Bremen
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Wie Bremer Wirtschaft und Politik innovativer werden sollen

STEFAN LAKEBAND 24.04.2015 0 Kommentare

Wirtschaft - OHB startet den Bau des Galileo Sateliten
Die Luft- und Raumfahrtbranche gehört bereits zu den Bremer Wirtschafts- clustern. Eine Studie warnt aber davor, nur die Stärken zu betonen. (Frank Thomas Koch)

Die Erwartungen an das Offshore Terminal Bremerhaven sind groß, doch seit vergangener Woche ist bekannt: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie vergibt vorerst keine Genehmigungen mehr für Windparks auf hoher See. Was das für den Hoffnungsträger für die regionale Wirtschaft bedeutet, wird derzeit untersucht.

Für Hans Heinrich Bass kommt diese Entwicklung nicht überraschend. „Man hat sich in die Windkraft verrannt, weil der Staat meinte, er wüsste es besser als die Wirtschaft.“ Bass ist Professor für Internationale Wirtschaft an der Hochschule Bremen und Co-Autor der Studie „Impulse für die Innovationspolitik im Land Bremen“. Für diese haben sich Volkswirte verschiedener Bremer Forschungseinrichtungen, darunter die Universität, die Hochschule und die Jacobs University sowie das Hamburger Weltwirtschafts-Institut (HWWI), zusammengetan, um Bremen aus der „Innovationslethargie“ zu befreien.

Ein zentrales Ergebnis: Bremen hat Probleme, wirtschaftliche Innovationen anzuschieben. Man konzentriert sich zu sehr darauf, die Stärken zu stärken, sagt Bass. Bislang gibt es mit der Windenergie, der maritimen Wirtschaft/Logistik und der Luft- und Raumfahrt drei bestehende Wirtschaftscluster in Bremen. Sich nur auf diese Branchen zu beschränken, sei aber falsch. „Die Clusterstrategie des Landes Bremen sollte nicht nur der weiteren Stärkung dieser Branchen dienen“, sagt Christina Wilke, Leiterin des HWWI in Bremen. Sie müsse branchenübergreifend sein.

Deswegen schlägt die Studie, die am Freitag veröffentlicht wird, einen Zukunftsrat vor. In diesem Gremium sollen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sitzen und gemeinsam überlegen, welche Stärken Bremen betonen könnte und welche davon auch eine Zukunft hätten.

Als gutes Beispiel für branchenübergreifende Projekte nannte Heinrich Bass EcoMaT. Ab 2017 sollen unter diesem Namen rund 500 Beschäftigte aus Wirtschaft und Wissenschaft neue Technologien im Leichtbau entwickeln. Davon könnten Autobauer genauso wie die Windindustrie und die Raumfahrtbranche profitieren.

Aber auch die Politik müsse Innovationen vorantreiben. „Stadt und Verwaltung sind Vorreiter“, sagt Bass. Hilfreich sei es, mehr Bürokratie abzubauen und sich verstärkt für E-Government einzusetzen. Große Forschungsprojekte sollten aber nicht über die öffentliche Hand finanziert werden. „In Bremen gibt es viel Kapital in privater Hand“, erklärt Wilke. Andererseits klagten Bremer Unternehmen darüber, dass sie kein Risikokapital bekämen. Hier schlägt die Studie einen Fonds vor, der die Innovationen finanzieren soll. Die Mittel sollen aus der privaten Finanzwirtschaft kommen – abgesichert durch das Land Bremen.

Bereits im März hat eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) das Innovationsklima in Bremen untersucht. Die Autoren lobten das „exzellente Wissenschafts- und Ausbildungssystem“. Kritik gab es dagegen für den Wissenstransfer in die Wirtschaft vor Ort. Dieser gelinge nur schwer. Kommentar Seite 2

Am kommenden Dienstag wird im Haus der Wissenschaft (Sandstraße 4/5) eine Podiumsdiskussion mit Politikern zu den Ergebnissen der Studie veranstaltet. Beginn ist 19 Uhr, Eintritt ist frei.


Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 9 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regenschauer.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Community-Regeln des WESER-KURIER
Community-Regeln des WESER-KURIER

Um eine anregende, sachliche und für alle Parteien angenehme Diskussion auf www.weser-kurier.de sowie auf Facebook zu ermöglichen, haben wir folgende Richtlinien entwickelt, um deren Einhaltung wir Sie bitten möchten. 

Leserkommentare
derMeier am 19.10.2019 16:40
Ist ein 50 seitiges Gutachten wirklich notwendig, um das Offensichtliche zu bestätigen? Als wäre das irgendwie ein schwer zu beurteilender Fall? ...
suziwolf am 19.10.2019 16:31
Gerne ... „ischa Freimaak“ ...

mit manchmal auch v-e-r-brannte-n Mandeln.

Auf weitere gute Zusammenarbeit. ...
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Der WESER-KURIER bei Twitter
WESER-KURIER Kundenservice