Sommerkonzerte in Delmenhorst Von Alter Musik bis Tango

Es hat inzwischen Tradition, dass es im Sommer in der Stadtkirche Delmenhorst immer mittwochs Konzerte zu hören gibt. Das Spektrum reicht dabei in diesem Jahr von Alter Musik bis Tango.
19.06.2018, 16:31
Lesedauer: 3 Min
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Von Günter Matysiak

Delmenhorst. 1977 begründete der verstorbene Stadtkirchenkantor Gerd Hofstadt die Reihe der „Sommerkonzerte“ in der Stadtkirche. Und seither prägen sie das Delmenhorster Kulturleben. Für viele wäre ein Sommer ohne die „Sommerkonzerte“ gar kein richtiger Sommer. Gerd Hofstadt hatte sie bald zu einem Podium der Alten Musik gemacht, die Alte Musik, die damals gerade im Zuge der sogenannten historischen Aufführungspraxis zu neuem Leben erwachte. Er konnte junge Musiker einladen, die heute zu den Stars gehören. Die junge Gambistin Hille Perl war hier, der junge Geiger Thomas Albert war mit seinem Orchester in der Stadtkirche, heute ist er Intendant des Bremer Musikfests. Die Alte Musik, natürlich in längst etablierter historisch orientierter Spielweise spielt in den Sommerkonzerten noch immer eine Rolle, wenn auch nicht mehr die Hauptrolle.

Drei der wieder sieben Konzerte sind der Alten Musik dieses Jahr gewidmet. Auch im zweiten Konzert der Reihe, dem Konzert des „Musica Sacra Ensembles“ am Mittwoch, 4. Juli. Das Ensemble ist ein Duo mit Florian Kubiczek (Trompete) und Benjamin Pfordt (Orgel). Der Trompeter ist wie sein Begleiter an der Orgel in verschiedensten musikalischen Bereichen tätig. Pfordt ist derzeit auch Kreisposaunenwart der evangelischen Kirche in Oldenburg. Ihr Programm versammelt neben Bachs großer „dorischer Toccata“ und seiner Partita f-Moll auch zwei Werke für Trompete und Orgel des zeitgenössischen amerikanischen Erfolgskomponisten Joseph Turrin sowie eine Sonate für Trompete und Orgel von Christian Friedrich Witt und das berühmte „Largo“ aus der Oper „Xerxes“ von Georg Friedrich Händel, für Trompete und Orgel bearbeitet.

Das erste Konzert am 27. Juni, die „Sommermusik zwischen Himmel und Erde“ wird, wie es Tradition ist, von „hauseigenen" Kräften gestaltet, als da wären der evangelische Stadtchor unter der Leitung von Ralf Mühlbrandt, dem Posaunenchor des Kirchenverbandes, Leitung Holger Heinrich, sowie Michael Brockmann, Orgel und Klavier und Ralf Mühlbrandt, Orgel und Gesang. Das Programm glänzt mit Besonderheiten, etwa mit einer Bläserversion von Jean Sibelius‘ Tondichtung „Finlandia“ oder einem Ausschnitt aus Haydns „Schöpfung“ für Chor, Bläser und Orgel. Zu den Liedern „zum Mitsingen“ gehört auch Reinhard Meys „Über den Wolken“.

Die Alte Musik kommt wieder zu ihrem Recht im dritten Konzert am 11. Juli. Dann spielt Margit Schultheiß auf der Barockharfe ein thematisch gebundenes Programm unter der Überschrift „Kulturaustausch im 17. Jahrhundert“ mit Musik aus Nürnberg, Wien und Leipzig. Thematisch gebunden unter der Überschrift „Tangomania“ ist auch das Konzert am 18. Juli. Dann spielt das „Duo Pianous“ mit Karola Schmelz-Höpfner und Tim Cronshage Tangos von Astor Piazolla, Saul Cosentino und anderen. Karola Schmelz-Höpfner ist ausgebildete Pianistin und Jazzpianistin und seit 2014 Popkantorin der Stadtkirche. Tim Cronshage ist Pianist und studierter Tontechniker. Als Duo spielen beide seit 2013 zusammen.

Am 25. Juli widmet sich Kreiskantor Thorsten Ahlrichs, Kirchenmusiker an St. Cyprian und Cornelius in Ganderkesee, den beiden „Großen“ der barocken Klaviermusik: Sein Cembalo-Recital ist überschrieben „Der große Bach und Francois Couperin Le Grand“ und zeigt beide als Schöpfer großer, über Generationen Maßstäbe setzende Klaviermusik, die im Falle Couperins aber durchaus für das heutige Publikum der Wiedererweckung bedarf. Orgelmusik von Bach, Mozart, dem ganz unbekannten polnischen Barockkomponisten Jan Podbielski und dem französischen Spätromantiker Alexandre Guilmant spielt St. Marien-Organist Udo Honnigfort am 1. August.

Europas Norden mit seinen weiten, unberührten Landschaften besitzt eine stille aber intensive Musikkultur. Ihr nimmt sich im Konzert „Musica Scandinavia – Romantik aus dem Norden“ das „Duo Vimaris“, die Weimarer Sopranistin Mirjam Meinhold und der Organist Wieland Meinhold, am 8. August an. Da wird so Seltenes wie Choralvorspiele von Nils W. Gade oder Lieder für Sopran und Orgel von Jean Sibelius zu hören sein. Es gibt aber auch wieder „Finlandia“, dieses Mal in einer wirkungsvollen Fassung für Orgel. Wirkungsvoll wird auch Griegs „Solveigs Lied“ aus der Peer-Gynt-Suite in der Version für Sopran und Orgel sein. Im Anschluss an dieses letzte Konzert wird es noch eine Orgelführung durch Wieland Meinhold geben: Wie klingt der höchste, wie der tiefste Ton? Ganz nah am Spieltisch erhält man Einblicke, kann Pfeifen zählen und Fragen stellen.

Alle Konzerte finden mittwochs ab 18 Uhr statt und dauern etwa 45 Minuten. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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