Kritiker warnen vor Lärm vom ehemaligen Fliegerhorst Ahlhorn

Widerstand gegen 24-Stunden-Flugbetrieb

Wildeshausen·Ahlhorn. Gegen befürchteten Fluglärm vom ehemaligen Fliegerhorst Ahlhorn formiert sich jetzt eine Bürgerinitiative. Unter dem Namen "Flow'" wollen die Initiatoren gegen eine mögliche Aufhebung des Nachtflugverbots vorgehen.
16.06.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Ute Winsemann

Wildeshausen·Ahlhorn. Gegen befürchteten Fluglärm vom ehemaligen Fliegerhorst Ahlhorn formiert sich jetzt eine Bürgerinitiative. Unter dem Namen 'Flow' - kurz für 'Fluglärm ohne Wildeshausen' - wollen die Initiatoren vor allem gegen eine mögliche Aufhebung des Nachtflugverbots vorgehen.

'Den meisten Bürgerinnen und Bürgern in den Gemeinden um den Flugplatz Ahlhorn ist nicht bewusst, was auf sie zukommt', heißt es in einer Pressemitteilung. Die Firma Bunte, die das ehemalige Militärgelände vor gut einem Jahr gekauft und kurz darauf die Betreibergesellschaft Flugplatz Ahlhorn gegründet hat, werde versuchen, einen 24-Stunden-Flugbetrieb aufzubauen.

Bisher werde zwar lediglich von Geschäftsflügen gesprochen, doch scheine das nur ein Teil der Planungen zu sein. Wirklich interessant sei allein das Frachtgeschäft mit Rund-um-die-Uhr-Service, also auch mit vollem Nachtflugbetrieb.

Die kurzfristige Absage des Unternehmens, Anfang des Monats an der Sitzung des Wildeshauser Bau- und Umweltausschusses teilzunehmen, werten die Kritiker als Hinhaltetaktik und Verweigerung wesentlicher Informationen. In der öffentlichen Sitzung habe der Flugrechtsexperte Lutz Eiding deutlich gemacht, 'dass ein unverzügliches Handeln notwendig ist'. Stadtrat und die Bürger müssten jetzt an einem Strang ziehen und dürften sich nicht vorführen lassen. Bürgermeister und Rat nähmen das Thema ernst und würden auch anwaltliche Unterstützung beauftragen. Und 'alle Bürgerinnen und Bürger sollten sich an ?Flow? beteiligen'.

Hauptproblem Lärm

Als Hauptproblem sehen die Kritiker den Lärm. Der betreffe nicht nur die Ohren, sondern störe den gesamten Körper. Erst vor kurzem hätten führende Ärzte für vorbeugende Umweltmedizin darauf hingewiesen, dass neuere wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig schädliche Auswirkungen nächtlicher Lärmbelastung bestätigten.

Für Bremen sei das Nachtflugverbot selbstverständlich. Selbst der hessische Verwaltungsgerichtshof habe jüngst zum Thema Lärmbelastung eine strengere Regelung des Nachtflugverbotes für den internationalen Flughafen Frankfurt verlangt. Als 'Nacht' gelte dabei in Deutschland nach der Luftverkehrsordnung der Zeitraum zwischen einer halben Stunde nach Sonnenuntergang und einer halben Stunde vor Sonnenaufgang.

Die Wildeshauser Geest mit ihren touristischen Merkmalen, der Luftkurort Wildeshausen und die benachbarten Gemeinden hätten in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Aktionen die Werbetrommel für den Fremdenverkehr gerührt und dabei auch Erfolge verzeichnet. Der Nachtflug würde das alles zunichte machen. Auch sei die Wertminderung aller Immobilien in den Einflugschneisen nicht zu vernachlässigen.

'Flow' soll nach den Sommerferien als Verein gegründet werden. Wer sich aktiv an der Arbeit beteiligen oder in den Informations-Verteiler aufgenommen werden will, kann sich per E-Mail an Franz Duin, Jürgen Lammers oder Joachim Musch wenden: franz.duin@ewetel.net, juergen-lammers@web.de oder j.musch@musch-delank.de.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+