Auseinandersetzung zwischen zwei Familien Spurensicherung nach Schusswechsel

Delmenhorst. In der Schlehenstraße fielen Schüsse. Die alarmierte Polizei rückte mit einem Großaufgebot dorthin aus und fand in einem Einfamilienhaus zwei in eine Auseinandersetzung verstrickte Gruppen vor:.Rund 20 Angehörige zweier Familien waren in Streit geraten.
06.05.2010, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Spurensicherung nach Schusswechsel
Von Christina Steinacker

Delmenhorst. Manche werden noch vor dem Fernseher gesessen haben, andere schliefen vielleicht schon. Gegen 22 Uhr dürften die in nächster Nähe wohnenden Nachbarn in der Schlehenstraße aber schlagartig wieder wach gewesen sein: In ihrer beschaulichen Wohnstraße fielen am Dienstagabend Schüsse. Die alarmierte Polizei rückte mit einem Großaufgebot dorthin aus und fand in einem Einfamilienhaus zwei in eine Auseinandersetzung verstrickte Gruppen vor. Bei den rund 20 Beteiligten handelte es sich um die Angehörigen zweier Familien, die in Streit geraten waren.

Etwa zehn Mitglieder der einen Familie waren demnach am Dienstagabend vor dem Haus der anderen Familie in der Schlehenstraße vorgefahren. Auf dem Grundstück hatte sich dann eine Auseinandersetzung entwickelt. 'Erst haben sie sich nur beschimpft, dann eskalierte der Streit', sagte Polizeisprecherin Kerstin Epp. Dabei sei nach den vorliegenden Erkenntnissen auch geschossen worden. 'Anwohner riefen uns an, berichteten von einem Schusswechsel', erzählte Epp. Und auch die leichten Verletzungen zweier Beteiligter deuteten daraufhin hin, dass sie Geschosse abbekommen hätten. Ein weiterer Mann erlitt Verletzungen im Gesicht, die aber von einer rein körperlichen Auseinandersetzung herrührten. Die Verletzungen seien jedoch allesamt so leicht gewesen, dass nach einer Erstversorgung keine weitergehende medizinische Behandlung erforderlich war.

Großaufgebot als Schlichter

Die Polizei war mit einem Großaufgebot angerückt, um die streitenden Parteien - beide Familien wohnen in Delmenhorst - zu trennen. 'Es wurden alle Wagen geschickt, die im näheren Umfeld verfügbar waren', berichtete Polizeisprecherin Epp. Vor Ort nahm die Polizei anschließend die Personalien der Beteiligten auf und begann mit den Ermittlungen. 'Der Tatort wurde heute Nacht noch begutachtet, die Spurensicherung war dort', schilderte Epp.

Worum es bei dem Streit gegangen ist, stand gestern trotzdem noch nicht fest. 'Die Beteiligten sind noch in der Nacht befragt worden, sie beschuldigen sich alle gegenseitig.' Man habe sie mit auf die Dienststelle genommen, wo sie den gestrigen Tag über weiter vernommen wurden. Derweil sonnten sich einige der Hausbewohner gestern Mittag schon wieder im Garten des Einfamilienhauses. Andere gingen aufgeregt die Einfahrt auf und ab oder lehnten entspannt am Gartenzaun und beobachteten die Szenerie, die sich ihnen bot. Denn drinnen durchkämmten abermals Beamte der Spurensicherung die Räumlichkeiten.

Der Trubel zur Mittagszeit lockte allerdings nicht viele Anwohner auf die Straße. Die meisten waren noch nicht zu Hause, einige der Wenigen verbargen ihre Neugier hinter Fenstern. Etwa 100 Meter entfernt, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, standen drei Nachbarn. Der Schrecken saß auch bei ihnen tief. Nein, sagen wollten sie nichts. Jedenfalls nicht viel. Den Tumult am Vorabend hätten sie schon mitbekommen, seien aber in ihren Häusern geblieben. 'Da bekommt man ja langsam Angst', sagte eine Nachbarin. Auffällig sei die mehrköpfige Familie bisher aber nicht gewesen, bestätigte ein anderer Anwohner.

Etwas ängstlich war auch eine Frau, die zwei Häuser neben der Familie wohnt. Nur zaghaft öffnete sie ihre Haustür und lugte durch einen schmalen Spalt hervor. Sie habe noch nicht geschlafen, habe nur heftiges Gepolter gehört und dann die Polizei gerufen. 'Die sagten mir dann, dass sie schon raus seien', bemerkte sie und schloss schnell wieder die Tür.

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