Stacy Sillektis im Interview Vereinsidol wird nicht müde

Basketball-Trainer Stacy Sillektis spricht im Interview über die abgelaufene sowie kommende Saison der Delmenhorster Devils und über seine persönliche Zukunft.
27.03.2019, 12:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Johannson

Herr Sillektis, Sie hatten vor einer schwierigen Spielzeit gewarnt. Nun ist sie mit einem abschließenden 89:86-Saisonsieg gegen den bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter, BBC Osnabrück, positiv zu Ende gegangen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Stacy Sillektis: Mit dem fünften Platz bin ich auf jeden Fall zufrieden, weil wir unser Ziel erreicht haben. Gegen den Tabellenführer haben wir zwar gewonnen, aber der Gegner war nur mit sechs Mann da. Auch wir waren nicht vollständig, man darf dieses Spiel also nicht überbewerten. Dennoch tut uns der Sieg natürlich sehr gut, denn Osnabrück hat das sonst engste Spiel, glaub ich, mit 30 Punkten Vorsprung gewonnen.

Mit 84 Punkten pro Spiel besitzt Ihr Team die zweitbeste Offensive der Liga – welche Spieler haben Sie besonders überzeugt?

In der Offense haben wir jetzt keinen wirklichen Topscorer gehabt, der da mal eben 30 Punkte erzielt hat. Das hat sich auf mehreren Schultern verteilt. Insbesondere Ali Akkurt, Marco Mennebäck und Tim Frerichs fallen mir ein, aber auch Marc Polley muss ich da mitzählen.

Haben Sie Ihren Topscorer aus der Vorsaison, Terryl Woolery, aufgrund der guten Offensivleistungen überhaupt vermisst?

Den habe ich sehr vermisst, ganz klar. Ihn kannst du nicht mal eben so ersetzen. Terryl war eben nicht nur Topscorer, sondern hat auch jeden unserer Spieler stärker gemacht. Teilweise hat er nur zehn oder zwölf Punkte gemacht, aber 15 Rebounds geholt und zehn Assists gegeben. Diese Lücke konnte man nicht so einfach schließen, da mussten mehrere Leute einspringen. Insgesamt war ich mit der Offensive zufrieden.

Negativ zu erwähnen ist die Defensive des Teams, die mit 83 Punkten im Schnitt die schlechteste der Liga ist. Warum hat die Mannschaft die Probleme in der Verteidigung über die gesamte Spielzeit nicht in den Griff bekommen?

Das ist halt schwierig und war schon immer unsere Schwachstelle. Wir haben so viel versucht, zuletzt eine Zonen-Verteidigung und auch eine Presse ausprobiert. Aber die Spieler bemühen sich in der Defensive nicht so sehr wie in der Offensive. Dass wir die schlechteste Defense haben, wundert mich jetzt aber trotzdem. Daran müssen wir weiter arbeiten.

Nach der Saison ist vor der Saison – haben Sie schon mit der Kaderplanung für die kommende Spielzeit begonnen?

Ja, aber viel wird sich nicht verändern.

Werden also keine Spieler gehen?

Doch, Allori Cristian Pena wird uns leider verlassen. Er will wieder zurück nach Bremen. Weitere Abgänge wird es, Stand jetzt, jedoch nicht geben.

Werden Sie das Team mit neuen Spielern verstärken?

Zugänge können wir bislang nicht vermelden, aber wir sind ja auch noch früh dran. Die Saison ist gerade erst vorbei gegangen. Wir müssen jetzt noch ein bisschen im Pokal spielen und danach konzentrieren wir uns auf die neue Spielzeit.

Aber auf der Suche nach neuen Spielern sind Sie schon?

Ja, es gibt ein, zwei Spieler, die eventuell kommen wollen. Aber sie müssen halt auch ins Team hineinpassen. Ich bin kein Freund davon, wenn jemand spielerisch gut ist, aber menschlich nicht zu uns passt.

Auf welcher Position werden Sie dabei besonders hinschauen?

Uns fehlt so ein Riese unter dem Korb, der alles wegräumt. Aber in diese Rolle kann Jonas Scheffler hineinwachsen. Er hat jetzt auch schon ein paar Spiele bestritten und sich gut angestellt. Und im nächsten Jahr wird er noch ein bisschen stärker, darauf freue ich mich.

Sie gehen dann in Ihre 19. Saison als Trainer der Devils – wie viel Spaß macht Ihnen die Aufgabe eigentlich noch?

Die macht mir schon noch Spaß, weil ich die meisten Leute aus dem Verein kenne und mit vielen von ihnen groß geworden bin. Von daher ist das wie eine Familie für mich.

Wie lange können Sie sich denn diese Aufgabe als Trainer und Spieler noch vorstellen?

Als Trainer werde ich auf jeden Fall noch ein Jahr machen, vielleicht auch ein paar Jahre länger (lacht). Als Spieler muss man schauen, was passiert. Ich bin einsatzbereit, aber sollten wir genügend Leute haben, werde ich nicht spielen. Doch wenn ich gebraucht werde, werde ich versuchen, der Mannschaft mit ein paar Punkten zu helfen. Ich kann es ja noch einigermaßen, aber die Puste reicht eben nicht mehr ganz aus. Und auch die Schnelligkeit ist nicht mehr optimal.

Wie lautet das Ziel für die kommende Saison?

Ich habe nicht das Ziel aufzusteigen, sondern eine gute Saison zu spielen. Weil ich finde, dass wir mit dem Kader und den Voraussetzungen, die wir in Delmenhorst haben, mit der Oberliga gut bedient sind. Von daher ist der Klassenerhalt wichtig. Es ist natürlich immer schön, wenn man den relativ schnell schaffen würde. Aber man weiß nie, welche Mannschaften dazukommen und wie diese sich verstärken. Und in einer Liga mit zehn Mannschaften ist es bei zwei direkten Absteigern zumeist schwierig. Das Potenzial, die Klasse zu halten, ist aber auf jeden Fall vorhanden.

Das Interview führte Niklas Johannson.

Info

Zur Person

Stacy Sillektis

trainiert seit 19 Jahren die Basketballmannschaft des Delmenhorster TV. Er läuft selbst noch für die Devils auf, wenn Not am Mann ist. Diese Saison erreichten Sillektis und Co. erneut den Klassenerhalt, das erklärte Saisonziel.

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