Terre-des-Hommes-Ortsgruppe

Unterschriften für mehr Kinderrechte

Die Ortsgruppe des Kinderhilfswerk Terre des Hommes hat sich eine Alternative zu den üblichen Spendenaktionen überlegt und nutzt einen Pop-Up-Laden in der Delmenhorster Innenstadt als Ausstellungsort.
11.12.2020, 17:02
Lesedauer: 3 Min
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Von Lina Wentzlaff
Unterschriften für mehr Kinderrechte

Die Pop-Up-Ausstellung an der Langen Straße 97 informiert Passanten über die Kampagne.

INGO MÖLLERS

In Corona-Zeiten gehen die Spenden für soziale Initiativen und Einrichtungen teilweise zurück. Das liegt auch daran, dass viele Benefiz-Veranstaltungen coronabedingt nicht stattfinden können. „Das Sammeln von Spenden ist derzeit nicht ganz einfach“, betont Regina Hewer, Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Kinderhilfswerks Terre des Hommes. Deswegen hat sich die ehrenamtliche Gruppe eine interessante Alternative zu den üblichen Spendenaktionen überlegt und nutzt einen sogenannten Pop-Up-Laden in der Delmenhorster Innenstadt als Ausstellungsort.

Das kleine, leer stehende Ladenlokal liegt an der Langen Straße 97 im Zentrum der Delmenhorster City. „Der Standort ist ideal“, erklärt Hewer. Schon 2015 habe es eine ähnliche Aktion der Ortsgruppe Delmenhorst-Ganderkesee in Kooperation mit städtischen Partnern gegeben, erinnert sie sich mit ihrem Ehemann Daniel Hewer. Da zurzeit Straßenaktionen nicht möglich seien, kam den Aktiven die Idee, erneut ihr Anliegen auf diesem Weg vorzustellen. Nach kurzer Recherche kam der Kontakt zur Firma Kristensen-Invest zustande. „Das ging dann alles ganz schnell und sehr unbürokratisch“, bedankt sich Regina Hewer. So könne im Gegenzug das aufpolierte Schaufenster das Stadtbild ein wenig verschönern, bis das Geschäft im Citypoint-Untergeschoss anderweitig benötigt werde. „Das ist eine Win-win-Situation“, ergänzt sie.

Da auch Unterschriftenaktionen von den Einschränkungen durch die Pandemie betroffen sind, kann auf einen Knopfdruck mit dem Handy unterstützt werden. „Dazu haben wir in ein Schaufester einen QR-Code geklebt“, erklärt die Ehrenamtliche. Neben der Online-Verlinkung zu der Aktionsseite ist der Laden zusätzlich auch mit einigen Informationen zum Verein, der Ortsgruppe sowie den Projekten dekoriert. „Dabei steht dieses Jahr vor allem unsere Kampagne ‚My Planet, My Rights‘ zum Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt im Vordergrund“, sagt Hewer. Denn ein solches Recht sei in der Kinderrechtskonvention der UN von 1989 nicht enthalten. Deswegen informiert die ehrenamtliche Gruppe Delmenhorst-Ganderkesee über die Rechte von Kindern und die Notwendigkeit, auch das Recht auf eine gesunde Umwelt anzuerkennen.

Die globale Umweltkrise, Klimawandel, Artensterben, Plastikflut sowie Wasser- und Luftverschmutzung seien insbesondere Gefahren für die Lebenschancen von Kindern. „Derzeit gibt es aber kein global anerkanntes Recht, das alle Staaten und gesellschaftlichen Akteure dazu verpflichtet, Kinder vor Umweltgefahren zu schützen“, betont die Vorsitzende. Laut Terre des Hommes sterben rund 1,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren jährlich durch Umweltschäden. „Aber auch in Deutschland wurden bei 97 Prozent der Kinder und Jugendlichen Substanzen im Blut, die aus Plastik stammen, nachgewiesen“, sagt Hewer. Die weltweite Kampagne fordere daher, dass das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt verbindlich anerkannt wird. Mitglieder aus mehr als 40 Länder engagieren sich trotz der Corona-Pandemie derzeit für diese Ziele.

Das Kinderhilfswerk ist als gemeinnützig anerkannt und trägt das DZI-Spendensiegel. Es fördert über 400 Projekte in rund 30 Ländern, in der Regel mit einheimischen Partnerorganisationen ganz nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Insgesamt sind es fünf Aktive, die den kleinen Ortsverein, der 2004 gegründet wurde, mitgestalten. Auch das Ehepaar Hewer engagiert sich schon seit rund zehn Jahren in der Gruppe vom Kinderhilfswerk Terre des Hommes.

„Unsere ursprünglich geplanten Mitmach-Aktionen im öffentlichen Raum konnten dieses Jahr pandemiebedingt nicht stattfinden“, erzählt die Vorsitzende. Der Bücherbasar in Ganderkesee sei schon dem ersten Lockdown zum Opfer gefallen. Da die Corona-Fallzahlen seit Herbst deutlich steigen und im November der zweite Lockdown kam, haben sich die aktiven Ortsmitglieder nach und nach gegen die üblichen Benefizverkäufe, den Stand beim Delmenhorster Lichterfest oder Angebote für Schulen entschieden. „Das wäre ansonsten viel zu gefährlich für alle Beteiligten“, sagt Hewer.

Allein die Weihnachtsmann-Aktion in der Adventszeit könne aufgrund von besonderen Hygienemaßnahmen, die mit der Stadt Delmenhorst abgesprochen wurden, durchgeführt werden. „Dieses Jahr werden wir die Kinder und ihre Familien aber nur auf der Terrasse besuchen können“, erzählt Daniel Hewer. Als Weihnachtsmann verkleidet bereichert er dann die private Bescherung von Delmenhorster Familien. Die damit gesammelten Spenden gehen an Kinder in Not.

Für Fragen zur Kampagne und zur Arbeit der Ortsgruppe Delmenhorst-Ganderkesee ist Regina Hewer unter der Telefonnummer 0 42 21 / 5 20 86 zu erreichen.

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