Unbekannte Flüssigkeit ausgelaufen Wieder eine Kontamination der Welse

Am Flüsschen Welse kam es schon wieder zu einer Vergiftung. Über einen Kanalschacht gelang eine Flüssigkeit, vermutlich Diesel-Kraftstoff, in das Gewässer.
05.02.2021, 16:52
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Wieder eine Kontamination der Welse
Von Gerwin Möller

Mittwoch im Ausschuss für Planen und Bauen ergriff Detlef Roß das Wort. Dabei tagte der Umweltausschuss, dem der Sozialdemokrat vorsteht, einen Tag zuvor. Roß kündigte zu Beginn der Bauausschusssitzung eine persönliche Erklärung an. Und berichtete dann von einer Umweltverschmutzung, die wieder einmal den Fluss Welse betraf.

Roß ist auch Vorsitzender des Fischereivereins. Sein letzter Aufschrei wegen einer Kontamination der Welse liegt nur wenige Monate zurück. Ende September war durch den Brand auf dem ehemaligen Plexi-Möller-Gelände an der Oldenburger Landstraße Löschwasser in das Gewässer gespült worden (wir berichteten), zahlreiche Fische wurden daraufhin tot aus der Welse geborgen.

Am Dienstagabend, so Roß, wurde er wegen einer stinkenden Einleitung in den Fluss, nahe der Stedinger Straße, alarmiert. Ob es Diesel oder ein anderer Kraftstoff war, der sich ergossen hatte, blieb zunächst unklar. Die Feuerwehr rückte an, um Sperren zu errichten, auch die Polizei war alarmiert worden. Nach seinen Angaben war dann beim Kaufland-Gelände „gleich gegenüber der Tanzschule“ ein Kanalschacht als Ursache ausgemacht worden.

Nun war die Unterstützung der Stadtwerke (SWD) gefragt. In den abfließenden Kanal musste eine Absperrblase eingesetzt werden, um den Zufluss in die Welse zu stoppen. „Wir haben rund eine Stunde gewartet“, sagte Roß. Das wäre tragisch gewesen, er wolle aber niemanden deswegen anklagen. Als die Stadtwerker endlich eingetroffen waren, empfand es Roß allerdings als „nicht akzeptabel“, zu beobachten, mit welcher Ausrüstung die SWD angerückt waren. Die Blase sollte in das im Durchmesser rund 50 Zentimeter große Rohr eingeführt und aufgepumpt werden. „Stellen Sie sich vor“, erregte sich Roß im Ausschuss, „die mussten die Blase mit einer Fußpumpe für Fahrräder aufpumpen.“ Das habe 15 Minuten gedauert. Es sei unfassbar, dass in einem hoch technologisierten Land mit solch einer primitiven Ausrüstung gearbeitet werde.

Für den Transport der Kanalabsperrblase zum Einsatzort war nach Informationen der SWD ein neuer Pritschen-Lkw genutzt worden. „Bei diesem Fahrzeug ist leider der Kompressor, der normalerweise für die Befüllung der Kanalblasen verwendet wird, noch nicht nachgerüstet“, erklärte SWD-Sprecherin Britta Fengler auf Nachfrage unserer Redaktion.

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