Gartenfreunde halten sich mit Übergangsarbeiten bei Laune Winter hat Kleingärtner ausgebremst

Delmenhorst. Frühling war vergangenes Jahr. In diesem Jahr trauen sich kurz nach dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März nur vereinzelnd blasse Schneeglöckchen aus der Erde. Der lange Winter hat die Gartenfreunde ausgebremst.
15.03.2010, 05:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Janina Heyn

Delmenhorst. Frühling war vergangenes Jahr. In diesem Jahr trauen sich kurz nach dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März nur vereinzelnd blasse Schneeglöckchen aus der Erde. Auch die wenigen lütten Krokusse im Vorgarten von Renate und Franz Krön wirken recht schlapp. 'Hier ist noch tote Hose', sind sich die Kleingartenbesitzer einig. Der lange Winter hat die Gartenfreunde ausgebremst.

Das Schnappen einer Gartenschere durchdringt die Ruhe, die über der Anlage des Kleingartenvereins Delmenhorst an der Strassburger Straße liegt. Franz Krön steht auf einer Leiter und stutzt einen Apfelbaum. Außer dem Ehepaar Krön scheint die Siedlung menschenleer. 'Viel kann man noch nicht machen, außer ein wenig die Obstbäume beschneiden', sagt der 84-Jährige. Das sei aber auch erst möglich, seitdem die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen, erklärt er.

Die sieben Grad Umgebungstemperatur lassen bei den passionierten Kleingärtnern noch keine Frühlingsgefühle aufkommen. 'Ach, man muss halt Geduld haben', macht Franz Krön deutlich. Solange knöpft er sich erstmal seine drei Nistkästen vor und säubert diese, damit sich auch in diesem Jahr, irgendwann, wieder Piepmätze darin wohl fühlen.

Während Franz Krön die Leiter von einem Baum zum nächsten trägt, macht seine Ehefrau in dem kleinen Gewächshaus klar Schiff. 'Da sollen ja bald Tomaten und Gurken wachsen', erzählt sie. Was auf den übrigen etwa 500 Quadratmetern Garten gedeihen soll, darüber hat sich das Ehepaar in der kalten Jahreszeit Gedanken gemacht. 'Im Winter machen wir Pläne für den Sommer', sagt sie, lacht und zeigt ein Stück Karo-Papier. Darauf sind die einzelnen Beete aufgezeichnet und notiert, wo Petersilie, Stauden und Co. ihren Bestimmungsort finden sollen. 'Die Sämereien suche ich in einem Gartenkatalog aus, das macht immer auch schon etwas Vorfreude', sagt die Gartenexpertin.

Als Frühlingsvorboten machen sich normalerweise schon Ende Februar die Krokusse im Vorgarten der Kröns breit. 'Eigentlich müsste hier schon alles blau sein', bedauert Franz Krön. Und auch die Tulpenblätter kriechen nur zaghaft aus dem Mutterboden, als hätten sie Angst, sich mit jedem Zentimeter erkämpfter Freiheit der Willkür der Witterung aussetzen zu müssen.

Frost könnte in die Karten spielen

Dass in diesem Jahr alles etwas später wächst und gedeiht, damit haben die Kleingärtner sich abgefunden. Der lange Frost könnte nämlich auch den ein oder anderen Vorteil mit sich bringen, hofft Renate Krön: 'Wir hoffen, dass das ganz Ungeziefer draufgegangen ist.' Und auch der Schnee habe so seinen Nutzen: 'Der isoliert, da fühlen sich die Mikroorganismen im Boden recht wohl', weiß Franz Krön.

Trotzdem ist das Ehepaar froh, endlich wieder auf seinem kleinen Areal ackern zu können. Sein besonderes Steckenpferd sind Beerensträucher. 'Johannis-, Brom-, Jostabeeren und vieles mehr.' Schließlich sei ihr Garten vor allem ein Naschgarten, schildert Renate Krön.

Dass die Kröns schon seit 27 Jahren ihre Gartenleidenschaft auf dem Stück Land an der Strassburger Straße ausleben, hat für das Ehepaar auch einen tieferen Grund: 'Man hat ja auch eine gewisse Verantwortung, mit dem Stück Erde sorgsam umzugehen.' Und zu dem Hobby gehöre auch das Genießen. 'Sich zurückzulehnen, wenn alles blüht, das ist schön', denkt Renate Krön. Bis dahin überwintern die Kröns mit ihrer ganz eigenen Taktik. Sie holen sich den Frühling in die Wohnung. Ein paar der Forsythienäste werden abgeschnitten und in eine Vase gestellt. 'Die blühen dann wunderschön gelb.'

Mit Übergangsarbeiten beschäftigen sich derzeit die Mitglieder im Kleingärtnerverein Heidkrug-Iprump. 'Es ist einfach alles zu nass und der Frost muss erst aus dem Boden', sagt Kurt Walkenhorst. Aber düngen könne man schon, weiß er.

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