Das Ganderkeseer Fohlenchampionat feiert am 29. Dezember sein Jubiläum / Alle Sieger eingeladen Von der Stammtisch-Wette zum Szenetreff

Was einst mit einer Stammtisch-Wette begann, hat sich inzwischen zu einem der größten Szenetreffs der Reitsport-Gemeinde in Ganderkesee entwickelt: Am Montag, 29. Dezember, feiert das Ganderkeseer Fohlenchampionat seinen 25. Geburtstag. Auch an diesem Tag wird Wertungsrichter Wolfgang Egbers wieder rund zwei Dutzend spring- und dressurbetonte Fohlen des Jahrgangs 2014 beurteilen.
11.12.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von der Stammtisch-Wette zum Szenetreff
Von Jochen Brünner

Was einst mit einer Stammtisch-Wette begann, hat sich inzwischen zu einem der größten Szenetreffs der Reitsport-Gemeinde in Ganderkesee entwickelt: Am Montag, 29. Dezember, feiert das Ganderkeseer Fohlenchampionat seinen 25. Geburtstag. Auch an diesem Tag wird Wertungsrichter Wolfgang Egbers wieder rund zwei Dutzend spring- und dressurbetonte Fohlen des Jahrgangs 2014 beurteilen.

Wenn Schmied Werner Logemann aus Hiddigwarden dienstags gegen 11 Uhr in die Reithalle am Donnermoor kam, dann wurde gern mal ein Kleiner genommen. „Meisterstunde“ nannte sich der eher informelle Treffpunkt. An einem Dienstag im Jahr 1989 stritten sich die „Freunde der Meisterstunde“, zu denen neben Logemann unter anderem der Landwirt Bernd Tönjes aus Immer gehörte, wer von ihnen das schönste Fohlen hatte. Und da sie sich nicht einigen konnten, beschlossen sie, dass Uwe Heckmann, Star-Auktionator aus Vechta, die Wette entscheiden möge. Der hatte jedoch einen vollen Terminkalender und nur zwischen Weihnachten und Neujahr Zeit. Schließlich kamen noch ein paar Fohlen dazu – fertig ist die Entstehungsgeschichte des Ganderkeseer Fohlenchampionats, das zu dieser Zeit das erste seiner Art in Deutschland war. Am Montag, 29. Dezember, feiert die Veranstaltung nun bereits ihr 25-jähriges Bestehen. Beginn ist um 18 Uhr.

Auch wenn die Veranstaltung von der Besucherresonanz enorm gewachsen sei, habe sich vom Ablauf her wenig verändert, sagt Dieter Schmidt, der im zweiten Jahr einstieg, seitdem die Kataloge verantwortet und somit der Dienstälteste des gegenwärtigen Organisationsteams ist. Wertungsrichter Wolfgang Egbers aus Haftenkamp im Emsland, inzwischen der sechste in der Geschichte des Championats, wird erneut rund zwei Dutzend Fohlen des Jahrgangs 2014 hinsichtlich ihres Körperbaus und ihrer Bewegung beurteilen.

Als Besonderheit zum Jubiläum haben die Organisatoren sämtliche Sieger aus den vergangenen 24 Jahren eingeladen. „Einige sind ja inzwischen schon verstorben, andere haben mehrfach gewonnen. Aber wenn wir 15 frühere Sieger in die Halle bekommen könnten, wäre das eine tolle Sache“, meint Schmidt.

Einige Jahre lang wäre das Fohlenchampionat ein „Ganderkeseer Klüngel“ gewesen, erinnert sich Schmidt, selbst aus Hude. Doch ab dem zwanzigsten Jahr habe man dann bewusst entschieden, den Einzugsbereich über die Gemeindegrenzen hinweg auszudehnen. Inzwischen sei das Fohlenchampionat längst in der zweiten Generation angekommen. Die Arbeit ist auf mehrere Schultern verteilt, und dem Organisationsteam gehören im wesentlichen junge Leute an. „Durch die Verjüngung im Organisationsteam erreichen wir nicht nur ein deutlich jüngeres Publikum in der Halle, sondern auch den ein oder anderen neuen Sponsor“, hat Schmidt beobachtet.

In manchen Jahren sei es relativ leicht, 25 Fohlen zusammen zu kriegen. „Aber dieses Mal haben wir uns doch sehr schwer getan“, berichtet der einstige „Freund der Meisterstunde“. Aufgrund der schwachen Märkte gebe es ohnehin weniger Fohlen als in früheren Jahren, und wenn dann auch noch das eine oder andere hoffnungsvolle Tier bereits im Vorfeld verkauft werde, würde es eng werden.

Weil die Reithalle am Donnermoor soeben renoviert worden ist und der Boden empfindlich ist, sei es in diesem Jahr nicht möglich, Strohballen in die Halle zu fahren. So haben sich die Organisatoren entschlossen, den Ring in die Mitte zu verlagern, sodass das Publikum sich komplett darum verteilen kann. Erstmals werde der Sieger auch einen Wanderpokal erhalten, den mit Bernd Tönjes einer der Gründungsväter der Veranstaltung gestiftet hat. Auch die Tombola haben die Organisatoren aus Anlass des Jubiläums deutlich aufgewertet.

Das Showprogramm gestaltet diesmal das Dressurpferdeleistungszentrum Lodbergen: Mit den drei Hengsten Dante Weltino OLD, Follow Me und For Romance werde es seine „Top-Armada“ in Ganderkesee vorführen, kündigt Schmidt an.

„Eigentlich ist der Termin zwischen Weihnachten und Neujahr ein völlig ungünstiger Zeitpunkt, um Fohlen zu beurteilen“, sagt Tönjes. Das passiere normalerweise in den ersten drei Lebensmonaten, wenn das Fohlen noch bei der Mutter sei. „Aber macht ja nichts“, fügt der Ideengeber des Fohlenchampionats hinzu. Der Erfolg hat ihm längst recht gegeben.

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