Schülermangel Stadt will Schulen zusammenlegen

Delmenhorst. Die Schülerzahlen sinken, die demografische Entwicklung macht auch vor der Schullandschaft nicht Halt. Das ist aus Sicht der Stadtverwaltung 'die bittere Wahrheit', wie Oberbürgermeister Patrick de La Lanne sagte. Er stellte die Zahlen und die möglichen Konsequenzen vor.
07.05.2010, 05:00
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Stadt will Schulen zusammenlegen
Von Kai Purschke

Delmenhorst. Die Schülerzahlen sinken, die demografische Entwicklung macht auch vor der Schullandschaft nicht Halt. Das ist aus Sicht der Stadtverwaltung 'die bittere Wahrheit', wie Oberbürgermeister Patrick de La Lanne sagte. Er stellte am Donnerstag die Zahlen und die möglichen Konsequenzen zusammen mit Fachbereichsleiter Arnold Eckardt vor. Beide räumten ein, dass die Informationsstreuung insbesondere an die Eltern im Vorfeld nicht so ganz optimal gewesen sei.

Aber sie unterstrichen auch und vor allem, dass die Weichen gestellt werden müssen. 'Irgendwann haben wir 600 bis 650 Geburten für 16 Grundschulen', rechnete Eckardt vor, der vor einem enormen Schülerrückgang sprach und mit Zahlen jonglierte. Auf Grundlage des sogenannten Kramer-Gutachtens und der Vorschläge des 'Arbeitskreises Schulentwicklungsplanung' will die Verwaltung die Politik darüber befinden lassen, ob erstens die Integrierte Gesamtschule (IGS) um zwei Züge erweitert wird und zweitens die Haupt- und Realschulen im Stadtsüden und Stadtnorden zusammengelegt werden.

Informationsbedarf erkannt

Was der OB mit den Worten 'Wir haben eingesehen, dass es erheblichen Infobedarf gibt' beschrieb, erklärte Eckardt mit: 'Das Ausmaß der Katastrophe ist uns nach der ersten Sitzungsvorlage klar geworden.' Denn in der war die Realschule Lilienstraße als neues Zuhause einer IGS-Erweiterung explizit aufgeführt gewesen. Es sei gar nicht klar, ob und wenn ja, welche Schule die IGS-Erweiterung treffe, erklärten beide. Und sie unterstrichen, dass angesichts der Haushaltslage ein Neubau an der bestehenden IGS nicht möglich sei.

Demnach müssen nach der Erweiterung die künftigen IGS-Schüler irgendwo untergebracht werden - die Realschule Lilienstraße befindet sich in direkter Nähe. Die betroffenen Eltern fühlen sich bisher nicht hinreichend informiert und zum Teil auch verschaukelt, wie Melanie Hanisch, stellvertretende Schulelternratsvorsitzende der Realschule an der Lilienstraße auf Nachfrage gestern erklärte. 'Und wenn informiert wurde, dann nicht umfassend und ehrlich', behauptet Hanisch. So seien seitens der Verwaltung in einer Versammlung Folien aufgelegt worden, 'auf denen IGS-Nutzung Räume Lilienstraße' gestanden habe. Hanisch: 'Als wir nachgefragt hatten, wurde uns gesagt, das habe nichts zu bedeuten.' Einen Tag später aber habe die Verwaltung die erste Version der Beschlussvorlage online gestellt. Nach dem Aufschrei der Eltern gab es eine geänderte Beschlussvorlage (wir berichteten). 'Das hätte man doch alles mit den Betroffenen zusammen klären können', wirft Hanisch der Verwaltung vor. Sie wisse aber, dass der Einzug der erweiterten IGS an die Lilienstraße die wirtschaftlich beste Lösung sei - was auch diverse Politiker so sehen, wie zu erfahren war.

Am 12. Mai will die Verwaltung nun mit den Realschulvorständen sprechen, am Donnerstag hatte sie das Kramer-Gutachten an die Schulen verschickt. Zu spät - denkt die CDU, die per Pressemitteilung erklärte, dass für eine faire Diskussion die Eltern viel eher hätten informiert werden müssen. Die Christdemokraten fragten sich, 'warum für ein Einkaufszentrum richtigerweise eine Bürgerversammlung einberufen wurde, jedoch dies bei der Schulentwicklungsplanung unterlassen wurde'.

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