Fußball-Oberliga

SV Atlas und die Krux mit der Papierform

Der SV Atlas Delmenhorst reist zum überraschenden Schlusslicht FC Eintracht Northeim. Mit einem fokussierten Auftritt soll der nächste Sieg her.
11.10.2019, 15:46
Lesedauer: 2 Min
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SV Atlas und die Krux mit der Papierform
Von Justus Seebade
SV Atlas und die Krux mit der Papierform

Atlas-Kapitän Nick Köster (blau-gelb) fordert von seinem Team, die Partie in Northeim fokussiert anzugehen. Die Eintracht soll nicht zum Stolperstein werden.

INGO MÖLLERS

Delmenhorst. Mit der Papierform ist das im Fußball ja immer so eine Sache. Beim Blick auf die nackten Zahlen neigt man schnell dazu, von einem Pflichtsieg für eine Mannschaft zu sprechen. Das gilt an diesem Sonntag (Anpfiff: 14 Uhr) zum Beispiel für den SV Atlas Delmenhorst. Der Tabellenzweite der Oberliga Niedersachsen reist zum Schlusslicht FC Eintracht Northeim. Die Favoritenrolle ist somit klar verteilt. Atlas hat nach neun Partien 21 Zähler auf dem Konto und noch immer keine Niederlage kassiert, während der aktuelle Kontrahent bislang gerade mal fünf Zähler gesammelt hat.

Doch die Sache hat einen Haken: Damit, dass die bisherige Ausbeute der Northeimer so mau ist, war nicht wirklich zu rechnen. Immerhin ist der FC amtierender Vizemeister der Oberliga. „Es ist eigentlich ein bisschen verwunderlich, dass der Gegner so weit unten steht“, bestätigt Atlas-Trainer Key Riebau. In den vergangenen Jahren sei die Eintracht sehr erfolgreich gewesen, daher weiß auch der Coach der Blau-Gelben nicht so recht, weshalb es in den ersten zehn Begegnungen derart schlecht lief. Ein Grund könnte laut Riebau sein, dass Northeim immer wieder verletzungs-, berufs- oder studienbedingt auf wichtige Spieler verzichten muss, „das macht es für den Trainer schwer, eine Mannschaft auf den Platz zu bringen, die eingespielt wirkt.“

Ein Warnsignal für Atlas: Gegen zwei andere Spitzenteams, VfV Borussia Hildesheim und Heeslinger SC, unterlag der Gastgeber nur jeweils knapp mit 1:2. „Letztlich haben sie trotzdem verloren, aber man sieht an den Ergebnissen, dass sie gut mitspielen können“, sagt Riebau. Das Manko des FC sei momentan die Offensive. Daher will der SVA-Coach genau da ansetzen. „Wir wollen kompakt verteidigen und es ihnen schwer machen, zu Chancen zu kommen“, erklärt Riebau. Zugleich will sein Team die eigenen Möglichkeiten konsequent nutzen.

Auf diese Weise soll der siebte Saisonsieg her. „Wir wollen fokussiert an die Aufgabe herangehen. Northeim soll nicht zum Stolperstein werden“, fordert Atlas-Kapitän Nick Köster. Die Partie werde kein Selbstläufer, „aber ich bin guter Dinge.“ Für den derzeitigen Lauf gibt es seiner Meinung nach mehrere Gründe. „Wir haben den Schwung aus dem Pokalspiel mitgenommen“, sagt Köster mit Blick auf das DFB-Pokalduell mit dem SV Werder Bremen im August. Diese besondere Partie habe eine gewisse Euphorie entfacht. „Das ist der Auslöser gewesen“, denkt der Mannschaftsführer.

Einen großen Anteil am Erfolg habe auch der neue Coach. „Er hat uns einmal umgekrempelt und eine klare Vorstellung, die er uns vermittelt“, lobt Köster. Das Ziel sei immer, dominant zu agieren. Zudem könne sich das Team auf jeden einzelnen Spieler verlassen. „Jeder weiß, was er zu tun hat“, sagt Köster. Auch diejenigen, die eingewechselt werden, würden ihren Job richtig gut machen.

Nichtsdestotrotz weist der Kapitän darauf hin, dass gerade mal neun Begegnungen absolviert seien. Daher will er den Blick noch nicht zu weit nach vorne richten. Eins steht aber fest: „Klar nehmen wir es gerne mit, dass es im Moment so gut läuft“, sagt Köster.

Für die Partie in Northeim steht Tom Schmidt nicht zur Verfügung. Er ist im Training umgeknickt. Hinter dem Einsatz von Florian Stütz steht noch ein Fragezeichen. Key Riebau hat jedoch volles Vertrauen in jeden Spieler: „Auch die Jungs, die bisher noch nicht so viele Spielminuten gesammelt haben, haben gezeigt, dass man auf sie zählen kann.“

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