Drei Flüchtlingssozialarbeiterinnen nehmen im Landkreis Oldenburg ihre Arbeit auf Startaufstellung gefunden

Der Landkreis und das Diakonische Werk kooperieren bei dem Versuch, Asylsuchenden und Flüchtlingen den Einstieg in ihr neues Leben möglichst einfach zu gestalten. Der Beratungsbedarf der Neuankömmlinge ist hoch. Auch deshalb nehmen jetzt drei Flüchtlingssozialarbeiterinnen ihre Arbeit auf.
04.02.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Marco Julius

Der Landkreis und das Diakonische Werk kooperieren bei dem Versuch, Asylsuchenden und Flüchtlingen den Einstieg in ihr neues Leben möglichst einfach zu gestalten. Der Beratungsbedarf der Neuankömmlinge ist hoch. Auch deshalb nehmen jetzt drei Flüchtlingssozialarbeiterinnen ihre Arbeit auf.

Beraten, vernetzen, Wege weisen, Hilfestellungen geben, einfach da sein – so lässt sich die Aufgabe – zugegeben: stark verkürzt – beschreiben, die jetzt die drei Flüchtlingssozialarbeiterinnen Stephanie Alkoyun, Luzia Rogahn-Sasse und Sandra Baba vom Diakonischen Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land übernehmen. Zur Erinnerung: der Landkreis und die Diakonie sind eine Kooperation eingegangen, um Asylsuchende und Flüchtlinge umfassend betreuen zu können. Mit den Flüchtlingssozialarbeiterinnen habe man jetzt eine gute Startaufstellung, sagt Bodo Bode (Dezernent Soziales im Kreishaus). Bis zum Sommer wolle man nun schauen, ob das Angebot passgenau sei und ausreiche oder ob nachgebessert werden muss. „Der Kreistag hat fraktionsübergreifend die Bereitschaft signalisiert, weitere Mittel – wenn nötig – bereitzustellen.“

Frank Eden koordiniert den Einsatz der Sozialarbeiterinnen für die Diakonie. „Der Beratungsbedarf ist hoch“, sagt er. 500 Asylsuchende und Flüchtlinge hat der Landkreis bereits zugewiesen bekommen, 530 weitere werden, so ist der derzeitige Schlüssel, bis Ende September folgen. Während der Kreis zum Beispiel dafür zuständig ist, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, sieht das Konzept der Diakonie Hilfe im Anschluss vor. Ob es um benötigten Hausrat oder Möbel geht, um Hilfe bei Behördengängen, um den Arztbesuch oder die Orientierung am neuen Wohnort: Die Flüchtlingssozialarbeiterinnen stehen für Fragen parat.

Franz-Josef Franke (Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Delmenhorst/Oldenburg-Land) betont zudem, dass es auch darum geht, dass die Menschen, die aus aller Herren Länder in den Landkreis fliehen, erst einmal zur Ruhe kommen. Eigentlich sei vorgesehen, dass Neuankömmlinge zunächst sechs Wochen bis drei Monate in den zentralen Aufnahmelagern unterkommen. Dort werde eigentlich auch der Asylantrag gestellt. „Aktuell kommen die Menschen aber bereits zwei Wochen nach ihrer Ankunft zu uns“, verdeutlicht Franke. Zeit für Ruhe, Orientierung und für eine vernünftige Beratung sei dann in den Lagern kaum gewesen.

Die Flüchtlingssozialarbeiterinnen arbeiten jeweils 30 Stunden in der Woche. Stephanie Alkoyun, die deutsch-kurdische Wurzeln hat, kümmert sich um Wildeshausen, Harpstedt und Dötlingen. Ihre Kollegin Ludzia Rogahn-Sasse ist für Großenkneten, Wardenburg und Hatten zuständig. Sandra Baba, die ursprünglich aus dem Irak kommt, übernimmt Ganderkesee und Hude. Neben festen Sprechzeiten suchen alle drei die Flüchtlinge und Asylsuchenden auch direkt auf. „Wir bekommen dann auch viele Fragen gestellt, die die Kultur betreffen“, sagt etwa Sandra Baba. Die Resonanz sei enorm, Fragen gibt es viele.

Franke ist erfreut darüber, das derzeit auch immer mehr ehrenamtliches Engagement entsteht, in den Kirchengemeinden, aber auch ohne religiösen Hintergrund. „Das ist eine Brücke in die Gesellschaft, eine Brücke in Richtung Integration“, sagt er. Das, was Ehrenamtliche leisten, bekomme man allein mit Hauptamtlichen nicht hin. Zudem lobt er den Versuch, Flüchtlinge und Asylsuchende weiterhin dezentral unterzubringen. „Das ist ein Schlüssel für das gute Miteinander. Denn: Je größer die Einrichtung, desto größer das Problem.“ Dass Probleme möglichst früh erkannt und gelöst werden können, dafür setzen sich jetzt auch die Flüchtlingssozialarbeiterinnen ein.

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