er noch einige Auflagen erfüllen, die Stadt Delmenhorst hatte dazu ihre Unterstützung zugesagt (wir berichteten). Nun ist es etwas konkreter geworden. Die Verwaltung schlägt vor, 250 000 Euro für Umbauarbeiten im Stadion an der Düsternortstraße bereitzustellen. Darüber beraten die Mitglieder des Sportausschusses an diesem Donnerstag. Los geht es in der Stadionhalle um 17 Uhr, die Sitzung ist öffentlich. Nach den Beratungen im Ausschuss geht die Beschlussvorlage im Anschluss noch in den Verwaltungsausschuss und muss dann letztlich vom Rat der Stadt am 11. Juni abgesegnet werden.

Die Zeit drängt derzeit: Aufgrund der Corona-Krise wurde die Saison in der Oberliga Niedersachsen unterbrochen, am 25. Juni (Norddeutscher Fußballverband) und am 27. Juni (Niedersächsischer Fußballverband) bestimmen die jeweiligen Mitglieder, wie mit der aktuellen Saison verfahren wird. Alles deutet darauf hin, dass die Spielzeit abgebrochen wird und dass es Auf- aber keine Absteiger gibt. Das würde bedeuten, dass Atlas künftig viertklassig spielen dürfte. „Im Hinblick auf die einvernehmlichen Vorabstimmungen auf Verbandsebene kann/muss aktuell davon ausgegangen werden, dass der SV Atlas zum Start der neuen Saison 2020/2021 in der Regionalliga starten kann, wenn er eine entsprechende Lizenz für die Regionalliga erhält. Sofern der SV Atlas seine Heimspiele im Delmenhorster Stadion aus­tragen will, müssen aufgrund der Vorgaben des Norddeutschen Fußballverbandes unter anderem verschiedene bauliche sicherheitstechnische Mindestanforderungen erfüllt werden, die derzeit nicht gegeben sind“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

Umbau für Regionalligalizenz

Hierzu hat es bereits ein Gespräch zwischen der Stadtverwaltung, dem SV Atlas Delmenhorst und dem Norddeutschen Fußballverband (NFV) gegeben. „Ganz wesentlich fehlen eine Einzäunung des Gästebereichs sowie eine Spiel­feldsicherung für die sonstigen Zuschauerbereiche. Unabhängig von der Nutzung des Stadions für Fußballspiele muss die Stadionlautsprecheranlage erneuert werden“, teilt die Verwaltung hierzu mit.

Der NFV hat mitgeteilt, dass der Regionalliga-Betrieb voraussichtlich am ersten September­wochenende beginnen wird. Voraussetzung einer Lizenzerteilung ist, dass das Stadion, in dem die Heimspiele ausgetragen werden, die Mindestvoraussetzungen erfüllt. Letzter Termin zur Abnahme des Stadions ist der 22. August dieses Jahres. Logischerweise wollen die Blau-Gelben ihre Spiele im heimischen Stadion an der Düsternortstraße auszutragen.

Damit bleiben nur noch rund zehn Wochen, um eine Gästebegrenzung und eine generelle Spielfeldsicherung zu erreichen und eine neue Lautsprecher­anlage zu installieren. „Diese Maßnahmen müssten im Vorgriff auf die im Rahmen der gerade getroffenen Beschlüsse zur Sportstättenentwicklung erfolgen, da gerade die Planun­gen zum Stadion noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Eine Lautsprecheranlage könnte zunächst angemietet und zu einem späteren Zeitpunkt erworben werden“, schlägt die Verwaltung in ihrer Vorlage vor.

Sie schätzt die Kosten für eine Gästeumzäunung sowie die Spielfeld­sicherung auf rund 250 000 Euro. „Aufgrund der herausragenden sportlichen Leistung der Mannschaft und des Vereins schlägt die Verwaltung vor, eine zweckgebundene Zuwendung in Höhe von 250 000 Euro für den SV Atlas zur Verfügung zu stellen. Mit dieser Zuwendung soll der Verein die Mindestvoraus­setzungen zur Regionalligazulassung (insbesondere Installation einer Gästebegrenzung und die Spielfeldsicherung) schaffen“, heißt es in der Vorlage.

Derweil sind die Blau-Gelben nach einer Corona-Pause auf den Platz zurückgekehrt. Mit dabei war auch der langzeitverletzte Leon Lingerski (am Ball).

Derweil sind die Blau-Gelben nach einer Corona-Pause auf den Platz zurückgekehrt. Mit dabei war auch der langzeitverletzte Leon Lingerski (am Ball).

Foto: Tammo Ernst

Das würde bedeuten, dass nicht die Stadt selber das Stadion umbaut, sondern dem Verein diese Aufgabe zukommen lässt. Präsident Manfred Engelbart erwartet viel Arbeit „Wir haben eine große Liste. Ich denke mal, dass die Organisation des Werder-Spiels dagegen ein Kinderspiel gewesen ist. Das ist jetzt noch mal eine andere Dimension“, sagte er. Mit der Aufstellung von Bauzäunen sei es nicht getan.

Erstes Training nach der Pause

Seit Anfang März durften die Fußballer des SV Atlas nicht mehr auf der Trainingsplatz, am Dienstagabend ging es wieder los. „Drei Monate sind eine lange Zeit. Ich glaube, man sieht es den Jungs an, dass es uns total freut, wieder auf den Platz zu dürfen. Auch wenn es nicht so gewohnt ist wie vorher. Ohne Fußball geht es nicht“, sagte Defensivspezialist Flodyn Baloki im Anschluss an die Einheit, bei der Spaß und die Bewegung im Vordergrund standen – ebenso wie die Teamkollegen mal wieder zu sehen. Das betonten Baloki und auch Außenbahnspieler Oliver Rauh. Trainer Key Riebau schließt sich an: „Es war mal wieder ein schönes Gefühl, auf dem Rasen zu stehen. Die Gerüche vom Rasen, die Geräusche vom Ball – das sind alles so Kleinigkeiten, die in den letzten Wochen schon stark gefehlt haben und wo man einfach merkt, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn man jetzt wieder hier steht“.

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