Stadt will Vereinsheim an der Seestraße übernehmen

Wohnen auf dem alten DTB-Sportgelände

Delmenhorst. Die Tage des alten DTB-Vereinsheims an der Seestraße sind gezählt - allerdings nur in seiner bisherigen Funktion als Vereinsheim. Die Stadt will das Gebäude kaufen und zu Wohnzwecken nutzen.
09.03.2010, 05:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Ute Winsemann

Delmenhorst. Die Tage des alten DTB-Vereinsheims an der Seestraße sind gezählt - allerdings nur in seiner bisherigen Funktion als Vereinsheim. Die Stadt will das Gebäude kaufen und zu Wohnzwecken nutzen. Außerdem könnten auf dem Restgrundstück weitere Wohnhäuser entstehen.

Hinter den Kulissen ist der Handel offenbar schon so gut wie eingetütet. Offiziell hält sich die Stadt allerdings noch bedeckt. Erster Stadtrat Gerd Linderkamp erklärte kürzlich lediglich, dass der 'Ankauf einer Vereinsimmobilie' im Verwaltungsausschuss behandelt worden sei. Öffentlich war zuletzt im vorigen Herbst über das DTB-Heim gesprochen worden. Damals hatte Ratsherr Detlef Roß (SPD) eine Anfrage in Sachen Rückkauf gestellt. Der war dem Verein im Zusammenhang mit der Verlegung des gesamten Sportgeländes bereits 2005 in Aussicht gestellt worden - wobei ursprünglich allerdings von einem Abbruch und 'Verwertung der Gesamtfläche für anderweitige Zwecke' die Rede war.

2005 waren für den Rückkauf 210000 Euro kalkuliert. In der Antwort auf Roß? Anfrage hieß es dann 'Voraussetzung für den Erwerb ist die Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel Ansatz 400000 Euro.' Tatsächlich findet sich im Haushalt an der entsprechenden Stelle diese Summe - die allerdings laut Stadtsprecher Timo Frers nicht allein für den DTB reserviert sein soll. Grundsätzlich mache die Verwaltung zwar 'zu Vertragsangelegenheiten keine Aussage', betonte er. Auf den konkreten Betrag angesprochen, stellte er jedoch klar, dass 'die Summe bei weitem nicht dem entspricht, was dem Verein angeboten wurde', vielmehr gehe es um deutlich weniger Geld.

Tatsächlich beläuft sich die Offerte, die der Rat am Donnerstag nichtöffentlich absegnen soll, auf 174000 Euro. So jedenfalls steht es in Unterlagen, die dem DELMENHORSTER KURIER vorliegen. Den Preis hat die Verwaltung als Mittelwert aus einem 2004 ermittelten Sachwert von 217000 Euro und dem deutlich niedrigeren Ertragswert errechnet.

Auch wenn sich der DTB nach dem ursprünglichen Gutachten wohl mehr erhofft haben dürfte, hat er wahrscheinlich wenig Alternativen zu dem städtischen Angebot. 'Wir wollen?s nur loswerden', bestätigte der Ehrenvorsitzende Reinhard Fricke, 'wir hoffen, dass die Stadt grünes Licht gibt.' Das alte Gebäude sei zu weit von den neuen Anlagen entfernt, um es noch wirtschaftlich betreiben zu können. 'Das verursacht nur zusätzliche Kosten.' Zudem hat der Verein großes Interesse, das Geld in die Hand zu bekommen. Zum einen, um Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Neubau - etwa für die Solaranlage - abzulösen. Und zum anderen, weil idealerweise der noch im alten Vereinsheim wohnende Platzwart auf das neue Gelände ziehen soll - in eine Wohnung, die erst noch gebaut werden müsste.

Für seine bisherige Wohnung sowie eine im Erdgeschoss einzurichtende weitere Wohnung kalkuliert die Stadt derweil 1000 Euro monatliche Miete. Umbaukosten sind noch nicht beziffert. Auf dem ehemaligen Sportplatz sieht die Verwaltung ein Potenzial für Wohnhäuser mit einer Baufläche von 3200 Quadratmetern. Dafür müsste aber erst noch ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

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