Städtische Galerie Zeichnungen im Mittelpunkt

Das Haus Coburg wirbt für zwei neue Ausstellungen. Sandra Boeschensteins Schau dreht sich um Zeichnungen im erweiterten Sinne. Und Kolja Burmester bietet einen besonderen Porträt-Service an.
22.04.2021, 14:56
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Zeichnungen im Mittelpunkt
Von Annika Lütje

Etliche Bleistifte und Radiergummis dürften die Opfer der zwei aktuellen Ausstellungen in der Städtischen Galerie Haus Coburg sein. Denn dort dreht sich derzeit alles um Zeichnungen. Die beiden Künstler und deren Arbeiten unterscheiden sich allerdings in ihren Formaten und Arbeitsweisen.

Sandra Boeschenstein aus Zürich zeigt in der Ausstellung „Besuche von Rändern im Zentrum“ ihre neuesten Arbeiten, die sie zwischen November 2020 und April 2021 während ihres Fellowships am Hanse-Wissenschaftskolleg geschaffen hat. Doch nicht nur auf Papier, sondern auch direkt an den Wänden der Galerie hat sie gezeichnet – sie hat Fäden gespannt und zarte Installationen aufgebaut, sie hat Zitronen, Gläser, perspektivische Brüche und immer wieder den Künstlerinnenkörper selbst verwendet.

In der Remise der Galerie bietet der Bremer Künstler Kolja Burmester einen besonderen Service an – und so heißt auch seine Ausstellung, die gleichzeitig als Atelier dient. Dort arbeitet er in den kommenden Wochen in der Tradition eines Stadtzeichners und füllt nach und nach die Wände der Remise mit Zeichnungen – genauer gesagt mit Porträtzeichnungen. Für 30 Minuten Arbeitszeit bekommt der Künstler zehn Euro und fertigt in dieser Zeit ein kleinformatiges Porträt an. Die Buntstiftzeichnung ergänzt er durch einen poetisch prägnanten Satz, der die konkret erlebte Situation beschreibt. Mit jeder Porträtsitzung wächst die Ausstellung und die Besucher können an der Realisierung teilhaben.

Solange die Galerie coronabedingt geschlossen bleiben muss, arbeitet der Künstler jeden Tag in der Ausstellung. Die Begegnungen verlegt er in den digitalen Raum. Telefonisch können Termine vereinbart werden, um online Porträt zu sitzen.

Die Ausstellungen und Publikationen werden finanziell vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, von der Oldenburgischen Landschaft, der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und der Volksbank Delmenhorst Schierbrok unterstützt.

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