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Aufgetischt: "Bellini"
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Aus Liebe zur Mittelmeerküche

21.11.2015 0 Kommentare

Es kommt schon mal vor, dass deutlich mehr Gäste im „Bellini“ essen möchten, als das Lokal am Abend verkraften kann. Manchmal reicht eine kurze Wartezeit, um doch noch einen Platz in dem seit Jahren beliebten Restaurant an der Badener Bahnhofsstraße zu ergattern, gelegentlich muss sich der eine oder andere Gast jedoch vertrösten lassen.

„Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass ich irgendwann einen derartigen Erfolg für die Familie verbuchen könnte“, erklärt Geschäftsführer Bayram Senol unserer Zeitung. Nachdenklich blickt er zurück auf eine Zeit voller Risiken, harter Arbeit aber auch Zuversicht.

Bayram Senol vom
Bayram Senol vom "Bellini" in Achim-Baden in seinem Restaurant.  (Focke Strangemann)

In den Neunzigern hätten sich die Eltern vom Südosten der Türkei aus auf den Weg gemacht, um, wie viele ihrer Landsleute auch, ihr Glück in Deutschland zu suchen, erzählt er. Sehr schnell habe sich Achim als Wohnort empfohlen, und 1997 wurde mit dem Erwerb eines Hauses in Baden der Grundstein für einen dauerhaften Aufenthalt der Familie in der Weserstadt gelegt. Schon als er 16 Jahre alt war, erinnert sich Senol, habe er davon geträumt, einmal auf eigenen Füßen zu stehen. Mehrmals wöchentlich trug er Zeitungen aus, jobbte in den Ferien in einem Gartencenter und an den Wochenenden als Tellerwäscher in einer Gaststätte in Uesen – immer mit dem Ziel, später sein eigener Chef zu sein. Natürlich sei er sich der Tragweite damals nicht bewusst gewesen, sagt der 37-Jährige, auch über eine bestimmte Branche habe er zu der Zeit nicht nachgedacht. Ausgeschlossen habe er jedoch die Gastronomie – „zu viel Risiko, zu viel Verantwortung, zu viele Unwägbarkeiten“.

Als Grundlage für seine berufliche Entwicklung drückte der junge Mann nach seinem Real-Abschluss ein Jahr lang die Bänke der Berufsbildenden Schulen in Dauelsen und erwarb dort Kenntnisse im Bereich Wirtschaft. Eine anschließende Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann vervollständigte das Rüstzeug für den ehrgeizigen Berufsanfänger, der schon während der Lehrzeit zur Kundenpflege in den Außendienst geschickt wurde. Er sammelte Erfahrungen, verlor sein erklärtes Ziel jedoch nie aus den Augen. Ein Verwandter, als Koch in einem italienischen Restaurant tätig, brachte ihn schließlich doch auf den Pfad der Gastronomie. Die Eröffnung des „Bellini“ in Cluvenhagen im April 2001 war die Folge intensiver Gespräche, auch zwischen Vater und Sohn. „Damals war ich erst 23 – Wahnsinn.“

Schon ein Jahr später habe er den nächsten Schritt gewagt, erzählt der Gastronom. „Ein Investor plante damals den Bau des ,Allerparks’ in Baden und hat mir zur Pacht der Räume geraten, in denen wir dann relativ kurzfristig den Betrieb unseres zweiten Restaurants aufgenommen haben. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, freut er sich jetzt und kann bei der Bewirtung der allabendlich erscheinenden Gästeschar auf versierte Mitarbeiter und zwei Schwestern zurückgreifen, die ihm seit Jahren zuverlässig zur Seite stehen. 2012 war das „Bellini“ für einige Tage geschlossen. Nachdem das Lokal einer umfassenden Renovierung unterzogen worden war, präsentierte es sich anschließend im neuen Outfit und bot nun 74 Gästen Platz. Im Sommer nächsten Jahres will Senol seinen Gästen einen renovierten Außenbereich bieten.

Ein Blick in die Karte weist auf die Liebe zur Mittelmeerküche hin: Italienische Vorspeisen, Pasta und natürlich auch Pizza dominieren das Angebot. Ich bin auf der Suche nach etwas Frischem und bestelle mir zunächst einen halben Insalata al Pollo, der mit gebratenen Zwiebeln, Putenbruststreifen und frisch gehobeltem Parmesan zum Preis von 8,90 Euro (ganze Portion) daherkommt. Als Hauptgericht möchte ich die Gamberoni dello Chef probieren. Gegrillte Gambas mit dem Aroma frischen Knoblauchs verfeinert, werden mir serviert, begleitet von Zitronenspalten und schwarzen Oliven (18,50 Euro). Dazu empfiehlt der Chef des Hauses einen leichten Weißwein, der zwischen 3,70 und 3,80 Euro pro Glas (0,2l) ausgeschenkt wird. Die Preise für offene Rotweine bewegen sich zwischen 3,70 und 4,10 Euro. Neuzugänge unter den Weinen, wie zum Beispiel ein exklusiver Riesling aus dem Rheingau, werden hingegen nur flaschenweise verkauft.

Ob ich noch ein Dessert schaffe? Ich versuche es und lasse mir eine Zabaione reichen (3,90 Euro), die ich wegen ihres frischen Charakters doch noch bewältigen kann. Ein Espresso (1,90 Euro) vertreibt die beginnende Müdigkeit nach dem Genuss eines ausgesprochen leckeren Menüs.

Wer in der Speisekarte nicht das Passende entdecken sollte, wird vielleicht auf der großen Tafel fündig, die über ein nahezu wöchentlich wechselndes Angebot informiert. Dort sind auch die saisonalen Gerichte verzeichnet, wie Spargel, Pilze und Muscheln. „Nur Braunkohl gibt es bei uns nicht“, verrät Senol und lacht dabei, das Gericht passe einfach nicht zum Stil des Hauses. Wer gerne in seinen eigenen Räumen feiern möchte, kann das abwechslungsreiche Catering in Anspruch nehmen. Ein Mittagstisch wird montags bis freitags zwischen 11.30 und 14.30 Uhr angeboten.

Das Restaurant Bellini ist an der Bahnhofstraße 2 in Achim-Baden zu finden. Reservierungen werden unter Telefon 0 42 02 / 52021071 angenommen. Es gibt keinen Ruhetag.

Rezept

Ein Rezept für Spaghetti mit frischen Miesmuscheln und Tomaten (scharf), für zwei Personen:

Die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen. Währenddessen 2 Stangen Staudensellerie putzen und in mundgerechte Stücke schneiden, 1 rote Zwiebel pellen und fein hacken, 2 Knoblauchzehen in feine Scheiben schneiden, 1 bis 2 rote Chilischoten von den Kernen befreien und in Ringe schneiden.

Das Gemüse in 2 EL Öl anschwitzen, etwas Weißwein, 250 Gramm Miesmuscheln und eine gute Handvoll Kirschtomaten hinzufügen. Das Gericht etwa 5 Minuten köcheln lassen, die gegarten Spaghetti unterheben und die Nudeln, mit Basilikum-Blättern bestreut, servieren.


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Leserkommentare
admiral_brommy am 19.10.2019 13:20
Durchaus nicht.



Bildungserfolg hängt immer von diversen Faktoren ab. Daher ist es Aufgabe der Politik, diese Faktoren so ...
suziwolf am 19.10.2019 13:17
@Siegfried ...

Sie machen aber jetzt die Idee der BI zum
regelrechten Mischmasch.

• Produktion von Aluminium ...
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