Höhere Temperaturen führen zur Verlagerung von Lebensräumen / Schneeleoparden bekommen Probleme
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Wie der Klimawandel die Tierwelt verändert

Kai Althoetmar 28.12.2013 0 Kommentare

King penguins (Aptenodytes patagonicus) in mating ritual, Volunteer Point, East Falkland, Falkland Islands, South Atlant
Königspinguine können eine Körperlänge von fast einem Meter erreichen. Die einzigen Pinguine, die größer sind als sie, sind die Kaiserpinguine. (dpa Picture-Alliance / Marco Simoni, picture alliance / Marco Simoni/)

In Afrikas Savannen begünstigt der steigende Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre das Wachstum von Wäldern. Waldelefanten oder Schimpansen könnten davon profitieren, während Savannenelefanten und Giraffen Lebensraum verloren geht. Die Eisbären der Arktis leiden darunter, dass die von Meereis bedeckte Fläche kleiner wird. An Englands von jeher vergleichsweise warmer Südküste sind dafür schon Mondfische beobachtet worden, die sonst am Äquator vorkommen. Im deutschen Wattenmeer nistet inzwischen der Löffler, eine im Mittelmeerraum heimische Ibisart.

Mondfisch vor der Insel Rügen gefangen
Die Heimat der Mondfische sind die Tropen. Heute kommen sie auch weiter nördlich vor. (Stefan Sauer, dpa)

Viele Arten sind zum Umsiedeln gezwungen; manche finden zusätzliche Lebensräume; und andere drohen auszusterben, weil sie nicht ausweichen können. Vorhersagen wie die, dass sich Lebensräume in Richtung Pole verschieben, entpuppen sich mit Blick auf einzelne Arten oft als zu allgemein. Außerdem gibt es Wechselwirkungen, die erst noch erforscht werden müssen. Ein Beispiel dafür findet sich im Himalaja. Auch auf dem „Dach der Welt“ schmelzen Gletscher. Mit steigenden Temperaturen rückt die Vegetation in größere Höhen vor. Bergaufwärts wandert aber nicht nur die Baumgrenze, die im Himalaja heute bei 4400 Metern liegt. Auch Tierarten erobern neue Höhenlagen, so etwa der Leopard, der in den bewaldeten Hochtälern am Fuße des Mount Everest vorkommt. Dabei gibt es einen Verlierer: den Schneeleoparden.

Das Reich des Schneeleoparden sind offene Gras- und Buschlandschaften, steinige und steile Berggebiete. Die beiden Leopardenarten gehen sich aus dem Weg, um tödliche Konfrontationen zu vermeiden. Beliebig kann der Schneeleopard seine Reviere nicht nach oben ausdehnen. „Schneeleoparden im Himalaja sind durch die Dezimierung ihrer Beute, durch Wilderei und durch den Klimawandel gefährdet“, sagt der italienische Verhaltensforscher Sandro Lovari von der Universität Siena. „All das kann für die Katze tödlich sein.“ Den Verlust von 30 bis 50 Prozent seiner Habitate im Himalaja sagt Lovari dem Schneeleoparden voraus.

Deutsche Unterstützung für Schneeleoparden
Schneeleoparden sind äußerst selten. Es gibt nur noch wenige Tausend Tiere. (Roland Scheidemann)

Dass Forscher nicht nur Temperaturveränderungen im Blick haben müssen, wenn sie sich ein Bild von der möglichen Zukunft bestimmter Tierarten machen, zeigt das Beispiel des Kormorans auf Grönland. Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass auch Kormorane in der Arktis vom Klimawandel profitieren. Die Eisschmelze, so die Annahme, führt zu offenen Gewässern, was den Tauchvögeln zugute komme: Aufgrund der wärmeren Temperaturen müssten sie weniger Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur zu halten. Höhere Temperaturen allein reichen jedoch nicht aus, um die Tiere weiter in Richtung Nordpol zu locken. Für sie spielen auch die Lichtverhältnisse eine Rolle. Um Fische zu jagen, sind Kormorane auf Tageslicht angewiesen.

Enge Grenzen

Der Evolutionsbiologe Craig White von der australischen University of Queensland ist in einer Studie zu dem Schluss gekommen, „dass die Überwinterungsgebiete der Kormorane größtenteils unverändert bleiben – und zwar wegen des fehlenden Lichts im Winter“. Die Erkenntnisse dürften auch auf andere Beutegreifer der Arktis zutreffen, die auf Licht angewiesen sind. Einer Ausdehnung ihrer Habitate nach Norden sind folglich enge Grenzen gesetzt. Andere Tiere besitzen überhaupt nicht die Möglichkeit, in andere Gebiete zu ziehen. Ein Beispiel liefern die großen Populationen von Königspinguinen auf dem Crozet-Archipel im südlichen Indischen Ozean. Mit rund drei Millionen Tieren gelten die Bestände bislang noch als stabil, doch der Klimawandel setzt den Vögeln zu. „Königspinguine jagen vor allem im fischreichen Südpolarmeer“, sagt Nicolas Hanuise, Meeresbiologe an der Universität Straßburg. „Der Anstieg der Meerestemperatur verschiebt die Polarfront nach Süden.“ Das vergrößert die Distanz zwischen den Brutkolonien auf den Crozet-Inseln und den Jagdgebieten der Pinguine. Damit werde auf Dauer der Bruterfolg gefährdet, erläutert Hanuise.

Der Südwesten der USA gehört zu den Regionen, in denen vermehrt Dürren auftreten. Zu welchen Anpassungsleistungen die Natur fähig ist, belegt dort eine Amphibienart. Die US-Forscher Andrew Gluesenkamp und Nathan Bendik hatten im texanischen Travis County ursprünglich nur messen wollen, ob sich das Wachstum des seltenen Jollyville-Plateau-Salamanders bei Dürre verlangsamt. Als sie die Salamander nach Monaten der Dürre wieder einsammelten, hielten sie ausgezehrte Schrumpfversionen in ihren Händen. Die Kopf-Rumpf-Länge der Salamander war um bis zu acht Prozent kürzer als vor der Dürre, der Schwanz um bis zu 23 Prozent. Im Frühjahr darauf hatten die Lurche ihre Verluste wieder kompensiert. Bei Amphibien war das zeitweilige Einschrumpfen des Körpers bislang völlig unbekannt. „Das Schrumpfen des Körpers könnte eine Anpassung sein, um mit langen Phasen geringen Futtterangebots fertigzuwerden“, erklärt Bendik. Gestiegene Temperaturen setzten Amphibien in aller Welt zu.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 13:29
@Wesersteel ...

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Oder Vorhandene mit Rammschutz ausrüsten ?
Bremen-Fan am 22.10.2019 13:25
Was ist "mangelnde soziale Kompetenzen"? Oder wollte @daa2011 einfach ein Schlagwort benutzen, um Bremer Eltern schlecht zu reden, die ihre Kinder in ...
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