Männerkochclub trifft sich einmal im Monat in der IGS-Schulküche und kreiert dort ein Menü „Unter drei Gängen läuft bei uns nichts“

Einmal im Monat treffen sich die zwölf Herren des Männerkochclubs, um gemeinsam in der Schulküche der Integrativen Gesamtschule zu kochen, zu plaudern und zu essen. An diesem Mittwochabend sind neun der Männer zusammengekommen, um das Drei-Gänge-Menü zuzubereiten, das Mitglied Michael Schulz ausgesucht und vorbereitet hat.
22.03.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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„Unter drei Gängen läuft bei uns nichts“
Von Esther Nöggerath

Einmal im Monat treffen sich die zwölf Herren des Männerkochclubs, um gemeinsam in der Schulküche der Integrativen Gesamtschule zu kochen, zu plaudern und zu essen. An diesem Mittwochabend sind neun der Männer zusammengekommen, um das Drei-Gänge-Menü zuzubereiten, das Mitglied Michael Schulz ausgesucht und vorbereitet hat.

Der Geruch von Zwiebeln und Majoran erfüllt die Schulküche, sobald der erste Topf auf dem Herd steht. An sechs Arbeitsplätzen werden parallel Karotten geschnippelt, Kartoffeln geschält und Schokolade geschmolzen. Die Mitglieder des Männerkochclubs haben sich in Dreiergruppen aufgeteilt, um das Menü für den heutigen Abend vorzubereiten. „Unter drei Gängen läuft bei uns nichts“, sagt Uwe Lehmann. Es dürfen aber auch gerne mal vier oder fünf werden, je nach Aufwand der Rezepte. Insgesamt vier Stunden planen die Hobbyköche für ihre Kochabende ein, in denen die Gerichte zubereitet und anschließend verspeist werden.

Heute startet das Menü mit einer Kartoffel-Trüffel-Suppe als Vorspeise. Michael Schulz, der für diesen Abend die Rezepte ausgesucht hat, will auch noch eine Variation des Gerichtes mit Pilzen machen. „Steinpilze kann man für viele Suppen verwenden, die geben immer ein feines Aroma“, erklärt der Hobbykoch. Für den zweiten Gang gibt es Putenräuberfleisch vom Blech in einer Honigmarinade, dazu Kartoffeln, Champignons und Karotten. „Es gibt häufig Fleisch oder Fisch als Hauptgericht“, erzählt Rolf Haßlinger. Vegetarische Speisen hat der Männerkochclub auch schon mal zubereitet, ab und zu probieren die Hobbyköche gerne mal experimentellere Sachen aus.

An diesem Abend ist das Menü aber eher klassisch, als Dessert wird ein „geschichtetes Schokoträumchen“ serviert. Das bereiten die Herren wegen der langen Kühlzeit zuerst vor. Um die Schokolade für den Nachtisch kleinzubekommen, greift Dieter Bösche nicht zur Reibe oder zum Messer, sondern schlägt kräftig mit der Bratpfanne zu. „Hier wird auch grobes Werkzeug benutzt!“, scherzt der 59-Jährige.

Seit insgesamt elf Jahren ist Bösche bereits beim Männerclub dabei und damit eines der ältesten Mitglieder. Viele der Männer stehen bereits seit neun Jahren oder länger mit am Herd, es gibt aber auch immer mal wieder Nachwuchs, wenn ein Mitglied aus beruflichen Gründen aus dem Club austritt. Momentan sind die Hobbyköche zu zwölft, maximal 13 Mitglieder wollen sie für ihren Club, damit auch alle etwas beim Kochen zu tun haben und niemand nur herumsteht.

Wie der Club vor elf Jahren zustande kam, weiß keiner mehr genau zu sagen. Über die Zeitung habe man nach Mitgliedern gesucht, erzählt Dieter Bösche. Der private Club hat keinen Vorsteher oder einen Leiter, es ist eine dynamische Gruppe. Was gekocht wird, entscheiden jedes Mal zwei andere Mitglieder, die das Menü für den Abend aussuchen und die Rezepte und Zutaten besorgen. Dabei hat jeder seine Vorlieben. „Einer unserer Jungs liebt es sehr scharf, da können wir nicht immer mithalten“, schmunzelt Dieter Bösche. Der 59-Jährige hat Glück, dieses Mal können sich die Anderen durchsetzen und es kommt kein Chili in den Topf.

Dass die zwölf Männer Spaß am Kochen haben, merkt man auch an der lockeren Atmosphäre, die in der Schulküche herrscht. Die meisten Mitglieder des Clubs kochen auch zu Hause gerne mal, dort aber auch oft gemeinsam oder abwechselnd mit ihren Frauen. „Das ist bei uns meistens Teamwork“, sagt Michael Schulz.

„Die Damen verstehen sich mittlerweile auch sehr gut“, erzählt Uwe Lehmann. Zu den regulären Treffen haben sich inzwischen auch einige gemeinsame Aktivitäten eingebürgert: Zu Weihnachten serviert der Männerkochclub den Damen seit einigen Jahren immer ein aufwendiges Weihnachtsmenü. Auch gemeinsame Grillabende im Sommer oder eine Kohltour veranstalten die Herren zusammen mit ihren Ehepartnern. Das monatliche Kochen soll aber auch weiterhin unter Männern bleiben – da sind sich alle einig.

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