SV Atlas Delmenhorst

Philipp Eggersglüß: Vielseitig und vielversprechend

Der Neuzugang zeigt von Beginn an, dass er dem SV Atlas Delmenhorst enorm weiterhelfen kann. Von seiner Erfahrung dürften auch seine Teamkameraden profitieren.
01.08.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Philipp Eggersglüß: Vielseitig und vielversprechend
Von Justus Seebade
Philipp Eggersglüß: Vielseitig und vielversprechend

Atlas-Neuzugang Philipp Eggersglüß wusste im Test gegen die Reserve der Blau-Gelben auf der rechten Seite zu überzeugen. Er leitete mehrere gefährliche Angriffe ein – unter anderem auch den, der zum frühen 1:0 führte.

INGO MÖLLERS

Gerade einmal vier Minuten, länger dauerte es nicht. Das Testspiel des Fußball-Regionalligisten SV Atlas Delmenhorst gegen die eigene Reserve war noch nicht sonderlich alt, als Philipp Eggersglüß seine erste starke Szene hatte. Auf der rechten Seite befand er sich im Vorwärtsgang und schickte im richtigen Moment Tom Schmidt, der in der Mitte den freien Dimitrios Ferfelis bediente – und schon stand es 1:0. Der Neuzugang von Rot-Weiß Oberhausen hatte somit die frühe Führung eingeleitet.

Ähnliche Angriffe wie diesen aus der vierten Minute gab es im Verlauf der ersten Halbzeit noch einige Male. Philipp Eggersglüß und Tom Schmidt auf der rechten Seite, das funktionierte prächtig. Den Worten des 25-Jährigen zufolge kam die Harmonie nicht ganz überraschend. „Im Training hat man schon öfter gesehen, dass Tom und ich uns gut verstehen, auch spielerisch. Das hat wohl ganz gut geklappt in der ersten Halbzeit“, sagt Eggersglüß. Ja, das kann man so unterschreiben.

Dass das Gespann Eggersglüß/Schmidt im zweiten Durchgang nicht mehr so in Erscheinung trat wie in der ersten Hälfte, lag daran, dass der gebürtige Soltauer nach der Pause offensiver agierte und Schmidt die Seite wechselte. Eggersglüß kann eben mehrere Positionen bekleiden, er ist da nicht festgelegt – wenngleich es doch zumindest einen Favoriten gibt. „Hinten rechts ist eigentlich meine Stammposition, aber ich kann auch weiter vorne spielen oder auf der linken Seite oder auf der Sechs. Da bin ich variabel, das ist ganz gut“, erklärt Eggersglüß, für den es „auf jeden Fall richtig gut“ war, zum ersten Mal im Düsternortstadion aufzulaufen, vor allem über 90 Minuten. Wie alle im Atlas-Trikot freut er sich, wieder auf dem Platz stehen zu können. „Nach der Corona-Phase war man lange raus. Jetzt in die Vorbereitung zu kommen und Testspiele zu machen, das ist das Wichtigste. Da kriegst du deine Spielpraxis und holst dir deine Physis“, erläutert der Neuzugang.

Die ersten Tage mit seinen neuen Mannschaftskollegen bewertet er äußerst positiv. „Die Jungs haben mich super aufgenommen, es macht Spaß“, sagt Eggersglüß. In den kommenden Wochen geht es nun ans Eingemachte. „Wir müssen jetzt erst mal ein bisschen die Abläufe kennenlernen. Jeder muss wissen, wie die Laufwege des anderen sind. Das kommt jetzt peu à peu. Da brauchen wir noch unsere zwei, drei Wochen Vorbereitung, bis alles ein bisschen eingespielter ist“, weiß Eggersglüß. Durch die Spielpraxis in den Tests komme das aber von ganz alleine. „Man darf nicht die Geduld verlieren. Das klappt alles“, ist der 25-Jährige zuversichtlich.

Er muss es wissen, schließlich ist er mit ordentlich Erfahrung im Gepäck an der Delme angekommen. Bei Oberhausen war er in der Regionalliga West Stammspieler. In den Saisons 2015/16 bis 2017/18 lief er zudem insgesamt 61-mal in der 3. Liga für die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen auf. Eggersglüß weiß, wie der Hase auf dieser Ebene läuft. Davon dürften auch seine Teamkameraden profitieren. „Ich denke, da kann ich den Jungs noch was mitgeben“, sagt er selbst.

Dass Eggersglüß nach Delmenhorst gewechselt ist, hat auch mit seiner Bremer Vergangenheit zu tun. Er hat vier Jahre lang in der Hansestadt gewohnt, kennt sich dort aus und hat sich wohlgefühlt. Nun wollte er wieder einen Schritt in Richtung Heimat machen. „Ich habe noch ein paar Kumpels hier“, bemerkt Eggersglüß. Auch zu einigen Werder-Profis hat er noch Kontakt, beispielsweise ab und an zu Maximilian Eggestein. Vielleicht gibt es demnächst ja mal wieder ein persönliches Treffen, schließlich wird er seinem ehemaligen sportlichen Zuhause am Weserstadion im Laufe der Saison automatisch einen Besuch abstatten, wenn Atlas bei Werder II antritt. Dieses Duell wird für Eggersglüß natürlich kein ganz normales sein. „Wieder ins alte Wohnzimmer zurück – da freue ich mich schon drauf. Das wird bestimmt eine tolle Begegnung auf Platz elf“, blickt er voraus.

Nach seiner Zeit in Oberhausen gilt es für den 25-Jährigen, sich nun etwas umzustellen. Beim Neu-Regionalligisten Atlas läuft alles etwas anders ab als bei seinem dann doch noch mal größeren Ex-Klub. „Man merkt schon, dass bei Oberhausen alles ein bisschen fortgeschrittener ist“, sagt Eggersglüß. Abgesehen von Ausbildung und Studium arbeite dort nebenbei keiner so richtig. Training habe um 10 und 14 Uhr auf dem Programm gestanden. Dass die Einheiten bei seinem neuen Verein überwiegend abends stattfinden, kommt Eggersglüß aber nicht ungelegen. „Ich studiere auch noch nebenbei. Das kriegt man alles unter einen Hut“, sagt er. Diesbezüglich ist der Ex-Werderaner übrigens ähnlich flexibel wie auf dem Fußballplatz. Da er Sport- und Businessmanagement als Fernstudium absolviert, kann er sich die Arbeit selbst einteilen.

Bei der Arbeit auf dem Platz wird Philipp Eggersglüß im Atlas-Gefüge wohl eine zentrale Rolle einnehmen. Das hat er angedeutet – in gerade einmal vier Minuten.

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