Am 9. Oktober feiert das Niederdeutsche Theater mit dem Slapstick-Schwank 'De Stratenkavalier' Premiere Turbulent in die neue Theatersaison

Delmenhorst. Turbulent soll es werden, und darum haben bei Heinrich Caspers und Marion Rose schon lange vor der ersten Probe die Köpfe geraucht. Gute Ideen wurden gesucht, um aus einem Schwank, der nach Meinung von Caspers auch als Hörspiel höchst interessant wäre, ein amüsantes Theaterstück zu machen.
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Von Heide Rethschulte

Delmenhorst. Turbulent soll es werden, und darum haben bei Heinrich Caspers und Marion Rose schon lange vor der ersten Probe die Köpfe geraucht. Gute Ideen wurden gesucht, um aus einem Schwank, der nach Meinung von Caspers auch als Hörspiel höchst interessant wäre, ein amüsantes Theaterstück zu machen.

Der Denksport scheint erfolgreich gewesen zu sein, so jedenfalls lassen sich die Lachfalten interpretieren, die beim Erzählen über die Proben rund um die Augen des Regieduos entstehen. Die beiden sind davon überzeugt, dass die Freunde des Niederdeutschen Theaters (NTD) zum Saisonauftakt ein lustiger Abend erwartet. Gespielt wird am Sonnabend, 9. Oktober, ab 20 Uhr im Kleinen Haus der Schwank 'De Stratenkavalier', der von Hans Gnant geschrieben wurde.

Das Stück bringt alles mit, um unterhaltsam zu sein: Zeitgleich passieren ein Unfall und die Verwüstung eines Gartenhauses. Scheinbar haben beide Ereignisse nichts miteinander zu tun. Aber die beteiligten Personen sind sich nicht unbekannt - und darin liegt die Brisanz. Petra wird nach ihrem Autounfall von einem unbekannten Mann geholfen. Harry, der Freund von Petras Tochter Uschi, hat sich die Laube vorgenommen. Als Harry sich bei Petra entschuldigen will, nehmen die Verwechslungen ihren Lauf.

Belebende Regieeinfälle

'Es ist der klassische Fall von Nicht-Ausreden-lassen', beschreibt Heinrich Caspers den Reiz des Stückes, der durch Eifersüchteleien noch weiter gewürzt wird. Da in so einem Falle das gesprochene Wort natürlich im Vordergrund steht, 'ist es unsere Aufgabe, das Ganze mit Aktionen zu füllen', erklärt Marion Rose, die - wie berichtet -, nach dieser Saison aus beruflichen Gründen eine NTD-Pause einlegen wird. 'Wir mussten da Leben reinbringen', ergänzt Caspers. Den beiden ist einiges eingefallen: Da fliegt schon mal eine Tasse durch die Luft oder ein Blumenstrauß hat eine wahre Wanderschaft zu überstehen, ohne jemals beim Adressaten zu landen. Mehr wollen die Regisseure nicht verraten, versprechen aber noch mehr Einfälle. Sie sind der Meinung, dass ein weiterer Reiz fürs Publikum darin besteht, dass es im Verlaufe des Stückes immer mehr Zusammenhänge erfährt, während Petra völlig im Dunkeln tappt.

Dem Ensemble, das aus Tammo Albers, Conny Zech, Mara Fritzsche, Martina Meinken, Dirk Wieting und Markus Weise besteht, scheinen die Einfälle von Marion Rose und Heinrich Caspers zu gefallen. Die Stimmung bei den Proben, die bereits Anfang Juli begannen, ist bestens.

Der Schwank kam aus mehreren Gründen auf den Spielplan. Da in dieser Saison die Spielerzahl ein wenig knapp ist, passte ein Sechs-Personen-Stück gut ins Konzept. Hinzu kam, dass nur eine Kulisse vonnöten ist. 'Der Foyerumbau im Kleinen Haus hat für uns einige Auswirkungen', sagt Caspers. 'Wir können pro Stück nur jeweils eine Kulisse aufbauen und diese auch nur sehr sparsam ausstatten, da wir nur noch wenig Platz haben, um die Sachen zwischen den Vorstellungen zu verstauen', erzählt der NTD-Vorsitzende. Bisher lagerten die Kulissen im Raum hinter der Bühne, der nun aber als Garderobe und Bewirtungsmöglichkeit gebraucht wird. Die plattdeutschen Schauspieler müssen ihre Kulissen jetzt durch eine Öffnung im Bühnenboden in den Keller herablassen. 'Die Teile dürfen nicht zu groß sein, sonst gehen sie nicht durch die Luke', erklärt Caspers. Außerdem sei der Lagerraum derart begrenzt, dass die Teile stapelbar sein müssen.

Dies alles hatte Markus Weise zu bedenken, der das Bühnenbild, 'das natürlich', betont Caspers, 'die gesamte Bühne ausfüllt', entworfen hat. Gebaut wurde es von Axel Uhlhorn, Werner Huljus, Petra Witte und Dieter Beppler, der sich im vergangenen Jahr zu einem unverzichtbaren Teil des Bühnenbauteams entwickelt hat. Beim Auf- und Abbau im Kleinen Haus wird das Team zusätzlich von Hans Ellebrecht unterstützt. Für die Maske wird Anke Tykac sorgen. Ute Thiemann ist als Inspizientin für die Details auf der Bühne verantwortlich, und Marion Rose sowie Petra Witte stehen den Spielern bei Texthängern abwechselnd als Souffleuse zur Seite.

Gespielt wird der Schwank 'De Stratenkavalier' vom 9. Oktober bis zum 21. November insgesamt elf Mal. Karten gibt es bei der Konzert- und Theaterdirektion im Kleinen Haus, Telefon 04221/16565.

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