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Studie sieht keine großen Unterschiede zu Benzin-Neuwagen
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Steuervorteil für Diesel in der Kritik

17.05.2016 1 Kommentar

Benzinpreise - Tankstellen - Umfrage
Diesel ist an deutschen Tankstellen billiger als Benzin. Das könnte sich ändern. (Frank Thomas Koch)

„Die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller Diesel- und Benzinneuwagen in der EU liegen nahezu gleichauf, in Deutschland sind neue Benzin-Pkw im Schnitt bereits heute klimafreundlicher als Diesel-Neuwagen“, heißt es in dem Gutachten der Berliner Denkfabrik Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) sowie des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM). Die bisher unveröffentlichte Studie liegt dieser Zeitung vor. Sie entstand im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Deren Vorsitzender Anton Hofreiter sagte: „Die Erzählung der Automobilindustrie vom klimafreundlichen Diesel gehört ins Reich der Märchen.“

Seit Beginn der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen und anderen Autokonzernen ist die steuerliche Besserstellung von Diesel gegenüber Otto-Kraftstoffen immer wieder Gegenstand heftiger Diskussionen. So fordert unter anderem die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, den Steuersatz für Diesel nach und nach dem von Benzin anzupassen. Die Bundesregierung lehnt das ab. Diesel ist pro Liter um 18,4 Cent geringer besteuert als Benzin, was dann auch auf die Preise an der Zapfsäule durchschlägt.

Beim Abgasskandal geht es um den übermäßigen Ausstoß von gesundheitsschädlichen Stickoxiden durch Dieselautos. Um klimafreundlich zu sein, müssten Diesel-Pkw deutlich geringere Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid ausstoßen als Autos mit Benzinmotor.

Dass Diesel-Pkw generell klimafreundlicher sind, stellt das neue Gutachten aber infrage: Zwar verbrauchen Dieselfahrzeuge in der Regel weniger Kraftstoff als die gleichen Modelle mit Benzinmotor. Dieser Vorteil werde mit Blick auf die gesamte Fahrzeugflotte aber durch überdurchschnittliche Steigerungen von Fahrzeugleistung und -gewicht bei Dieselautos zunichte gemacht. Mehr Leistung und mehr Gewicht führen zu einem höheren Verbrauch. „Die Durchschnittleistung neuer Diesel-Pkw lag in den letzten Jahren stets über dem Mittel aller neu angemeldeten Pkw“, schreiben die Autoren. Das gleiche gelte für das Durchschnittsgewicht. Vor allem in den höherklassigen Segmenten sei der Diesel stärker vertreten, „da sich die oft teureren Motoren im Kleinwagenbereich kaum rechnen und Pkw-Käufer insbesondere bei Diesel-Pkw immer leistungsstärkere Modelle nachfragen“. Fast jeder zweite in Deutschland neu zugelassene Wagen hat inzwischen einen Dieselmotor.

Ursprünglich war das Dieselprivileg als Unterstützung für das Speditionsgewerbe gedacht. Für die heimischen Pkw-Hersteller spielt der Dieselantrieb heute eine zentrale Rolle: Laut Studie haben bei VW und Mercedes mehr als die Hälfte der verkauften Autos einen Dieselmotor, bei BMW sind es sogar fast drei Viertel. Die meisten in Deutschland neu zugelassenen Autos werden nicht von Privatleuten, sondern von Gewerbebetrieben gehalten. Etliche Fahrzeuge davon sind Dienstwagen, können also von Mitarbeitern auch privat genutzt werden.

Grünen-Fraktionschef Hofreiter, sein Vize Oliver Krischer und die Steuer-Expertin Lisa Paus folgern aus der Studie, dass die Bundesregierung darüber nachdenken sollte, ein stufenweises Abschmelzen des Dieselprivilegs anzugehen. „Das entlastet nicht nur den Staatshaushalt, sondern ist auch klimapolitisch sinnvoll.“ Auf diese Weise ließen sich auch die Hersteller dazu bewegen, verstärkt auf nachhaltige Antriebstechnologien wie die Elektromobilität zu setzen. „Im Sinne des Automobilstandorts Deutschland und der daran hängenden Arbeitsplätze ist es allerhöchste Zeit, dass die Industrie umsteuert.“


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...
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