Stadtbremische Hafengesellschaft Bremenports bekommt ISO 9001 / Ziel: Verbesserungspotenzial herausarbeiten
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Zertifizierung für mehr Renommee und mehr Aufträge

Peter Hanuschke 10.09.2014 0 Kommentare

Bremerhaven
ISO 9001 soll bei Bremenports auch für mehr Transparenz sorgen. (Karsten Klama)

Bremenports setzt auf noch mehr Qualität und Transparenz: Die stadtbremische Hafengesellschaft hat sich nach der international einheitlichen Norm ISO 9001 erfolgreich vom TÜV Süd zertifizieren lassen.

„Damit ist Bremenports die erste Managementgesellschaft eines deutschen Nordseehafens, die gegenüber einer unabhängigen Prüfungsgesellschaft nachgewiesen hat, dass sie bei ihren internen Prozessen genau definierte Standards beachtet“, sagte am Dienstag Horst Rehberg, kaufmännischer Geschäftsführer von Bremenports. Die Zertifizierung bestätige, dass die Hafengesellschaft den Aufbau eines Qualitätsmanagements erfolgreich abgeschlossen habe.

Eine solche Zertifizierung sei auch gut fürs Drittgeschäft von Bremenports, weil sie immer häufiger Voraussetzung sei, um überhaupt mit Ingenieurdienstleistungen an internationalen Ausschreibungen teilnehmen zu können, so Rehberg. Dieses Drittgeschäft sorgt für rund vier Millionen Euro Umsatz jährlich, was etwa zehn Prozent des Gesamtvolumens entspricht. Kernaufgabe von Bremenports ist das Planen und Umsetzen von maritimer Infrastruktur in den Häfen in Bremen und Bremerhaven wie etwa der Bau des Container-Terminals 4 oder der Kaiserschleuse sowie die Wartung der Anlagen.

„Wir haben auch schon vor der Zertifizierung gute Arbeit geleistet“, so der Geschäftsführer. Mit dem Qualitätsmanagement stehe nun aber ein Instrument zur Verfügung, das eine prozessorientierte Betrachtung des Unternehmens ermögliche – in allen Bereichen und Arbeitsabläufen. Ziel dabei sei, Verbesserungspotenzial herauszuarbeiten, was in der Regel auch mit Kostensenkungen verbunden sei. „Das Ganze funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter mitmachen, denn die sind es, die den Prozess tragen.“ Vor allem sei dieser Prozess mit der Zertifizierung nicht abgeschlossen. Rehberg: „Das Qualitätsmanagementsystem ist zu einem ständigen Wegbegleiter des eigenen Handelns geworden.“

Begleitet wurde der einjährige Prozess bis hin zu ISO 9001 von der Unternehmensberatung Die Denkfabrik. Geschäftsführer Günther W. Diekhöner: Für die beteiligten Mitarbeiter sei der Weg zur Zertifizierung mit erheblichem Aufwand verbunden gewesen. „Im Rahmen einer umfassenden Dokumentation wurde gemeinsam ein Qualitätsmanagementhandbuch erstellt. Die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten der Bremenports-Beschäftigten wurden in etwa 80 detaillierten Prozessbeschreibungen definiert und eindeutig geregelt.“

Mit einem Kummerkasten, bei dem man am Ende nicht einmal wisse, wie mit dem Inhalt umgegangen werde, habe das Verfahren nichts zu tun. Diekhöner: Es werde auch nicht einfach nur punktuell etwas verbessert, sondern ein strukturiertes Verbesserungsverfahren entwickelt. Die gesamte Prozessoptimierung diene auch dazu, Instabilität abzufangen. „Und im Falle, dass etwas schiefläuft, gibt es entsprechende Eskalationsszenarien. Wenn etwa eine Schleuse nicht schließen sollte, weiß jeder genau, was zu tun ist.“ Grundsätzlich gehe es auch darum, zu vermeiden, doppelte Arbeit zu verrichten. So etwas komme ab einer bestimmten Unternehmensgröße im Büroalltag gerne vor, ohne dass das auffalle.

Die TÜV-Zertifizierung beziehungsweise die Urkunde an der Wand sei im Grunde genommen nur der erfolgreiche Anfang eines nie endenden Prozesses. Diekhöner: „Bremenports hat jetzt eine tolle Basis, am Ende des Jahres wird dann eventuell hier und da nachjustiert, um die Arbeitsabläufe noch weiter zu optimieren.“ Und so gehe das dann immer weiter – und immer mit den Mitarbeitern.

Die Zertifizierung nach ISO 9001 erhöhe nicht nur die Chancen bei der Akquisition von technisch-maritimen Beratungsaufträgen im In- und Ausland, sondern die Vorteile lägen auch im internen Bereich von Bremenports. Rehberg: „Die Abläufe im Unternehmen konnten durch die Zertifizierung und das damit verbundene Audit deutlich optimiert werden. Außerdem wissen die Kolleginnen und Kollegen jetzt besser als vorher, wie bestimmte Prozesse zu handhaben sind. Denn die Abläufe und Zuständigkeiten sind für alle transparenter geworden.“

Vorteile gebe es aber auch für die Freie Hansestadt Bremen als Eigentümerin der Bremenports GmbH sowie für den Steuerzahler. Rehberg: „Verbesserte Abläufe und die Vermeidung von Fehlern helfen uns, die Kosten zu senken. Und wenn wir unsere Chancen bei der Vermarktung unserer Dienstleistungen als zertifiziertes Unternehmen verbessern, führt dies zu Einnahmen im Drittgeschäft, die den Haushalt entlasten.“ Mit der Zertifizierung gehöre Bremenports eher zu den Ausnahmen unter den stadtbremischen Gesellschaften, so Diekhöner. Seines Wissen hätten ISO 9001 nur noch die Wirtschaftsförderung und die Bremer Aufbaubank.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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