Neuer Leiter im Wohnheim Finkenstraße

Till Brinkmann übernimmt Sauerweins "Baby"

Till Brinkmann ist ab dem 1. August der neue Leiter des Wohnheims Fichtenstraße. Er folgt damit auf Carsten Sauerwein, der am selben Tag die Leitung auf Gut Daulsberg übernimmt.
28.07.2021, 16:32
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Von Alexandra Wolff
Till Brinkmann übernimmt Sauerweins "Baby"

Carsten Sauerwein (links) übergibt den symbolischen Schlüssel für das Wohnheim Fichtenstraße an Till Brinkmann.

INGO MÖLLERS

Einen Plexiglasschlüssel so lang wie sein Arm hatte Carsten Sauerwein vor 27 Jahren erhalten, als er 1994 die Leitung des damals neuen Wohnheims an der Fichtenstraße übernahm. Gestern hat er ihn feierlich, nach eigener Aussage auch freudig und zugleich schweren Herzens im Garten der Wohnanlage an seinen Nachfolger Till Brinkmann überreicht. Sauerwein wird am 1. August Leiter auf Gut Daulsberg, und Till Brinkmann übernimmt am selben Tag die Leitung der stationären Einrichtung der Eingliederungshilfe.

Die stellvertretende Verbandsgeschäftsführerin des Bezirksverbandes Oldenburg (BVO), der Träger des Wohnheims ist, bezeichnete Brinkmann in ihrer kurzen Ansprache als "Sauerweins Frucht": "Im März 2004 begann Herr Brinkmann als Krankenpfleger im Wohnheim Fichtenstraße in Delmenhorst. 2012 ließ er sich zum Praxisanleiter weiterbilden und beendete drei Jahre später seine Weiterbildung zum Fachbereichspfleger für Psychiatrie. Seit April 2019 ist er stellvertretender Einrichtungsleiter. Er hätte sich auch gerne weiter fortgebildet, aber das scheiterte an Corona. Also haben wir das einfach in der Praxis umgesetzt. Seine große Akzeptanz unter den Mitarbeiterin und sein gutes Zusammenspiel mit Herrn Sauerwein haben dazu beigetragen, dass Herr Sauerwein ihm nun sein 'Baby' Fichtenstraße anvertraut. Und wäre es nicht die Fichtenstraße geworden, dann hätte es mit dem nächsten Karriereschritt sicherlich auch woanders in unserem Verband geklappt."

Sauerwein umriss in seiner Ansprache die Geschichte des Hauses, das er von Anfang an begleitet hat. Das Wohnheim Fichtenstraße verfügt über 38 Plätze. "Unser Slogan lautet: 'Wir lassen Sie nicht sitzen'", erwähnte Sauerwein. "Das heißt zum einen, dass wir niemanden alleine lassen, aber zum anderen auch, dass es sich niemand bei uns zu bequem machen soll. Wir wollen unsere Bewohner nach und nach dazu bewegen, aufzustehen, an sich zu arbeiten und ein selbstständiges Leben zu führen."

Die Einrichtung liegt in der Nähe der Nordwolle, also zentral im Stadtgebiet von Delmenhorst, und die Mitarbeiter dort betreuen Menschen mit einer wesentlichen seelischen Behinderung. "Im Wohnheim leben die Menschen, die an depressiven Erkrankungen, Angsterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen leiden in Einzelzimmern, können sich aber gegenseitig besuchen und auch über Nacht bleiben", erzählt Brinkmann. "Die Altersstruktur beginnt bei 18 und endet mit der dauerhaften Pflegebedürftigkeit. Diese Arbeiten können wir schon allein von der baulichen Struktur her nicht übernehmen. Mit dem Rollstuhl kommt man aber schon in unser Haus: 15 unserer Plätze sind ebenerdig."

Brinkmann bedankte sich in seiner Rede bei allen Mitarbeitern und Bewohnern für das gute Miteinander und auch für Sauerweins Vertrauen, den er als sein Vorbild und seinen Mentor bezeichnete: "Es ist auch gut zu wissen, dass es nur kurze Wege sind bis Gut Dauelsberg und ich bei Fragen mit Carsten im Austausch bleiben kann." Wie das Wohnheim Fichtenstraße gehört auch das Gut Daulsberg zur BVO. Die Komplexeinrichtung der Wohnungslosenhilfe, der stationären Eingliederungshilfe für Menschen mit seelischen Behinderungen und der vollstationären Pflege bietet eigene Werkstätten, eine größere Landwirtschaft und Arbeits- und Qualifizierungsangebote für langzeitarbeitslose Menschen. Auch hier ist eine Eingliederung in die Gesellschaft und ins Arbeitsleben das Ziel.

Neben dem Wohnheim übernimmt Brinkmann auch die Leitung für die Tagesstätte Delta, die ebenfalls psychisch kranken Menschen in Delmenhorst Hilfe und Unterstützung bietet. Seine Ausbildung absolvierte der Oldenburger 2002 zum examinierten Krankenpfleger im damaligen Landeskrankenhaus (LKH) Wehnen, der heutigen Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn. "Davor habe ich 1998 als Krankenpflegeassistent dort gearbeitet, also als Praktikant", sagt Brinkmann. "Mein Vater hat mich auf die Idee gebracht. Er war gesetzlicher Vertreter und hat am LKH Wehnen von der Ausbildung erfahren." Brinkmann stellte sich darüber hinaus noch als verheirateten Vater eines schulpflichtigen Sohnes vor und versicherte: "Ich will die 27 Jahre, die mein Vorgänger hier gearbeitet hat, auch noch vollmachen." 17 Jahre davon hat er schon geschafft.

Auf die kleine Feier an diesem Mittwoch folgt an diesem Donnerstag übrigens der nächste Grund zum Anstoßen: Brinkmanns 43. Geburtstag.

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