Grundstücksmarkt Region Delmenhorst Urbanes Wohnen weiter im Trend

Wer 2014 Bauland oder Immobilien gekauft hat, musste dafür im Schnitt tiefer in die Tasche greifen. Das zeigt der aktuelle Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte.
05.02.2015, 00:00
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Von Marco Julius

Wer 2014 Bauland oder Immobilien gekauft hat, musste dafür im Schnitt tiefer in die Tasche greifen. Das zeigt der aktuelle Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte.

Es ist ein Trend, der anhält und der mit Zahlen belegt werden kann. „Die Menschen wollen wieder zentraler und urbaner wohnen“, sagte Andreas Teuber am Mittwoch bei der Vorstellung des aktuellen Grundstücksmarktberichtes. Teuber ist stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Oldenburg-Cloppenburg. Der Trend zeige sich zum Beispiel in der Stadt Oldenburg, wo der Wohnungsmarkt völlig überdreht und Bauland denkbar knapp sei. Aber auch Gemeinden im Landkreis Oldenburg, etwa Hude und Wardenburg, profitieren von dem Trend.

„Die Auswirkungen sind selbst in Delmenhorst trotz der strukturellen Probleme bemerkbar. Das liegt vor allem an der Nähe zu Bremen“, erläuterte Teuber. Bemerkbar werde das vor allem, weil der Geldumsatz bei Immobilien steige.

Die Anzahl der registrierten Kaufverträge in der Stadt Delmenhorst entsprach im Berichtsjahr 2014 fast genau dem Wert von 2013. 941 Kaufverträge aus 2014 stehen 938 aus dem Vorjahr gegenüber. Beim Geldumsatz gab es aber wie schon im Vorjahr einen abermaligen deutlichen Anstieg. Insgesamt wurden 155 Millionen Euro umgesetzt. Das sind 30 Millionen Euro mehr als im Vorjahr und 55 Millionen mehr als 2012. „Seit dem Jahr 2000 wurde in der Stadt Delmenhorst kein Jahr mit einem so großen Geldumsatz bei Immobilienverkäufen registriert“, betonte Teuber.

52 Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau wechselten im Berichtsjahr 2014 in Delmenhorst den Eigentümer. „Das waren sieben weniger als im Jahr 2013, die Zahl liegt jedoch im Mittel der vergangenen Jahre“, sagte Teuber. Das durchschnittliche Baugrundstück in der Stadt sei im Jahr 2014 bei einer mittleren Größe von knapp 770 Quadratmetern zu rund 90 000 Euro verkauft worden. Nachdem der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein Baugrundstück 2013 noch bei 109 Euro pro Quadratmeter konstant blieb, stieg er 2014 um rund 8 Prozent auf 118 Euro.

In Delmenhorst sind im Berichtsjahr 502 bebaute Grundstücke veräußert worden. Das waren zwar 31 weniger als im Vorjahr, der Geldumsatz stieg jedoch von rund 95 Millionen auf 121 Millionen Euro. Im Durchschnitt hat ein frei stehendes Ein- und Zweifamilienhaus in der Stadt Delmenhorst zu rund 160 000 Euro den Eigentümer gewechselt, während Reihenhäuser oder Doppelhaushälften im Mittel zu 118 000 Euro verkauft wurden. Für Eigentumswohnungen in Neubauten wurden pro Quadratmeter Wohnfläche wie im Vorjahr im Durchschnitt rund 1680 Euro gezahlt.

Im Landkreis Oldenburg hat sich die Zahl der registrierten Kaufverträge im Immobilienmarkt im Jahr 2014 um 5 Prozent auf 2136 erhöht. Die Steigerung beim Gesamtumsatz betrug sogar 7 Prozent, von 274 auf 293 Millionen Euro. „Durch die geballte Vermarktung mehrerer Baugebiete in Wildeshausen, Wardenburg und Hude lag die Anzahl der abgeschlossenen Kaufverträge um 70 Prozent über der Zahl des Vorjahres“, rechnete Teuber vor. Das durchschnittliche Baugrundstück im Landkreis Oldenburg ist demnach bei einer mittleren Größe von rund 820 Quadratmetern zu 76 000 Euro verkauft worden. Dabei stieg der durchschnittliche Preis um rund 7 Prozent, während die durchschnittliche Grundstücksgröße um rund 5 Prozent kleiner war verglichen mit dem Vorjahr.

„Die Bauwilligen investierten im Durchschnitt somit 96 Euro für den eigenen Grund und Boden. Das sind 13 Euro mehr als im Vorjahr. Diese Steigerung liegt jedoch weniger in der Konjunktur begründet, sondern darin, dass der Vermarktungsschwerpunkt in Lagen mit einem höheren Bodenwertniveau als in den Vorjahren lag“, betonte Teuber.

Der durchschnittliche Preis für ein Einfamilienhaus im Landkreis stieg laut Bericht von 179 000 auf 182 000 Euro. „Der Anstieg war nicht mehr so deutlich wie in den vier Jahren zuvor“, erläuterte Teuber. Für Reihenhäuser und Doppelhaushälften seien 2014 im Durchschnitt rund 149 000 Euro gezahlt worden, 5000 mehr als im Jahr zuvor.

Mit 120 bis 135 Euro Euro pro Quadratmeter gibt der Gutachterausschuss typische Baulandwerte für Häuslebauer in Delmenhorst an. Zum Vergleich: In der Stadt Oldenburg müssen zwischen 200 und 300 Euro hingeblättert werden. Im Landkreis ist Bauland in Wardenburg in unmittelbarer Nähe zur Stadt Oldenburg am teuersten. 115 bis 140 Euro pro Quadratmeter sind verzeichnet, es folgen Ganderkesee (100 bis 125 Euro), Hude (95 bis 105) und die Wildeshausen (90 bis 110). Günstiger ist es zum Beispiel in Harpstedt (70 bis 75 Euro) oder Dötlingen (55 bis 65 Euro).

Mehr Infos zum Gutachterausschuss gibt es unter www.gag.niedersachsen.de.

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