Inge Ried veröffentlicht „Begleiter in der Trauer“ mit eigenen Erfahrungen, Gedichten und Sprüchen Trost spenden und Hoffnung geben

Das neue Buch der Huder Autorin Inge Ried dreht sich um ein Thema, das gerne verdrängt wird. In der Neuerscheinung mit dem Titel "Begleiter in der Trauer" geht es um den Tod. Die 51-Jährige hat knapp tausend Sprüche und Gedichte zusammengetragen, die Trost und Hoffnung geben sollen. Mit Texten über ihre eigenen Erfahrungen will Inge Ried außerdem dabei helfen, das Sterben zu verstehen.
17.01.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Antje Rickmeier

Das neue Buch der Huder Autorin Inge Ried dreht sich um ein Thema, das gerne verdrängt wird. In der Neuerscheinung mit dem Titel "Begleiter in der Trauer" geht es um den Tod. Die 51-Jährige hat knapp tausend Sprüche und Gedichte zusammengetragen, die Trost und Hoffnung geben sollen. Mit Texten über ihre eigenen Erfahrungen will Inge Ried außerdem dabei helfen, das Sterben zu verstehen.

Hude. Für Inge Ried ist es nicht möglich, das Sterben und den Tod von sich wegzuschieben. Seit zehn Jahren arbeitet sie in einem Altenpflegeheim in der Gemeinde Ganderkesee. "Dadurch bin ich peu à peu mit dem Tod in Berührung gekommen", sagt die 51-Jährige. "Ich habe mich sehr intensiv damit beschäftigt." Denn zu ihren Aufgaben in der Altenpflege gehört es, Sterbende zu begleiten. Außerdem hat sie viel Kontakt zu den Angehörigen der Verstorbenen. Es sei die Aufgabe der Mitarbeiter, die traurige Nachricht zu überbringen und die Angehörigen zu trösten, sagt sie.

Trost zu spenden und Hoffnung zu geben, das sind auch die Ziele, die die Huderin mit ihrem neuen Buch "Begleiter in der Trauer" verfolgt. Denn in vielen Gesprächen hat sie festgestellt, dass sich Angehörige Vorwürfe machen, weil sie nicht bis zum Schluss bei dem Sterbenden geblieben sind. Doch es komme häufig vor, dass die Menschen gerade dann stürben, wenn die Angehörigen für einen Moment aus dem Zimmer gegangen seien. Viele Sterbende warteten, bis sie alleine gehen könnten. "Sie wollen ihre Angehörigen nicht belasten", sagt Inge Ried.

In ihrem Buch schildert sie, wie sie zu dieser Einschätzung gekommen ist. Mit ihren persönlichen Erfahrungen will die Autorin Angehörigen helfen, das Sterben besser zu verstehen. "Es lag mir nach zehn Jahren in der Altenpflege am Herzen, es aufs Papier zu bringen", sagt sie. Den größten Teil des Buchs, das im Burg-Verlag erschienen ist, füllen Trauersprüche und Gedichte. Knapp Tausend hat Inge Ried in den vergangenen Jahren gesammelt, die meisten stammen aus den Todesanzeigen von Tageszeitungen. Auf rund 300 Seiten finden sich Verse aus der Bibel, Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und vielen anderen Dichtern sowie Trauersprüche unbekannter Verfasser. "Ich habe gemerkt, dass man darin sehr viel Trost findet", sagt Inge Ried. Das Buch könne helfen, sich auf das Abschiednehmen vorzubereiten. Besonders gefreut hat sich die Autorin, dass der Huder Pastor Reiner Backenköhler ein Vorwort geschrieben hat. "Worte sind wie ein Haus. Sie geben uns Halt wie ein Fundament", heißt es darin.

Im März will Inge Ried den "Begleiter in der Trauer" auf der Leipziger Buchmesse vorstellen. Auch Lesungen sind geplant. Wann und wo sie stattfinden werden, ist allerdings noch offen. Schließlich gehe es nicht um ein unterhaltsames Thema.

Die Arbeit in der Altenpflege hat auch andere Texte von Inge Ried beeinflusst. In einer Science-Fiction-Geschichte für die Anthologie "ZeiTraum" entwirft sie eine Zukunftsvision, in der pflegebedürftige Menschen per Computer versorgt und mit Bildschirmen überwacht werden. Schon als Jugendliche hat die Huderin mit dem Schreiben begonnen. Ihr erster Roman erschien 2001. In "Simone – eine Frau kämpft sich durch" geht es um eine Mutter, die ein Kind aufnimmt, das ausgesetzt worden ist. Die Suche nach dem richtigen Mann beschreibt sie in dem 2004 erschienenen Roman "Blind Date". Auch zahlreiche Kurzgeschichten hat Inge Ried veröffentlicht. Mit ihrer Geschichte "Alles aus Liebe" gewann sie 2005 den Krimi-Schreibwettbewerb "Tatort Wardenburg". Darüber hinaus hat sie zusammen mit Krimhild Stöver die Reihe "Literatur in der Remise" ins Leben gerufen. Einmal im Monat stehen in der Huder Klosterremise Lesungen mit Autoren aus dem Freien Deutschen Autorenverband an, dem Inge Ried ebenfalls angehört. Die Autorin hat bereits neue Ideen für Geschichten im Kopf – und auch schon eine in der Schublade: Irgendwann soll eine Fortsetzung ihres ersten Romans "Simone" erscheinen.

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