Am 17. Dezember spielt Tosho Todorovic mit seiner Blues Company in der Bar / Konzertreihe geplant Weihnachts-Blues dieses Jahr im Riva

Delmenhorst. Ein Auftritt der Blues Company, das war ja immer Kerem-Weihnachtstradition. Die Band aus Osnabrück spielte seit 1989 jeden Dezember in der Kulturkneipe, am Ende mussten zwei Abende hintereinander angesetzt werden, weil die Nachfrage so groß war.
18.11.2016, 00:00
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Weihnachts-Blues dieses Jahr im Riva
Von Andreas D. Becker

Delmenhorst. Ein Auftritt der Blues Company, das war ja immer Kerem-Weihnachtstradition. Die Band aus Osnabrück spielte seit 1989 jeden Dezember in der Kulturkneipe, am Ende mussten zwei Abende hintereinander angesetzt werden, weil die Nachfrage so groß war. Doch dann ging das Kerem im Oktober 2013, die Divarena sprang ein. Aber das Event- und Kulturtheater im Neuen Deichhorst ist kein Ort des Blues, der in Kneipen immer besser klingt und sich richtiger und echter anfühlt als in einer topmodernen Mehrzweck-Arena. Und deswegen spielt die Blues Company am Sonnabend, 17. Dezember, ab 21 Uhr wieder in einer Bar: im Riva.

„150 Fans wollen wir mindestens hier haben, am besten 200“, sagen Riva-Chef Tarik Cirdi und Dieter Freese, der die Band nach Delmenhorst geholt hat. Freese ist ein alter Kerem-Fahrensmann, er war in der untergegangenen Kulturkneipe für das Booking zuständig. Deswegen kennt er die Band um Frontmann Todor „Tosho“ Todorovic seit vielen Jahren. Und man merkt, dass es für ihn eine Herzensangelegenheit ist, dass die Blues Company in Delmenhorst spielt und dass diese musikalische Weihnachts-Tradition weiterlebt.

Vor allem soll das Konzert der Auftakt sein, dass alte Kerem-Feeling wieder aufleben zu lassen, auch wenn die durchgestylten Räume des Riva mit der leicht angeranzten Kneipen-Atmopshäre an der Syker Straße überhaupt nicht zu vergleichen sind. Cirdi und Freese wollen in Zukunft öfter Bands auf die Bühne bringen, Bands, die früher ihre musikalische Heimat im Kerem gehabt hätten: die Blueser, die Rocker, die Folker. Das war ein Plan, den Freese schon bei der Schließung des Kerem in sich trug. „Es ist unser Anliegen, diese Kultur am Leben zu erhalten. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das hinkriegen“, hatte er am allerletzten Kerem-Abend gesagt. „Wir haben uns auch mehrere Orte angesehen, zum Beispiel den ehemaligen Ratskeller. Aber irgendwann war unsere Euphorie für das Projekt verschwunden“, sagt er. Wie das so ist, wenn man nur häufig genug Knüppel zwischen die Beine geworfen kriegt. Aber jetzt ist die Euphorie wieder da. „Wir könnten uns auch vorstellen, im Sommer etwas draußen zu machen – wenn die Stadt uns lässt.“ Das alte Problem mit den Veranstaltungen in Delmenhorst, über das so ziemlich alle klagen, die etwas auf die Beine stellen wollen.

Wenn die Blues Company nach Delmenhorst kommt, wird sie auch ihr aktuelles Album vorstellen: „Old, new borrowed – but Blues“, ein Live-Album, das sie im SWR-Funkhaus in Mainz aufgenommen hat. Darauf zu hören sind ein paar alte Stücke der Band, die sie heute noch gern spielen, wie Tosho sagt. Zu ihrem 40. Band-Geburtstag in diesem Jahr wurden die Nummern aber neu arrangiert. Zudem haben sie ein paar neue und ein paar geliehene Songs, also Coverversionen, auf das Album gepackt. „Brother, Where Are You“ ist eins davon. „Ich habe vor 50 Jahren ,Remo Four' mit der Nummer im Beat-Club gesehen“, erzählt Tosho. Eigentlich war es in deren Version eine Samba, sagt er. Es habe ihn immer schon gereizt, es als Blues zu arrangieren.

Zum Blues kam Tosho übrigens über eine Live-Schallplatte von B. B. King. „Die Gitarre hat mich dermaßen begeistert, dass ich beschloss, mich um das Thema Blues weiter zu kümmern.“

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