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24-Stunden-Lauf
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400-Kilometer-Marke geknackt

Niklas Johannson 23.06.2019 0 Kommentare

Beim Start versammelten sich 194 Einzelläufer, 57 Mannschaften, 32 Schülerteams sowie 13 Mannschaften von der Lebenshilfe.
Beim Start versammelten sich 194 Einzelläufer, 57 Mannschaften, 32 Schülerteams sowie 13 Mannschaften von der Lebenshilfe. (INGO MöLLERS)

Genau sechs Minuten vor dem Ende des 16. Delmenhorster 24-Stunden-Burginsellaufes ist es vollbracht gewesen – die Mannschaft des TSV Neuenwalde and Friends hat einen neuen Streckenrekord im Staffel-Wettbewerb aufgestellt. Überragende 333-mal umkreisten die erfahrenen Läufer den Kurs auf den Graftwiesen und kamen dadurch auf stolze 402,047 Kilometer. Ihre eigene Bestleistung aus dem Vorjahr pulverisierte der Titelverteidiger dabei um knapp 17 Kilometer. „Die 400er Marke zu knacken, ist unser Geheimziel gewesen“, verriet Topläufer und Marathonspezialist Oliver Sebrantke.

Die Strapazen während des Rennens seien riesengroß gewesen. „Die Nacht war echt ziemlich hart. Wir haben versucht, zu schlafen, aber so richtig ist es keinem von uns gelungen. Irgendwann war die Laune so schlecht, dass niemand mehr so richtig mit dem anderen sprechen wollte. Aber als die Sonne dann langsam wieder aufging, war der Spaß sofort zurück“, sagte Benjamin Koc vom Siegerteam. Neben des Schlafentzugs wurde auch der Magen nicht wirklich verwöhnt. „Während des Rennens haben wir kaum etwas gegessen, weil es sich dann schlechter laufen lässt. Deshalb werde ich jetzt erst einmal vom Bratwurst-, über den Eis- und Pommes- bis hin zum Crêpes-Stand wandern“, unterstrich Koc.

Einen weiteren Streckenrekord bejubelten die zahlreichen Zuschauer an der Strecke im Männer-Einzelwettbewerb. Dort steigerte der Berliner Patrick Hösl die Bestmarke auf 243,045 Kilometer. Der 47-Jährige schaffte das Kunststück, pro Stunde rund zehn Kilometer zurückzulegen. Der Läufer von der LG Ultralauf ist kein unbeschriebenes Blatt und feierte bereits mehrere Europa- und Weltmeistertitel bei 24-Stunden-Rennen in der Mannschaft. Nach sechs Jahren Pause gab er in der Delmenhorster Graft sein Comeback, um die Qualifikation für die kommende WM in Frankreich zu schaffen. Dieses Ziel erreichte er in souveräner Art und Weise. Trotzdem war er mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden. „Ich überlege auf die WM zu verzichten, weil ich mich nicht so gut gefühlt habe, wie ich es mir vorgestellt hätte“, betonte er kritisch.

Geschlafen habe er innerhalb der 24 Stunden übrigens nicht. Auch Gehversuche unternahm er nur aufgrund einer kleinen Ausnahme. „Ich bin zwei Runden mit meiner Freundin gegangen, ansonsten habe ich durchgehalten“, erklärte er grinsend und zeigte sich überrascht von dem Schwierigkeitsgrad der Strecke: „Sie ist nicht ganz so einfach zu laufen. Vor allem weil die Läufer, die gegangen sind, nicht wirklich Rücksicht auf die schnelleren Läufer genommen haben.“ Trotz dieser Probleme verwies er Tomasz Weglinski (231) und Martin Armenat (225) auf die Podestplätze. Bei den Damen triumphierte Wilma Dierx, indem sie 193,386 Kilometer absolvierte und damit zehn Kilometer mehr als die Zweitplatzierte, Anke Schülke, gelaufen war. Im Mixed-Wettbewerb ließen sich die Lokalmatadoren vom Laufclub 93 Delmenhorst gebührend feiern. Nach 377 Kilometern war ihnen der Titel nicht mehr zu nehmen. Zudem stellten sie einen neuen Streckenrekord auf.

Die Organisatoren hatten aufgrund von drei Bestmarken allen Grund zur Freude: „Das sind tolle Leistungen und beeindruckende Zahlen. 400 Kilometer ist hier noch nie jemand gelaufen, das gab es noch nie“, lobte Veranstalter Dieter Meyer, der sich begeistert von der 16. Auflage des Burginsellaufs zeigte: „Es ist alles reibungslos verlaufen. Wir hatten für die Läufer und Zuschauer ideales Wetter. Die Teilnehmer waren zufrieden und es herrschte eine entspannte Atmosphäre.“

Als Premiere hatten die Organisatoren in diesem Jahr eine Feuershow ins Leben gerufen – auf ein Feuerwerk verzichteten sie: „Man kann darüber streiten, was jetzt besser ist. Wir fanden die Feuershow sehr gelungen. Der Marktplatz ist am Samstagabend jedenfalls voll gewesen“, sagte Meyer. Lobende Worte für die Veranstaltung fand auch Läufer Florian Metag: „Es ist einfach ein geiles Event, aber jetzt werde ich erst einmal den ganzen Tag am Werdersee schlafen.“ Trotz der Anstrengungen werden sich viele Teilnehmer wohl noch tagelang erholen müssen. Koc macht es anders: „Morgen ist Radfahren angesagt.“ Die Vorbereitung auf den 17. Burginssellauf kann schließlich nicht früh genug beginnen – die Anforderungen für einen Streckenrekord sind jedenfalls gestiegen.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...
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