75 Jahre Monopoly Vom weltweiten Wandel der Währungen

Hude. Wie sich Moonoply, das vielleicht bekannteste Brettspiel der Welt, seit seiner Entstehung vor 75 Jahren verändert hat, zeigt eine Ausstellung im Haus Kimmen in Hude-Steinkimmen.
05.05.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Simone Becker

Hude. Die beste Adresse war 1936 noch die Insel Schwanenwerder. Die Schlossallee gab es noch gar nicht auf dem viereckigen Stadtplan, den wohl jeder kennt und den rundherum die verschiedenfarbigen Straßen säumen, an dem die vier Bahnhöfe, aber auch das Elektrizitätswerk liegen und auf dem man jedes Mal 4000 Mark bekam, wenn man über Los zog. Es geht um Monopoly, das vielleicht bekannteste Brettspiel der Welt. Wie sich das Spiel gewandelt hat, kann ab Sonnabend in einer Ausstellung im Haus Kimmen angeschaut werden.

Rund 50 Spiele sind zu sehen, und noch vieles mehr, jede Menge Monopoly-Memorabilien sozusagen. Zum Beispiel der Truck, dessen Ladefläche aufgeklappt werden kann und dann zum Spielbrett wird. Es gibt einen Monopoly-Aschenbecher zu sehen und ein Puzzle, das das vielleicht berühmteste Spielbrett der Welt zeigt. Das alles hat Roland Klose zusammengetragen. 'Insgesamt habe ich über 500 Monopolys in meiner Sammlung. Ich weiß es nicht genau, aber ich denke, dass es die größte Sammlung in Deutschland ist', sagt der Dötlinger. 1986 fing er an zu sammeln. 'Mein Bruder war in Großbritannien und fragte, was er mir als Souvenir mitbringen sollte.' Erst fiel Klose nichts ein, dann kam ihm die Idee mit dem Spiel.

Erfolg dank genialer Vermarktung

Der Grundstock für eine Sammlung, die ihresgleichen sucht. Der 47-Jährige sammelt nicht nur die Ausgaben, die in aller Welt erschienen sind, er sammelt auch Fakten und Geschichten rund ums Spiel mit den Häusern und Hotels. Seine Website www.monopoly-wiki.de ist das maßgebliche Nachschlagewerk zum Spiel - selbst die Online-Enzyklopädie Wikipedia verweist auf Kloses Homepage -, das angeblich 1935 von Charles Darrow erfunden wurde.

'Aber eigentlich hat er nur eine Idee aufgegriffen, das Spiel hieß ursprünglich ,The Landlord's Game'. Darrow hat ihm den Namen Monopoly verpasst und es genial vermarktet', erzählt Klose, der im Februar Hersteller Hasbro sogar Teile seiner Sammlung lieh. Der Spielwarenriese bestückte damit auf der Spielwarenmesse in Nürnberg eine kleine Monopoly-Sonderausstellung.

Klose weiß zwar so ziemlich alles über das Spiel, aber er selbst wirft kaum noch die Würfel und zählt das Geld, das ihm die Gegner als Miete zahlen müssen. 'Ich bin nicht so der Spieler-Typ, ich bin nur ein Sammler', sagt er. Ihn interessieren Details wie unterschiedliche Mieten für die Goethe-Straße in den nunmehr 75 Monopoly-Auflagen, die es seit 1936 in Deutschland gab. Ihn reizen die verschiedenen Währungen, mit denen man seit damals in Deutschland die Badstraße erwerben kann: 'In der ersten Auflage wurde noch mit Reichsmark bezahlt. Dann gab es die Spielmark, danach die D-Mark, schließlich den Euro und jetzt den Monopoly-Dollar', berichtet Klose. Auch das lässt sich in der Ausstellung anschauen, denn es wurde versucht, alles historisch aufzuarbeiten.

Der Kontakt zu Falk Batz, dem neuen Besitzer des kleinen Heimatmuseums, kam über einen Umweg zustande. 'Die Monopoly-Ausstellung war schon früher im Haus Kimmen angedacht', erzählt Batz. Doch dann starb die Vorbesitzerin, seine Tante, sodass der Museumsbetrieb einige Zeit stilllag. Doch Freunde der Tante hatten Kontakt zu Klose, sie gaben Batz die Adresse weiter. 'Wir wollen jetzt mal sehen, wie es läuft', erklärt der Neu-Kirchkimmer. Und wenn es gut läuft, sind noch mehr Ausstellungen geplant. 'Dafür sind wir übrigens auf der Suche nach weiteren Sammlern, die ihre Schätze gern bei uns zeigen wollen.'

Die Sonderausstellung 'Monopoly' ist bis zum 8. August im Haus Kimmen, Im Dorf 2, zu sehen. Geöffnet ist das kleine Museum immer sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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