Ausstellung und Vortrag im Ganderkeseer Rathaus

Warrelmann und Paech: Vom Wachstum verabschieden

Ganderkesee. „Wir leben in einer Alles-Immer-Kultur: Alles ist immer verfügbar“, sagt der Fotograf und Umweltwissenschaftler Jürgen Warrelmann. Seine Ausstellung, die ab sofort im Lichthof des Ganderkeseer Rathauses besichtigt werden kann (erstes Obergeschoss) steht deshalb ganz bewusst unter dem Titel „Wenn möglich, bitte wenden!“ Auf der einen Seite setzt sich Warrelmann in seinen teilweise stark bearbeiteten Fotografien kritisch mit dem herrschenden Wachstumsdogma auseinander, auf der anderen Seite schlägt er Aktivitäten vor, die ein Umsteuern bewirken könnten, wie etwa kürzere Arbeitszeitmodelle oder den Verzicht auf Profit zugunsten eines genossenschaftlichen Ansatzes.
02.03.2017, 00:00
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Warrelmann und Paech: Vom Wachstum verabschieden
Von Jochen Brünner

Ganderkesee. „Wir leben in einer Alles-Immer-Kultur: Alles ist immer verfügbar“, sagt der Fotograf und Umweltwissenschaftler Jürgen Warrelmann. Seine Ausstellung, die ab sofort im Lichthof des Ganderkeseer Rathauses besichtigt werden kann (erstes Obergeschoss) steht deshalb ganz bewusst unter dem Titel „Wenn möglich, bitte wenden!“ Auf der einen Seite setzt sich Warrelmann in seinen teilweise stark bearbeiteten Fotografien kritisch mit dem herrschenden Wachstumsdogma auseinander, auf der anderen Seite schlägt er Aktivitäten vor, die ein Umsteuern bewirken könnten, wie etwa kürzere Arbeitszeitmodelle oder den Verzicht auf Profit zugunsten eines genossenschaftlichen Ansatzes.

„Ein Spurwechsel reicht nicht mehr aus. Wir brauchen eine richtige Kehrtwende“, fordert Warrelmann, und prophezeit, „dass wir unser Wohlstandsniveau nicht werden halten können“. Wichtig sei, mit einer Vielzahl an Aktivitäten die Kehrtwende einzuleiten, denn auch in der Biologie sei die Vielfalt die Garantie für die Stabilität von Ökosystemen.

Die Ausstellung flankiert ein Vortrag des Wachstumskritikers und Wirtschaftswissenschaftlers Niko Paech am Montag, 6. März, um 18 Uhr im Ganderkeseer Rathaus. Paech wird dann zum Thema „Wege aus der Wachstumsdiktatur“ sprechen. Sein Vortrag thematisiert die aktuellen Wachstumsgrenzen, mit denen moderne Gesellschaften konfrontiert sind. Bisherige Nachhaltigkeitsstrategien, die fast ausschließlich auf technologischen Innovationen basierten und wirtschaftliches Wachstum nicht infrage stellten, seien gescheitert. Paech und Warrelmann setzen beide auf eine kulturelle Transformation, die auf materiell genügsamere Lebensstile zielt. „Wenn wir bereit sind, unsere Komfortzone zu verlassen und neue Wege zu gehen, könnte es gelingen, unsere Gesellschaft zu transformieren und die Zukunft unserer Kinder und Enkel zu sichern“ meint Warrelmann.

Die Ausstellung kann bis zum 30. April kostenfrei während der Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.

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