Fußball

Zwischen Hoffen und Bangen

Momentan ruht auf den Plätzen in der Region der Ball. Doch was ist für die Mannschaften aus Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg im weiteren Verlauf der Saison noch möglich? Eine Prognose.
02.01.2020, 15:10
Lesedauer: 6 Min
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Zwischen Hoffen und Bangen
Von Justus Seebade
Zwischen Hoffen und Bangen

Für Tom Schmidt und den SV Atlas Delmenhorst geht es in der Oberliga darum, den zweiten Platz zu halten.

INGO MÖLLERS

Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Das neue Jahr ist noch jung, sehr jung sogar. Die Fußballer aus der Region befinden sich aktuell in der Winterpause, bis die Saison weitergeht, dauert es noch einige Wochen. Eine Zwischenbilanz hat der DELMENHORSTER KURIER bereits gezogen – doch was könnten die kommenden Monate noch so bringen? Wo landen die Teams aus der Regional-, Ober-, Landes- und Bezirksliga am Ende? Eine Prognose.

Oberliga: SV Atlas Delmenhorst

Nach einer verhältnismäßig kurzen Winterpause geht es für den SVA planmäßig am 8. Februar mit einem Heimspiel gegen Arminia Hannover weiter. Auf dem Papier ist das eine machbare Aufgabe. Die Landeshauptstädter belegen im Klassement aktuell den zehnten Platz. Angesichts der Tatsache, dass es im Kampf um Relegationsrang zwei eng zugeht, wäre ein Sieg zum Jahresauftakt durchaus wichtig. Sonst könnte der leichte Vorteil, den Atlas (19 Spiele, 41 Punkte) aktuell gegenüber dem VfL Oldenburg (20, 41), SC Spelle-Venhaus (20, 39) und Egestorf-Langreder (18, 36) hat, schnell dahin sein.

Generell gilt es für das Team von Trainer Key Riebau, insbesondere seine Partien vor heimischem Publikum zu gewinnen. Die Blau-Gelben empfangen viele Gegner, die sie absolut bezwingen können beziehungsweise bezwingen müssen, wenn sie die derzeitige Platzierung halten wollen. TB Uphusen, Kickers Emden, Eintracht Northeim, BW Tündern, MTV Gifhorn, FT Braunschweig, TuS Bersenbrück und MTV Eintracht Celle heißen die Kontrahenten, die nach Arminia Hannover noch ins Düsternortstadion kommen.

Wenn Atlas in diesen Partien konstant punktet – möglichst dreifach – und dazu in den schwierigen Auswärtsspielen gegen die direkte Konkurrenz eine gute Figur abgibt, ist es durchaus möglich, auch am Saisonende auf dem zweiten Platz zu stehen. Das Potenzial hat die Mannschaft definitiv. Wenn nach der Winterpause ein guter Start gelingt, könnte der Atlas-Express wieder Fahrt aufnehmen. Wieder gut reinzukommen, wird eine wichtige Rolle spielen.

Prognose: Platz zwei bis drei

Landesliga: VfL Wildeshausen

Von Anfang an war klar, dass es für die Krandelkicker nur um den Klassenerhalt geht. Schließlich müssen von 17 Mannschaften am Ende gleich sechs den Gang nach unten antreten. In der Hinrunde hat sich der VfL gut verkauft. Zur Winterpause steht er als Achter über dem Strich. Doch vom Tabellen-14. SV GW Mühlen trennt die Wildeshauser, die nach 16 Partien 21 Punkte auf dem Konto haben, lediglich ein einziger Zähler.

Dass in der Liga nach der Winterpause auf einmal klare Verhältnisse herrschen, manche Teams plötzlich nur noch gewinnen oder verlieren, erscheint ziemlich unwahrscheinlich. Vermutlich wird es bis zum Saisonende eine ganz enge Geschichte. Doch die Wildeshauser haben die Qualität, um den Klassenerhalt zu schaffen. Auch bei ihnen wird es direkt einmal wichtig sein, wie sie aus der Winterpause kommen. Es stehen zum Auftakt nämlich drei Duelle mit Mannschaften an, die momentan hinter dem VfL rangieren. Am 23. Februar tritt er beim aktuellen Schlusslicht SV Union Lohne an. Weiter geht es mit einem Heimspiel gegen den punktgleichen BV Cloppenburg und der Auswärtsaufgabe beim derzeitigen Vorletzten SV Falke Steinfeld.

Wenn die Krandelkicker in diesen Partien regelmäßig punkten, vielleicht sogar sieben bis neun Zähler holen, wäre ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Ligaverbleib gemacht. Von einer Entscheidung wären sie aber natürlich immer noch weit entfernt. Denn was zum nahe beieinanderliegenden Klassement hinzukommt, ist die Tatsache, dass die Tabelle ziemlich verzerrt ist. Während manche Teams bereits 18- oder gar 19-mal auf dem Feld standen, haben Union Lohne und der SC BW Papenburg erst 14 Spiele absolviert.

Prognose: Knapper Klassenerhalt

Bezirksliga: SV Tur Abdin Delmenhorst

Dass die Mannschaft von Trainer Andree Höttges noch mal ganz oben angreifen kann, ist unwahrscheinlich. Dafür scheinen die beiden Teams aus Wilhelmshaven zu konstant zu sein – und genau das ist Abdin eben nicht. Als Ziel ist der dritte Platz aber durchaus realistisch. GVO Oldenburg hat mit 27 Punkten nur einen mehr als die Delmenhorster. Zum Start der Restserie sollte daheim gegen den TSV Abbehausen ein Sieg her. Danach steht das Derby beim heimstarken VfL Stenum an, also bei einem Team, das auf jeden Fall das obere Drittel im Visier hat. Drei Wochen später empfängt Abdin den SV Baris, der aktuell direkt hinter den Aramäern rangiert, zum Derby. Mit positiven Ergebnissen in den ersten Wochen kann die Höttges-Elf ihre Ausgangslage also direkt noch mal enorm verbessern. Wenn sie sich nicht zu viele Patzer leistet, sollte sie am Ende in etwa dort stehen, wo sie sich jetzt befindet.

Prognose: Platz drei bis fünf

Bezirksliga: SV Baris Delmenhorst

Als Fünfter haben die Kicker von der Lerchenstraße 24 Zähler auf dem Konto und damit acht mehr als der FC Hude, der auf dem ersten von zwei Abstiegsplätzen steht – und bei dem Baris im ersten Spiel nach der Winterpause antritt. Wenn das Team von Coach Önder Caki das Derby für sich entscheiden sollte, dürfte es die restliche Saison erst mal recht entspannt angehen. Doch auch eine Niederlage wäre angesichts des Polsters kein Beinbruch. Vor allem die folgenden Heimaufgaben sind mit dem TuS Obenstrohe und SV Ofenerdiek machbar. Schöpft der SVB seine spielerischen Möglichkeiten aus, sähe es dann schon richtig gut aus. Um tatsächlich im oberen Drittel zu bleiben, bedarf es der zuletzt gezeigten Konstanz.

Prognose: Einstelliger Tabellenplatz

Bezirksliga: VfL Stenum

Die Mannschaft von Trainer Thomas Baake kommt bereits eine Woche vor der Konkurrenz aus der Winterpause. Die Restserie beginnt am 1. März auswärts gegen den TuS Obenstrohe, der sich schnellstmöglich aus der Abstiegszone befreien will. Mit der haben die Stenumer nichts zu tun. Mit soliden 23 Punkten belegen sie derzeit den sechsten Rang. Wenn es nach dem Potenzial geht, sollte es dieser am Ende mindestens sein. Was dem VfL zugutekommen könnte, ist, dass er sehr heimstark ist und zu Hause auf viele Gegner trifft, die auf dem Papier keine allzu harten Brocken sind – etwa BW Bümmerstede, Heidmühler FC oder SV Ofenerdiek. Mit weiterhin regelmäßigen Heimsiegen sollte Stenum das Fundament für eine zufriedenstellende Abschlussplatzierung legen können.

Prognose: Oberes Tabellendrittel

Bezirksliga: TuS Heidkrug

Mit dieser Ausgangslage zur Winterpause war beim Aufsteiger nun wahrlich nicht zu rechnen. Das Team von Coach Selim Karaca belegt mit 23 Punkten den siebten Platz, hat sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone und außerdem ein bis zwei Spiele weniger absolviert als die meisten Konkurrenten. Gesichert ist die Klasse natürlich noch nicht, doch wenn der Neuling die gezeigten Leistungen bestätigen kann, ist es durchaus möglich, dass er vorzeitig den Ligaverbleib feiern kann. Die Restserie beginnt mit zwei Heimspielen gegen den SV Ofenerdiek und BW Bümmerstede – zwei schlagbare Gegner. Wenn die Heidkruger diese Partien gewinnen und danach nicht völlig einbrechen, sollten sie den Klassenerhalt schaffen. Möglicherweise sogar recht locker.

Prognose: Vorzeitiger Klassenerhalt

Bezirksliga: FC Hude

Das Team von Trainer Lars Möhlenbrock ist aus hiesiger Sicht das einzige richtige Sorgenkind. Lediglich 16 Punkte aus 16 Partien, Tabellenplatz 14 – dass die Huder zur Winterpause einen Abstiegsrang belegen, kommt ziemlich überraschend. Die Ziele waren ganz andere. Gleichwohl steht fest, dass sie auf jeden Fall das Potenzial haben, sich aus der gefährlichen Zone zu befreien, zumal ja nur zwei Mannschaften absteigen. Das Auftaktprogramm der Restserie hat es allerdings in sich. Zunächst empfängt Hude den SV Baris. Danach geht es zum FC Rastede, ehe mit Frisia Wilhelmshaven und GVO Oldenburg zwei richtig komplizierte Aufgaben warten. Der Weg zum Klassenerhalt wird wohl kein einfacher. Letztlich sollte die Qualität aber reichen.

Prognose: Klassenerhalt

Regionalliga: TV Jahn Delmenhorst

Eine berauschende Saison spielen die Damen von Coach Claus-Dieter Meier nicht. 15 Punkte aus elf Partien, nur drei Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone – so lautet die durchwachsene Bilanz bis dato. Dennoch sollte der Klassenerhalt eigentlich kein Problem sein. Es müssen nur zwei Teams runter, mit dem TuS Büppel (fünf Punkte) scheint ein Absteiger nahezu festzustehen. Am 1. März geht es mit dem Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV weiter, der direkt vor den Jahn-Frauen rangiert. Dann folgen zwei Duelle, die das Team für sich entscheiden sollte: daheim gegen den Vorletzten Walddörfer SV und auswärts gegen Büppel. Die Violetten können sich also schnell einen Vorsprung erarbeiten, der sie die restliche Saison relativ beruhigt angehen lassen würde. Im Normalfall müsste es auch so kommen.

Prognose: Gesichertes Mittelfeld

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