Vortragsabend an der Volkshochschule beschäftigt sich mit dem individuellen Energieverbrauch Strom und Geld sparen

Delmenhorst. Martin Aßmann kann sich beim Thema Klimaschutz trefflich aufregen. Vor Kurzem echauffierte er sich heftig, als er Zeitung las. Der Journalist hatte sich in dem Text Sorgen um die ästhetische Zukunft Deutschlands gemacht, denn seiner Meinung nach sehen Windräder, Fotovoltaik-Anlagen und Energiesparlampen einfach nicht gut aus. Aßmann kann es nicht fassen, dass im Jahr 2011 solche Texte zu lesen sind. Die Welt braucht eine Energiewende, weg von fossilen Energieträgern wie Erdgas, Öl und Kohle, weg von Atomkraft. "Langfristig benötigen wir 100 Prozent erneuerbare Energien", sagt der Ingenieur, der auch das Technologiezentrum auf der Nordwolle leitet.
19.05.2011, 05:00
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Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Martin Aßmann kann sich beim Thema Klimaschutz trefflich aufregen. Vor Kurzem echauffierte er sich heftig, als er Zeitung las. Der Journalist hatte sich in dem Text Sorgen um die ästhetische Zukunft Deutschlands gemacht, denn seiner Meinung nach sehen Windräder, Fotovoltaik-Anlagen und Energiesparlampen einfach nicht gut aus. Aßmann kann es nicht fassen, dass im Jahr 2011 solche Texte zu lesen sind. Die Welt braucht eine Energiewende, weg von fossilen Energieträgern wie Erdgas, Öl und Kohle, weg von Atomkraft. "Langfristig benötigen wir 100 Prozent erneuerbare Energien", sagt der Ingenieur, der auch das Technologiezentrum auf der Nordwolle leitet.

Was für diese Energiewende nötig ist, erzählen Aßmann und Stefan Tholen von der EWE auf Einladung der VHS am 31. Mai. "Die Zukunft hat schon begonnen. Energie ohne Kernkraft" ist ihr Thema. Aßmann wird über den Ersatz der Atomkraft, die immerhin rund 22 Prozent der deutschen Energieversorgung ausmacht, berichten. Und Tholen wird darüber sprechen, was jeder einzelne tun kann, um weniger Strom zu verbrauchen.

Eigenes Verhalten ändern

Denn in einem sind sich die beiden Männer einig: Es reicht nicht aus, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen und immer stromsparendere Geräte zu entwickeln. Das Wichtigste ist: Alle müssen ihr Verhalten ändern. "Wir leben so, als wenn wir vier Erden hätten", sagt Aßmann. Selbst der Stromverkäufer EWE erklärt seinen Kunden, was sie tun können, um ihren Verbrauch zu senken. "Man kann damit sofort anfangen, wenn man nach Hause kommt", sagt Tholen.

Sein Arbeitgeber hat deswegen ein kleines "Energie-Sparbuch" herausgegeben, in dem sich Tipps fürs Stromsparen finden. Es sind meist kleine Dinge, die dort drin stehen. Zum Beispiel, elektrische Geräte nach dem Gebrauch abzuschalten. Um ganz sicher zu gehen, dass nichts mehr verbraucht wird - viele Geräte saugen auch im Stand-by-Modus Strom -, empfiehlt der Energieversorger, ausschaltbare Steckerleisten oder Zeitschaltuhren. In dem Büchlein findet sich auch Platz, um den Strom- und anderen Energieverbrauch zu notieren. "Es ist wichtig, das zu visualisieren", sagt Tholen. Erst dann wird vielen Kunden bewusst, dass sie einige wahre Stromfresser im Haushalt untergebracht haben.

Auch die Wärmedämmung im eigenen Haus spielt eine große Rolle für die Zukunft - auch wenn das Thema erstmal weniger mit dem Abschalten der Atomkraftwerke zu tun hat. Aber schließlich geht es um den Klimaschutz, und da reicht es nicht, wenn nur der Stromverbrauch in Deutschland reduziert wird, auch fürs Heizen muss zukünftig weniger Energie verwendet werden. "Ich habe mein Büro in Braunschweig saniert: Wir verbrauchen jetzt 30 Prozent weniger Wärme", gab Aßmann ein Praxisbeispiel. Auch im Technologiezentrum habe er durch Fenstersanierungen den Heizenergiebedarf reduziert. Auf diese Weise rechne sich eine Investition in eine energetische Sanierung meistens schon innerhalb weniger Jahre. "Aber zusätzlich muss der Bund auch Anreize für solche Maßnahmen schaffen", fordert Aßmann. Und die Bürger müssen diese Angebote dann auch nutzen. Aber dafür gibt es ja den Vortragsabend. "Davon sollen alle Delmenhorster etwas haben, jeder soll erfahren, was er selbst zum Energiesparen beitragen kann",

sagt Kai Reske von der VHS.

"Die Zukunft hat schon begonnen. Energie ohne Kernkraft", Dienstag, 31. Mai, 18 Uhr, Vortragssaal der VHS (Raum 8)

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