Training Es geht wieder los für die Sportvereine

Die Sportvereine der Region kehren nach und nach auf die Sportplätze zurück. Dabei gelten strenge Abstands- und Hygieneregeln. Von Normalität ist das Geschehen noch weit entfernt.
12.05.2020, 12:22
Lesedauer: 3 Min
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Es geht wieder los für die Sportvereine
Von Michael Kerzel

Zwei Monate ist es her, dass die Sportler der Region auf die Plätze durften. In der Corona-Krise waren die Anlagen gesperrt, Sport nur individuell in Form von Jogging, Radfahren oder ähnlichem möglich. Seit Montag hat das Land Niedersachsen nun die Outdoor-Sportstätten der Vereine geöffnet, nach und nach kommen die Athleten zurück. Dabei stehen Hygiene- und Abstandsregeln ganz oben auf der Agenda. Die jeweiligen Vereinsverantwortlichen haben Konzepte entwickelt, um Kontakt während der Einheiten zu verhindern. Stellvertretend dafür steht der TuS Heidkrug.

Hier hat der 1. Vorsitzende Sascha Voigt das Kommando: Der ausgebildete Fachwirt für Reinigungs- und Hygienemanagement ist der Hygienebeauftragte des TuS. „Wir müssen natürlich auch erst mal lernen, aber wir haben uns zwei Wochen darauf vorbereitet und gemeinsam mit der Fußball-Jugendleitung ein Konzept entwickelt“, berichtet Voigt. Ende vergangener Woche wurden dann alle Trainer in einer Videoschulung über die Regeln und die Verhaltensweisen informiert. Generell gilt, so hat es die Landesregierung in seiner Corona-Verordnung festgelegt, dass zwischen allen Personen auf dem Gelände, also auch unter allen Sportlern, jeweils mindestens zwei Meter Abstand herrschen muss. Auch das Drumherum läuft „absolut kontaktlos“, wie Voigt betont: Es gibt einen separaten Ein- und Ausgang, Gäste sind auf der Anlage verboten. Am Eingang haben die Heidkruger einen Desinfektionsmittelspender installiert, die Toiletten werden jeden Tag gereinigt und desinfiziert, die Kabinen und Duschen sind gesperrt.

D-Jugendliche machen den Anfang

Auch Eltern dürfen ihre Sprösslinge nur bis zum Eingang begleiten. „Wir fangen jetzt erst mal mit der D-Jugend an und schauen, wie das funktioniert. Bei den ganz Kleinen, also der G-Jugend, bei der die Kinder teilweise erst vier Jahre alt sind, wird es nicht gehen, denke ich“, blickt Voigt voraus. Zu kompliziert sind die Regeln für die Kleinkinder, zudem sind Eltern in der Regel sonst dabei. Grundsätzlich versuchen die Heidkruger, die Dinge einfach zu halten. „Wir fangen in kleinen Gruppen an und müssen dann erst mal schauen, wie das Training konkret abläuft. Das hat in meinen Augen mit Fußball nicht viel zu tun, aber es geht hier am Anfang eher um pädagogische Maßnahmen. Die Kinder und Jugendlichen kommen raus, bewegen sich und sehen die Freunde wieder“, sagt Voigt. Die Trainer seien angehalten, auf die Hygiene zu achten. So sollen die Spieler – außer dem desinfizierte Handschuhe tragenden Torwart – den Ball möglichst nicht anfassen. Auch sollen die Kicker nicht auf den Keeper zudribbeln, sondern aus der Distanz schießen. „Ich habe das Gefühl, dass alle Beteiligten gewillt sind, das Konzept durchzusetzen“, sagt Voigt. Er selbst sei zumindest in der ersten Woche vor Ort, um zu beobachten.

Nicht nur Fußballer kommen auf die TuS-Anlage am Bürgerkampweg, beispielsweise auch Gymnastikgruppen und Walker sind zugegen. „Auch hier gilt, dass der Abstand jederzeit eingehalten werden muss“, betont Voigt. In welcher Form die weiteren Sportarten im Verein ihren Betrieb wieder aufnehmen können, ist noch unsicher. „In zwei Wochen machen vielleicht die Hallen wieder auf. Da wird ein Konzept dann schwieriger. Aber wir sind ein Sportverein und wir wollen Sport machen“, teilt Voigt mit. Es müsse dann genau überlegt werden, wie beispielsweise der Ball beim Tischtennis desinfiziert werden könne, den die Spieler ständig in die Hand nehmen müssen. Für Ju-Jutsu sehe er derzeit noch keinen Weg, sportartenspezifisch zu trainieren.

American Football bis Bogenschießen

Kompliziert wird es beispielsweise auch für die Footballer der Delmenhorst Bulldogs. Diese kehren an diesem Mittwoch auf die Anlage des DTB (Am Kleinen Meer) zurück. Der Kader umfasst 60 Spieler und auch wenn nicht alle Akteure zum Training kommen, ist es eine Herausforderung, dass alle Anwesenden durchgehend zwei Meter Abstand zueinander halten. Bis auf weiteres verzichten die Bulldogs auf Trainingsutensilien wie Ball und Blockpolster. Das empfiehlt der Football-Verband, um mögliche Risiken der Übertragung des Coronavirus zu minimieren. Daher stehen vor allem Kraft- und Konditionsübungen auf dem Programm.

Ihre Sportart wieder ausüben dürfen die Bogenschützen: Die beiden Vereine Bogensport Delmenhorst und Sagitto Delmenhorst haben den gemeinsam genutzten WA-Platz nach Corona-Regeln eingerichtet. Die Scheiben stehen nun in den gängigen Entfernungen zwischen 10 und 70 Metern und haben zudem zwei Meter Abstand untereinander. „Die Schießlinie wurde gemalt, Abstandsmarkierungen gebaut, Hinweisschilder aufgehängt. Zu guter Letzt wurde getestet. Können wir es noch? Oh ja, wir haben das Bogenschießen nicht verlernt und es macht wieder mächtig Spaß. Endlich geht es wieder los“, freut sich Cornelia Siebert, Pressewartin bei BS Delmenhorst.

Nicht auf ihrem natürlich Untergrund bewegen sich die Handballer des TV Neerstedt: Da die Hallen gesperrt sind, trainieren sie nun im Freien. Auch hier gelten die gängigen Abstands- und Hygieneregeln. Unter anderem stehen den Übungsleitern Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung, um die benutzten Materialien und Sportgeräte nach dem Training zu desinfizieren.

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