Fußball

Jörg Beese wird neuer Trainer der Jahn-Frauen

Der TV Jahn Delmenhorst hat den neuen Trainer für seine Regionalliga-Fußballerinnen bekannt gegeben. Jörg Beese übernimmt das Amt von Claus-Dieter Meier.
14.05.2020, 16:44
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Jörg Beese wird neuer Trainer der Jahn-Frauen
Von Justus Seebade
Jörg Beese wird neuer Trainer der Jahn-Frauen

Jörg Beese coacht ab Juli die Jahn-Frauen.

Björn Hake

Der Name ist in der Region wahrlich nicht unbekannt. Der TV Jahn Delmenhorst hat für seine Regionalliga-Fußballerinnen einen neuen Coach gefunden, der in Bremen und umzu schon einige Stationen in seiner langen Trainer-Vita angesammelt hat. Jörg Beese ist ab Juli für das Team verantwortlich und tritt damit die Nachfolge von Claus-Dieter Meier an, dessen Vertrag bekanntlich nicht verlängert wurde.

Der 56-Jährige verweist auf viel Erfahrung an der Seitenlinie. In 42 Jahren hat er elf verschiedene Vereine trainiert. Zuletzt leitete er bis März dieses Jahres bei den Bezirksliga-Frauen des TSV Fischerhude-Quelkhorn aus dem Landkreis Verden die Geschicke. Zwischen Sommer 2015 und Oktober 2017 coachte er die Fußballerinnen des ATS Buntentor in der Regionalliga. Auch bei Jugend- und Herrenmannschaften war er tätig, unter anderem viele Jahre beim SC Weyhe.

Nun zieht es Beese also nach Delmenhorst und mit der neuen Aufgabe in eine Liga, die er aus den Zeiten bei Buntentor bereits bestens kennt. Laut eigenen Angaben hatte er mehrere Möglichkeiten, aus denen er schlussendlich zwei Szenarien auswählte, die infrage kamen. Entweder ein Team quasi „vor der Haustür“ in Hoya, bei dem die Spielklasse dann egal gewesen wäre, oder eben wieder eine Regionalliga-Mannschaft. Nun ist es die ambitionierte Variante geworden. Beese hatte auch Anfragen anderer Frauenteams aus der Liga, allerdings hätte die Fahrt zum Training bei diesen länger als eine Stunde gedauert. Als er dann mitbekam, dass Claus-Dieter Meier und der TV Jahn ab Sommer getrennte Wege gehen, kam der Kontakt zu Bernd Hannemann zustande. Nach ein paar Telefonaten und einem persönlichen Treffen mit dem Leiter der Frauen- und Mädchenfußball-Abteilung im TVJ war der Grundstein gelegt. Letztlich ausschlaggebend war jedoch ein Gespräch mit dem Spielerinnenrat, wie Beese erklärt. In diesem habe er gemerkt, dass das Team weiterhin an leistungsorientiertem Fußball interessiert sei. „Ich mache es, weil die sportliche Perspektive da ist“, sagt Beese.

Der Weg nach Delmenhorst ist für ihn zwar auch nicht gerade besonders kurz, aber eben nicht so weit wie zu anderen Klubs. „Wenn man in einer Dreiviertelstunde am Trainingsplatz sein kann, ist das zwar eine relativ lange Fahrt, aber für die Regionalliga durchaus machbar“, meint Beese. Natürlich ist die Aufgabe für ihn auch deshalb reizvoll, weil er wieder in der Nähe seines ehemaligen Wirkungsbereiches tätig sein wird. Er sei hier noch sehr gut vernetzt und habe viele Kontakte, sagt Beese. „Wenn ich Zeit habe, gucke ich mir Spiele in Bremen und im näheren Bereich an“, fügt er hinzu. Aus den früheren Duellen zwischen Buntentor und Delmenhorst kennt er außerdem schon seinen neuen Verein, „einige Spielerinnen und die Spielart“, wie er bemerkt. „Daher passt das ganz gut.“

Zum Frauenfußball ist Beese übrigens eher zufällig gekommen. In Buntentor wollte er eigentlich die Herren trainieren, doch der Verein brauchte jemanden für die Regionalliga-Frauen. Beese übernahm das Team – und hatte Freude an der Arbeit: „Man hat bei den Frauen in der Regel eine sehr hohe Trainingsbeteiligung. Dann macht das Ganze viel Spaß. Deswegen bin ich dabei geblieben und habe es nie bereut.“

Beim TV Jahn wartet ab Juli eine doppelte Herausforderung auf ihn. Zum einen ist da der sportliche Reiz der Regionalliga, zum anderen die durch die Corona-Krise verursachte Ungewissheit, wann es wieder richtig losgeht. Doch Beese liebt solche Herausforderungen. „Ich bin 56, aber ich gehöre noch lange nicht zum alten Eisen. Dafür bin ich noch viel zu ehrgeizig“, stellt er klar.

Bernd Hannemann freut sich, mit Beese einen erfahrenen Fachmann verpflichtet zu haben. Er habe auch viele Gespräche mit Trainern aus dem Herrenbereich geführt, aber für Beese sprachen dann doch entscheidende Argumente. „Wir wollten jemanden haben, der Erfahrungen im Frauenbereich hat und uns vielleicht aufgrund seiner Kontakte helfen kann, neue Spielerinnen zu gewinnen“, erklärt Hannemann. Der Plan scheint aufzugehen. Wie der Jahn-Funktionär berichtet, gebe es bereits viel mehr Anfragen für ein Probetraining als in den vorherigen Spielzeiten. Hannemann lobt darüber hinaus die „guten Gespräche“ mit Beese. „Es geht auch um nicht-sportliche Dinge, da muss man sich einigen. Das hat in der Summe super gepasst.“

Bis zum 30. Juni ist jedoch erst mal noch Claus-Dieter Meier für das Team verantwortlich. „Er hat sich während der Corona-Krise ganz hervorragend um die Mannschaft gekümmert“, betont Hannemann. Es gebe kein böses Blut, „wir waren immer zufrieden mit der Arbeit.“ Manchmal seien aber neue Impulse nötig. Die sollen ab Sommer nun also von Jörg Beese ausgehen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+