Fußball-Oberliga „Wir müssen unsere Leistung bestätigen“

Atlas-Stürmer Marek Janssen spricht im Interview über sein erfolgreiches Debüt und die bisherigen Eindrücke von seinem neuen Verein.
23.09.2019, 17:40
Lesedauer: 3 Min
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„Wir müssen unsere Leistung bestätigen“
Von Justus Seebade

Ihr erstes Oberliga-Spiel für den SV Atlas Delmenhorst ist mit einem 5:1-Heimsieg und drei eigenen Treffern geendet. Von einer gelungenen Premiere zu sprechen, ist fast schon untertrieben.

Marek Janssen: Ja. Ich hätte nicht gedacht, dass ich von Anfang an spiele, sondern bin eher davon ausgegangen, dass ich zehn, 15 Minuten zum Einsatz komme. Als der Trainer dann zur Mannschaft sagte, dass wir heute einen Oberliga-Debütanten haben, war ich ziemlich glücklich. Dass es dann so läuft, hätte ich mir nicht träumen lassen. Ich weiß das aber richtig einzuordnen. Dass es jetzt natürlich nicht in jedem Spiel so weitergeht, ist klar.

Sie mussten seit der Niedersachsenpokal-Partie gegen den SC Spelle-Venhaus Ende Juli verletzt pausieren. Bei wie viel Prozent sind Sie jetzt?

Ich würde sagen, dass ich momentan bei etwa 75 bis 80 Prozent bin. Mir fehlt noch die Spritzigkeit und das Befreite vom Kopf her. Bei Muskelverletzungen ist es ja immer so, dass man auf seinen Körper hören muss. Wenn man zu früh anfängt, zieht es sofort wieder in den Muskel rein. Beim Laufen geht das dann, aber wenn eine unvorhergesehene Bewegung dazukommt, reißt es wieder auf, und dann dauert der Heilungsprozess wieder länger. Das ist momentan meine größte Angst: die Verletzung noch im Hinterkopf zu haben.

Atlas fehlte in der Vergangenheit im Angriff ein Knipser, der zuverlässig seine Tore erzielt. Nun sind Sie im ersten Spiel gleich mit drei Toren gestartet. Trauen Sie sich die Rolle auch auf lange Sicht zu?

Zutrauen würde ich sie mir natürlich schon. Dass es zu dem Einstand kam, ist für mich überragend. Das ist jetzt auch ein gutes Argument für den Trainer und eine Zurückzahlung für das Vertrauen, das mir Basti (Bastian Fuhrken, Sportlicher Leiter des SVA, Anm. d. Red) und der gesamte Verein gegeben haben, alleine schon mit der Verpflichtung. Ich wurde dafür geholt, Tore zu machen. Wie gut mir das gelingt, kann ich natürlich noch nicht sagen.

Sie sind vor der Saison vom SC BW Papenburg zu Atlas gewechselt. Welche Eindrücke haben Sie bislang von der Mannschaft und vom Verein insgesamt gesammelt?

Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Die Fans und der Verein sind überragend. Viele Leute lieben den Verein über alles, und das macht ihn halt aus. Das Trainerteam ist auch super, und über Basti brauchen wir nicht reden. Ohne ihn wäre der Verein nicht der, der er ist. Ich glaube auch nicht, dass ich ohne ihn gewechselt wäre, so wie er sich um mich gekümmert hat beziehungsweise sich um die ganze Mannschaft kümmert. Die negativen Sachen sind die Trainingsbedingungen und das Stadion. Ich komme beim Training ganz gut klar mit den Lichtverhältnissen, aber es gibt viele, die gar nicht richtig trainieren können, weil sie fast gar nichts sehen, da das Licht so schlecht ist. Auch dass man als erste Mannschaft keine eigene Kabine hat, finde ich schade. Wobei das noch nicht mal das Wichtigste ist. Generell ist alles veraltet. Wenn man auf die Tribüne geht, und ich saß da ja in den letzten Wochen zwangsweise öfter, sieht man, dass da mal ordentlich renoviert werden müsste.

Sie haben mit Ihrem Team einen hervorragenden Start hingelegt, sind nach sieben Partien noch immer ungeschlagen. Auch wenn die Saison noch jung ist: Was ist möglich?

Wenn wir wirklich von Spiel zu Spiel schauen, ist vieles möglich. Aber wir müssen unsere Leistung Woche für Woche bestätigen und auch ausbauen. Wir haben eine gute erste Halbzeit gegen Uphusen gespielt. Dieses Level wollen wir jetzt immer erreichen. Wir wollen in jedem Spiel über 90 Minuten die Leistung abliefern, die wir dort in den ersten 45 Minuten gezeigt haben. Wir wissen aber, dass es auch zwei, drei andere Mannschaften in der Liga gibt, die richtig stark besetzt sind.

Am kommenden Freitag geht es auswärts gegen Kickers Emden weiter. Ein interessantes Duell mit einer speziellen Atmosphäre. Da freuen Sie sich wahrscheinlich drauf.

Ja, klar. Das ist für mich auch noch mal ein besonderes Spiel. Ich komme ja aus Leer. Da und auch mit Papenburg waren das schon immer Derbys. Für die Fans ist das jetzt ein wichtiges Spiel und auch für beide Vereine. Wir müssen unsere Leistung bringen. Wir wissen, dass wir Emden schlagen können und – wenn wir weiter oben mitspielen wollen – auch schlagen müssen.

Das Interview führte Justus Seebade.

Info

Zur Person

Marek Janssen (22)

ist vor der laufenden Saison vom SC BW Papenburg zum SV Atlas Delmenhorst gewechselt. Am vergangenen Sonntag feierte er nach wochenlanger Verletzung gegen den MTV Wolfenbüttel sein Oberliga-Debüt und erzielte dabei direkt einen Dreierpack.

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